Enzogate stürzt PMA in Krise

Als eine Art Kollateralschaden von Enzogate ist der Verband der Gleitschirmhersteller PMA in seine erste ernste Krise geraten. Aus Unzufriedenheit über einen allzu rücksichtsvollen Umgang mit Ozone haben sowohl Skywalk als auch U-Turn als Unternehmen gegenüber den anderen PMA-Mitgliedern ihren sofortigen Rückzug aus dem Verband erklärt.

In der Begründung von Skywalk heißt es, dass sich die Entscheidungen und das Verhalten der PMA in den vergangenen Wochen nicht mehr mit den Wertvorstellungen und moralische Prinzipien Skywalks in Einklang bringen lasse. Skywalk war ein Gründungsmitglied und der technische Direktor Manfred Kistler sogar im Vorstand der PMA.

Ein Stein des Anstoßes war das Statement, mit dem die PMA gegenüber Ozone offiziell Stellung bezog. Eine erste, geharnischte Stellungnahme Ende Januar auf der Homepage, in der Ozone u.a. für ein Jahr das Stimmrecht entzogen und eine Strafzahlung von 5000 Euro verordnet werden sollte, wurde wenig später wieder zurückgezogen. Erst eine Woche später folgte eine deutlich mildere Fassung.

Offiziell hieß es, ein Problem mit dem Email-Server hätte dazu geführt, dass in die ersten Version nicht die Einschätzungen aller Mitglieder eingeflossen seien. Allerdings hatte Ozone-Chef Mike Cavanagh wohl auch mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, weshalb die PMA einknickte.

Angesichts der durch die Nachmessungen nun eindeutig belegten Falschaussagen von Ozone bezüglich der Konformität des Serien-Enzo-2 mit dem zertifizierten Testschirm, hat die zögerliche Haltung der PMA das Image des Verbandes aus Sicht mancher Mitglieder allzu arg in Mitleidenschaft gezogen.
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