Gin packt die Supersichel aus

Kommende Woche beginnt im kolumbianischen Roldanillo das Superfinale des Paragliding Word Cup (PWC). Unter den führenden Wettkampfpiloten ist das ein Highlight, weil sich dort tatsächlich nur die besten Piloten messen, die zuvor mit entsprechenden Flugleistungen überzeugt und sich qualifiziert haben. Und es ist Tradition, dass beim Superfinale neue Schirmmodelle geflogen werden.

Das diesjährige PWC-Superfinale wurde dahingehend mit besonderer Spannung erwartet. Denn angesichts der Diskussionen um die Einführunge einer neuen Competition Class für Wettkampfschirme ab 2014 und den dafür vorgeschlagenen Bauvorschriften (z.B. eine maximale Streckung von 7), war es fraglich, ob die Hersteller für diese Saison überhaupt noch neue Wettkampfsicheln präsentieren, oder ihre Konstrukteursbemühungen auf eine Zeit nach Klärung der Regellage konzentrieren würden.

Boomerang 9 beim Testflug
in der Schweiz. // Foto: Ruedi Maurer
Diese Frage ist nun geklärt: Ozone und Niviuk, die mit dem EnZo und dem Icepeak6 in der letzten Zeit die Wettkämpfe dominierten, bleiben beim bewährten. Gin und Swing hingegen, die mit Boomerang X und Core 2 den anderen nicht ganz das Wasser reichen konnten, haben sich noch einmal ins Zeug geschmissen. Swing bringt den Core 3 an den Start und Gin den Boomerang 9. Beide wurden kürzlich mit EN-D zertifiziert.

Vor allem Gin will es noch einmal wissen. Offenbar hat es den Chef Gin Seok Song gewaltig gewurmt, dass seine Schirme hinterherflogen und viele frühere Gin-Piloten im vergangenen Jahr auf Enzo oder Icepeak wechselten. Fürs Superfinale packt er eine Supersichel aus, die zumindest von den technischen Daten und dem Konstruktionsaufwand her die anderen übertrifft: ein 2,5 Leiner mit einer Streckung von 7,75 und rekordverdächtigen 96 Zellen soll den Leistungssprung bringen. Dazu noch ein neues Profil mit "Duo-Nasen-Radius". Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine verkappte Haifischnase, bei der die Einlassöffnungen nicht ganz so weit wie bei Ozones R11 zurückversetzt sind. Durch die Konstruktionsweise mit zwei unterschiedlich stark geschwungenen und sich kreuzenden Stäbchen am Profil ergibt sich eine enorm stabile Eintrittskante. Man darf gespannt sein, wie sich diese Sichel im Wettkampf schlägt.
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