Ozone gibt Nasenpatentnutzung frei

Eine ganze Ausgabe zur Haifischnase // Quelle: voler.info
Ozone besitzt ein Patent auf eine besondere Ausformung des Gleitschirmprofils, der sogenannten Haifischnase (shark nose). Mittlerweile setzen allerdings auch andere Gleitschirmkonstrukteure auf dieses Designfeature. Mehr oder weniger ausgeprägt ist es z.B. bei Schirmen von Niviuk, Tripleseven, Nova, Nervures und Gin zu finden. Und da die Haifischnase einem Gleitschirm tatsächlich eine höhere Stabilität bei einer größeren Spanne von Anstellwinkeln verleiht, dürfte die Liste der "Anhänger" sicher bald noch länger werden.

Angesichts dieser Entwicklung gab es eine spannende Frage: Wie wird Ozone mit seinen Patentrechten umgehen? Werden die Franzosen künftig von ihren Konkurrenten Lizenzgebühren verlangen? Sollte es gar Patentklagen geben, an denen sich die Firmen gegenseitig aufreiben?

Die Antwort heißt: Nein. In der neuesten Ausgabe des französischen Online-Gleitschirmmagazins Voler.info gibt der Ozone-Konstrukteur Fred Pieri im Namen des gesamten Teams nicht nur einen tiefen erklärenden Einblick in die aerodynamischen Hintergründe und Vorteile der Haifischnase, sondern stellt auch klar: Ozone stellt die Nutzung der Patentrechte kostenfrei, verlangt nur im Gegenzug, dass andere Firmen ein kleines Logo in ihren Schirmmodellen anbringen, die sie mit einer Haifischnase ausstatten. "Wir sind einfach nur stolz auf diese Innovation und auch besonders stolz, damit zur Entwicklung unseres Sports beizutragen", schreibt Pieri. Es sei nie geplant gewesen, Lizenzgebühren zu verlangen oder irgendwelche juristischen Schritte einzuleiten.

Das ist großzügig und wahrscheinlich von der Ozone-Mannschaft auch ehrlich so gemeint. Allerdings ist auch klar: In einer Gleitschirmszene, wo jeder fast jeden kennt, wo Firmen auch stark von den Sympathiewerten bei ihren Kunden leben, wo ein Patentstreit wohl kaum zur Profilierung beitragen würde, könnte das Pochen auf irgendwelche Rechte negativ auf den Urheber zurückfallen. Außerdem gibt es ja auch schon ein früheres "Haifischmaulpatent" und daran angelehnte Stufenprofile bei diversen Firmen. Die Abgrenzung, wieviel "Ozone" in jedem neu präsentierten Profil zu finden ist, wäre wohl kaum sauber zu treffen. Da tun alle Beteiligten sicher gut daran, die Juristen außen vor zu lassen.

Einfach nur Friede und Freude rund um die Haifischnase gab es freilich nicht. Als Ozone den R11 mit der Haifischnase präsentierte, bekam Luc Armant eine Email von einem anderen Konstrukteur, der ihn zu dieser Entwicklung beglückwünschte. Zugleich bat er ausdrücklich, sie nicht patentieren zu lassen, denn es sei doch klar, wohin das führe... Zu jenem Zeitpunkt hatte Armant mit seinen Kollegen das Patent freilich schon längst eingereicht. Dass Ozone heute die Formel "kein Geld, aber die Ehre" vertritt, dazu könnten auch solche "Anmerkungen" beigetragen haben.
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