Trockenheit treibt Turbo-Thermik

Viele Teile Europas, v.a. Spanien und einige Regionen Italiens, leiden früh im Jahr unter einer enormen Trockenheit. Vielerorts sind die typischen Winterregentage ausgeblieben. Weil der Boden so ausgetrocknet ist, kann er sich schnell erwärmen und erzeugt dann eine starke Thermik. Flieger können sich darüber freuen, müssen die Situation aber auch fürchten. Aus Algodonales in Südspanien wird berichtet, dass dort die Thermik jetzt schon so stark ist wie sonst Ende April / Anfang Mai. Heftige Ablösungen und Dust-Devil sind an der Tagesordnung. Für sattelfeste Thermik- und Streckenflieger ist das vielleicht eine willkommene Situation. Wer allerdings noch nicht so viel Erfahrung mitbringt, sollte in diesem Jahr in den entsprechenden Gebieten etwas vorsichtiger an den Start gehen und zur Sicherheit vielleicht sogar die thermikstärkste Mittagszeit meiden.

Die Karte zeigt übrigens die Anomalie der Bodenfeuchte, d.h.wo gibt es eine Abweichung vom langjährigen Mittel. Wenn es auch im weiteren Verlauf des Jahres so trocken bleibt, dürfte es in Spanien und Italien mancherorts nicht nur Probleme mit der Wasserversorgung geben. Auch die Thermik dürfte sich im weiteren Jahresverlauf immer wieder besonders heftig entwickeln.

Wenn Feuchtigkeit im Boden ist, wird ein Teil der Sonneneinstrahlung dafür verwendet, das Bodenwasser zu erwärmen. Die Wärme wird dann nicht gleich an die Luft abgegeben. Ein trockener Boden hingegen speichert keine "latente Wärme", sondern wird als Herdplatte sofort die darüber liegenden Luftmassen aufheizen. Das ergibt dann die Turbo-Thermik.
Share on Google Plus