Auswüchse der X-Alps-Vermarktung

Für 6000 SFr als VIP-Passagier bei den X-Alps.
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Im Juli starten die Redbull X-Alps und werden sicher wieder viele Piloten vor den Bildschirmen in ihren Bann ziehen. Für Redbull ist das ein gelungenes Marketing-Event, das hauptsächlich auch deshalb funktioniert, weil die Teilnehmer bereit sind, selbst erhebliche Geldmengen auszugeben, um überhaupt das Rennen samt Supportern beginnen zu können. Gut dran ist, wer Sponsoren gewinnen kann. Doch deren Unterstützung beschränkt sich häufig nur auf die Bereitstellung eines Teils der Ausrüstung. Laufende Kosten für Anreise, Sprit, Unterkünfte, Nahrung, Bergführer, Kartenmaterial, Computer samt Internetanschluss etc. gehen freilich in die Tausende. Auch dafür müssen Geldquellen gefunden werden, wenn es nicht das Privatkonto sein soll. Die Athleten schlagen dabei ganz unterschiedliche Wege ein.

Babu Sunuwar zum Beispiel, der Nepalese, der schon mit dem Tandem vom Mt Everest flog, hat zu einer Spendenaktion aufgerufen. 5000 Euro hofft er über die Plattform Go Get Funding einsammeln zu können. Als Gegenleistung verspricht er seinen Unterstützern, je nach Geldbetrag, vom signierten Foto über einen Tandemflug bis hin zur mehrtägigen Unterkunft in einem von ihm betriebenen Gleitschirm-Resort in Nepal. Sollte von den gespendeten Geldern am Ende etwas übrig bleiben, sollen der Überschuss an ein Schulprojekt in Nepal fließen.

Von ganz anderem Kaliber ist ein Angebot, das Chrigel Maurer auf seiner Facebook-Seite bewirbt: Wer zwischen 5000 und 6000 Schweizer Franken übrig hat, kann die X-Alps ein paar Tage lang mit dem "Swiss-Fly VIP-Taxi", also einem Helikopter begleiten. "Mit dem Helikopter sind wir sehr flexibel, verpassen keine Highlights, und passiert irgendwo etwas Spannendes, fliegen wir sofort zum Aktionspunkt", heißt es in der Ausschreibung. Zu dem Paket gehört die Teilnahme an einem "VIP-Event" mit Chrigel. So werden mittlerweile auch bei den X-Alps die Promis zu Markte geflogen.
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