Enzogate: Fliegen in Absurdistan

Auszug aus der Email von Alain Zoller // Quelle: googleplus
Kurz vor Ende des PWC Superfinales herrscht weiter Ratlosigkeit darüber, wie man für Enzogate eine gerechte Lösung finden kann. Den möglicherweise konsequentesten Vorschlag hat Alain Zoller in einer neuen Email an die Veranstalter gemacht. Darin empfiehlt er, das Superfinale als komplett ungültig zu erklären.

Seiner Einschätzung nach sind alle im Wettkampf geflogenen Seriengeräte nicht EN-D-konform. CIVL und PWC verlangten Schirme, die gemäß EN-Norm zertifiziert seien, so Zoller. Aber er könne schnell erkennen, dass der Top-Speed aller Schirmen nicht zu den Messungen passt, die während der offiziellen Tests erfolgten. KEIN Schirm in der beim Wettkampf geflogenen Konfiguration könne die EN-Tests nochmals bestehen.

Damit unterstreicht Zoller eine Haltung, die er schon länger vertritt: EN-Norm und Wettkampffliegerei sind einfach nicht kompatibel. Wer dennoch den Spagat versucht, endet in einer Situation voller Lug und Trug. Die Zertifizierungsstellen könnten nicht die Polizei des Wettkampfsports spielen.

Zoller hält damit dem Wettkampfzirkus nur den Spiegel vor. Und wer die Augen öffnet, darf erkennen: Hier fliegen alle in Absurdistan.
Share on Google Plus

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Stimmt. War aber bereits in dem Moment klar, als die Open Class beerdigt wurde und wurde von allen mit etwas Weitsicht gesegneten Insidern genau so vorhergesagt. Der EN-D Zwang für Wettkampfschirme war der Anfang vom Ende des Wettkampffliegens.

Anonym hat gesagt…

Unterschrift vergessen: Jörg Nuber

Armin Harich hat gesagt…

Hier auch ein interessanter Link zum Sinn/Unsinn Gleitschirmfliegen als Rennsport zu betreiben:

http://www.xcmag.com/2014/01/paragliding-is-not-a-racing-sport/

Die Schime im Topspeed mal zu messen währe sicher interessant. Ob die alle durchfallen, bin ich aber nicht sicher. Mit 40cm längerer Hinterkante aber sicher.

winDfried hat gesagt…

Heij Lucian,
der Botschafter von Absurdistan dürfte über Deine Metaphorik nicht entzückt sein:
http://www.der-postillon.com/2013/12/botschafter-absurdistans-beklagt-sich.html
Im Übrigen geht hier die Gleitschirmszene durch die gleichen Turbulenzen, die die Drachenszene mit "Sprogmessungen" auch durchzustehen hatte...
Es muss eine Toleranz, oder ein Freiraum für "kleine Änderungen" an Zertifizierten Geräten geben, wenn diese in die Serienproduktion gehen. Sonst könnte der Hersteller nicht mehr auf spät festgestellte Probleme reagieren.
Nur hat bis jetzt noch keiner gesagt, wie groß die sein dürfen.
Bei 2 % ?
Grüße, W.

Werner hat gesagt…

> Es muss eine Toleranz, oder ein Freiraum für "kleine
> Änderungen" an zertifizierten Geräten geben, wenn
> diese in die Serienproduktion gehen. Sonst könnte
> der Hersteller nicht mehr auf spät festgestellte
> Probleme reagieren.

Das kann der Hersteller doch jederzeit - er muss es anschließend nur neu zertifizieren lassen, evtl. im kleineren Umfang.

Gruss