Unterm Jetstream

Das schlechte Wetter ist da und wird uns noch eine ganze Weile sehr abwechslungsreich beschäftigen. Wir haben eine ausgeprägte West-Wetterlage mit kalter Polarluft im Norden und warmer Hochdruckluft im Süden. Auf der Grenze zwischen beiden verläuft die so genannte Frontalzone. Derzeit ist sie quer über den Atlantik bis über unsere Köpfe hinweg ein ziemlich gerade Strich.

Entlang der Frontalzone sind die Temperatur- und Druckgradienten besonders groß. Entsprechend stark sind dort die atmosphärischen Ausgleichbewegungen im Gange, d.h. es bläst ein kräftiger Wind. Dieser Wind in großer Höhe entlang der Frontalzone wird Jetstream genannt. Am besten ist er auf den Windkarten des Druckniveaus 300 hPa zu erkennen (Grafik: wetterzentrale).

Düsenflieger nutzen den Jetstream, um spritsparend mit Rückenwind schnell über den Atlantik zu jetten. Uns Gleitschirmfliegern bringt der Jetstream gar nichts, außer Ärger. Denn die Gebiete, über die ein starker Jetstream pfeift, sind in der Regel am Boden unfliegbar. Zum einen, weil entlang der Frontalzone die Geburtsstätte vieler Tiefdruckgebiete liegt, die dann mit einer schnellen Folge von Fronten heran geschossen kommen. Zum anderen, weil der Jetstream die ganze Luftsäule bis zum Boden mitreißt und so für starken, und vor allem turbulenten Bodenwind sorgt.

Derzeit verläuft der Jetstream genau über unseren Köpfen, und das wird wohl auch die nächsten Tage bis zum Wochenende so bleiben. Selbst in den niederschlagsfreien und aufgelockerten Phasen nach einem Frontdurchgang sorgt er dann für so kräftige Böen (s. Böenvorhersagekarten), dass alle Gleitflugpläne auf ruhigere Zeiten verschoben werden sollten!
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