Competition Class auf der Zielgeraden

Seit Anfang 2012 wird über die Einführung einer eigenen Zertifizierungsklasse für Wettbewerbsschirme diskutiert. Jetzt befindet sich das Vorhaben auf der Zielgeraden. Das "Paragliding Committee" der CIVL, der Gleitschirmabteilung der FAI, hat seinen (vorläufig) endgültigen Vorschlag für das entsprechende Regelwerk veröffentlicht. Es soll bei der nächsten Jahrestagung der CIVL Mitte Februar abschließend diskutiert und beschlossen werden. Ab 2015 müssten dann alle Schirme, die bei FAI Cat1-Wettbewerben wie WM oder EM geflogen werden, die Regeln der sogenannten CIVL Competition Class (CIVL CC)  einhalten.

Im November war bereits ein erster Entwurf dieses Regelwerks zur Diskussion gestellt worden. Auf Basis vieler Vorschläge und Einwände, die seither eingingen, wurde die Rohfassung noch einmal deutlich überarbeitet. Sie zeigt nun folgende Hauptmerkmale:

  • Es wird nur eine CIVL CC geben, keine Aufteilung in CC Pro und CC Sport.
  • Die maximale Streckung der Schirme wird auf 7,9 (statt auf 7) beschränkt. (Damit bleiben alle derzeit auf dem Markt befindlichen EN-D Competition-Schirme für Wettbewerbe zugelassen).
  • Die Geschwindigkeit der Schirme wird auf 65 km/h beschränkt. 
  • Die Tragegurte werden mit Zugbegrenzern zwischen den Gurtebenen ausgestattet.
  • Von jedem Modell müssen mehrere Größen angeboten werden, wobei das zulässige Maximal-Fluggewicht der kleinsten und größten Größe um mindestens 20 kg auseinander liegen müssen. Das Max-Gewicht der kleinsten Größe muss bei 105 kg oder darunter liegen.
  • Ein Schock- und Lasttest gemäß EN 926-1 ist einmal je Modell (nicht je Größe) erforderlich.
  • Flugmanöver werden für jede Größe gemäß EN 926-2 geflogen, wobei einige irrelevante Tests (z.B. B-Stall oder Ohren-Anlegen ausgelassen werden können).
  • Die Manöver können auch von Testpiloten der Firmen vorgeführt werden - unter Aufsicht von Testpiloten der Zertifizierungsstellen und mit genauer On-Board-Videodokumentation.
  • Bei den Testmanövern gilt eine Wartezeit von 2 Sekunden bis zum erlaubten Eingriff für den Testpiloten (bei klassischen EN-Tests gilt 5 Sekunden Wartezeit).
  • Einige der Testmanöver müssen zwingend mit einem Liegegurtzeug ausgeführt werden.

Das gesamte Regelwerk mit Kommentaren und Begründungen, warum die einzelnen Punkte so gesetzt wurden, kann hier als pdf heruntergeladen und studiert werden.


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