Rückblick Ostern 2011

Was war das für ein Super-Ostern! Jeden Tag wurde geflogen, zum Teil auch mit guten Strecken. Die Eifel zeigte einmal mehr, dass sie thermisch zu den interessantesten Regionen Deutschlands gehört. Kein Tag ohne Basis oberhalb von 2000 Meter, auch wenn es manchmal schwierig war, den Einstieg von unten heraus zu schaffen. Mal war der Windversatz der Thermiken sehr stark (z.B. Karfreitag), mal blieben sie in den unteren Schichten hängen, obwohl weiter oben die prächtigsten Wolken standen (z.B. Ostersonntag).

Immerhin: Mein prognostizierter Hammertag am Donnerstag ging in Erfüllung. Einige Piloten stiegen von Bremm aus bis auf 3000m und flogen bei wenig Höhenwind kreuz und quer in der Landschaft herum. Wer zu spät am Startplatz stand, dem wurde allerdings der fehlende Wind zum Verhängnis. Viele Cumuli blieben ab Mittag ortsfest über den besten Thermikspots und sorgten so für große Abschattung. Auf dem Foto von Ralph Böhm sieht man sehr schön, wie der Startplatz in Bremm unter den Wolkenschatten fällt. Später wurde er noch deutlich größer.

Gut gefallen hat mir auch ein Flug von Martin Pieper ab Zeltingen am Karfreitag. Die 142 km sind schon beeindruckend, aber noch mehr gefällt mir daran die fast schnurgerade Linienführung und das konsequente Wolkenhopping im Höhenband zwischen 2000 und 2500m.

Mehr versprochen hatten sich viele Flieger wiederum vom Sonntag. Da saßen sie am Startplatz, warteten auf Wind oder Thermik, während oben unter tollen Wolken die Segelflieger kreisten. Wie waren sie nur hinauf gekommen? Eine Tagesbeschreibung, die ich bekam, liest sich so: "Heute konnte in Boppard ab ca. 15:30 Uhr geflogen werden. Aber richtig hoch kam nur ein Pilot. Der machte uns mit einem Riesendreieck die Nase lang..."

Ein Blick auf den real gemessenen Ballonsondenaufstiegs in Idar-Oberstein dieses Tages gibt ein wenig Aufklärung: Die rechte eingezeichnete Kurve ist die Temperaturkurve. Man sieht gut am Anfang eine Temperaturabnahme, dann auf 800-1200m eine typische Inversion (Temperaturkurve kippt nach rechts anstatt nach links), darüber wieder eine gute Temperaturabnahme mit der nächsten Inversion auf 3000m... Der Effekt von so einer Schichtung ist der, den viele erlebt haben: Unten heraus geht wenig, weil die Thermik schon nach kurzer Anlaufstrecke in der ersten Inversion wieder gebremst wird. Wenn aber mal lokal eine aufsteigende Blase so viel Wärme und Volumen hat, dass sie sich durch diese erste Sperrschicht hindurchkämpft, wird sie darüber wieder deutlich schneller steigen. D.h. der Trick am Sonntag wäre gewesen, durch und über die untere Inversion zu kommen. Mit ein wenig Glück oder als Segelflugzeug im F-Schlepp war das möglich.

Übrigens: In den Prognose-Temps der Wettermodelle war diese tiefere Inversion nicht erfasst. Das Wetter wird halt immer noch vor Ort gemacht und nicht im Computer.
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1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sehr schön, Mosel/Eifel dann doch die bessere Wahl. Im Sauerland/Willingen ging nichts. Ostwind war viel zu kräftig.
Deine Wetterberichte sind immer sehr gut und Informativ.