Enzogate: Zoller rechtfertigt sein Vorgehen

Im Zuge der Diskussionen um Enzogate hat am Mittwoch Alain Zoller, Chef von Air Turquoise, ein offizielles Statement auf seiner Homepage veröffentlicht. Darin beschreibt er die Entwicklungen rund um das PWC Superfinale aus seiner Sicht und erklärt den Ablauf der Nachtests des eingelagerten Enzo 2 Testmusters vom vergangenen Samstag

Dabei stellt er klar, dass dieser Nachtest nicht einer kompletten Neu-Zertifizierung des Enzo 2 mit längerer Hinterkante entsprach. Zwar seien die Ergebnisse der getesten Flugmanöver gemäß EN-D-Norm ausgefallen, aber das heiße noch nicht, dass der Schirm auch in dieser Konfiguration zertifiziert sei.

Interessant ist diese Einschätzung vor allem in Hinblick auf den nächsten PWC Wettbewerb, der schon diesen Samstag in Mexiko beginnt. Dort müssen die Enzo-2-Piloten wieder mit der Unsicherheit an den Start gehen, dass die Gültigkeit der Zulassung ihrer Schirme noch immer umstritten ist. Und die PWC Organisatoren stehen vor dem Problem, bei Protesten möglicherweise einen weiteren Wettbewerb nur mit provisorischen Wertungen fliegen zu können.

Zoller bietet seinerseits nun folgenden Ausweg aus diesem Dilemma an: "Wir würden gerne, um ein für alle mal die Situation aufzuklären, die zertifizierten Schirme auf dem Markt einem Nachtest unterziehen, um zu bestätigen ob es möglich war, sie ein paar km/h schneller zu machen [im Vergleich zu den Testmustern]. Wenn sich da ein Geschwindigkeitsunterschied zeigt, könnten einige, wenn nicht gar alle Schirme, die beim Superfinale flogen, als nicht zertifiziert erkannt werden."

Manchen Insidern der Branche wäre ein solches Vorgehen nur Recht, zumal wenn - wie von vielen erwartet - die Ergebnisse tatsächlich negativ ausfielen. Denn dann könnte man die politische Entscheidung, EN-D für Wettbewerbe vorzuschreiben, den Funktionären als erwiesenermaßen unpraktikabel vor die Füße werfen und die Weichen in Richtung Competition Class stellen.

Auch Alain Zoller käme das mehr als gelegen. "Wir müssen diese Heuchelei sofort beenden", heißt es im Fazit seines Statements.
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