Liegegurtzeuge mit Sicherheitsmängeln

Rettungsgriff schwer erreichbar. Foto: DHV
Mit Blick auf die Sicherheit von Ausrüstung profiliert sich der DHV seit einiger Zeit mit praxisorientierten Tests, die über die üblichen Anforderungen der offiziellen Prüfnormen hinausgehen.

Neuestes Kapitel in dieser online und auch im DHV-Info dokumentierten Serie ist ein Test von leichten Liegegurtzeugen: Advance Impress 3, Supair Skypper, Woody Valley X-Alps GTO, Ava Sport Tanto Light, Gin Genie Light, Supair Delight. Dabei ging es nicht um Bequemlichkeit, Trage- oder Flugkomfort. Vielmehr standen die Auslösbarkeit von verschiedenen Rettungssystemen und der Aufbau der eingebauten Protektoren im Vordergrund. Bei den Versuchen im G-Force-Trainer zeigte sich, dass nicht bei jedem Modell in prekären Flugsituationen alles zum Besten gebaut ist. Mancher Rettungsgriff ist schwer erreichbar, oder die Rettung lässt sich nur mit großer Mühe ziehen.

Testautor Karl Slezak, der Sicherheitsbeauftragte des DHV, moniert zudem durchweg die relativ dünnen Protektoren. Die erfüllen zwar alle die EN-Vorgaben, doch das nur unterm Hintern. Zum Rücken hin ist der effektive Schutz kaum noch gegeben. Der dort verbaute Schaumstoff dient eher dem Komfort im Flug...

Ganz allgemein zeigt sich Karl Slezak nicht als Freund der verkleideten Gurtzeuge. Sein Urteil:  
"Das Konzept verkleidetes Gurtzeug ist im Grunde noch nicht ausgereift, weil es systembedingte Sicherheitsprobleme aufweist. Piloten ohne hohen Leistungsanspruch sollten genau überlegen, ob sie diese Nachteile in Kauf nehmen wollen."

Wer mit dem Gedanken spielt, möglicherweise auf so ein verkleidetes Gurtzeug umzusteigen, der sollte diesen Test durchaus mal genauer beachten. Und auch für den allgemeinen Gurtzeugkauf kann man etwas lernen: Die Kompatibilitätsprüfung zwischen Gurtzeug und Rettung sollte man durchaus nicht nur einmal, sondern besser mehrmals im Simulator machen, um nicht zu spät zu merken, dass vielleicht nicht doch etwas hakt.
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