Tacima sticht Quixadá

Ein glücklicher Karel Vejchodsky kurz im Endanflug seiner
Rekordstrecke von Tacima nach Quixadá. // Foto: K.Vjechodsky
Alljährlich im Herbst zieht es Möchtegern-Streckenflugrekordflieger in den Nordosten Brasiliens. Quixadá heißt der Spot ihrer Träume, von dem aus sie ihre persönlichen Bestmarken, am liebsten mit einem 400+X km One-Way-Flug toppen wollen, indem sie sich in teils zerrissener Flachlandthermik vom stetig wehenden Passatwind verblasen lassen. Auch in diesem Jahr sind wieder Horden von Piloten vor Ort. Allerdings blicken sie zwischenzeitlich etwas neidisch nach Südosten. Denn in dieser Saison scheint ein anderer, rund 450 km entfernter, etwas tiefer gelegener Startplatz "the place to be" für Rekorde zu sein: Tacima.

Der Tscheche Karel Vejchodsky ist am Samstag von Tacima aus knapp 458 km (s. Xcontest) bis hinter Quixadá geflogen. Zwei Tage zuvor hatte er schon auf ähnlicher Route 438 km zurückgelegt. Da er auf einem Gradient Aspen 5 unterwegs war, dürften die 458 km der aktuelle Streckenflugrekord für einen EN-C Schirm darstellen. Fast 11 Stunden war Karel bei seinem Ritt in der Luft.
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4 Kommentare:

Marcel hat gesagt…

Hmmm, ist es jetzt wirklich schon so weit, daß Quixada so überlaufen ist, daß der Begriff "Möchtegern-Streckenflurgrekordflieger" berechtigt ist?
Oder war das nur witzig gemeint?

Gibt es einen Grund dafür, warum Tacima im Moment so viel besser geht oder zu gehen scheint?

Lucian Haas hat gesagt…

Marcel, Quixada ist sicher noch nicht völlig überlaufen, aber es ist halt zum Trendspot geworden. Der Begriff Möchtegern-Streckenflugrekordflieger ist sicher etwas überspitzt, aber im Kern zutreffend. Wer nach Quixada fährt, tut dies nicht, weil das ein so tolles Fluggebiet ist (da gäbe es zu dieser Jahreszeit angenehmere Alternativen), sondern weil man dort, wenn man es schafft oben zu bleiben, eben sehr weit fliegen kann. Viele der Piloten dort fliegen ja auch immer wieder zumindest persönliche Rekorde (was ja auch schon ein 100er oder 200er sein kann). Und mit dieser Vorstellung fahren sie dorthin, deshalb "Möchtegern".

Tacima geht nicht "so viel besser". Rekordflüge haben auch immer mit glücklichen Umständen zu tun. Allerdings ist zu erwarten, dass Tacima durch die letzten Flüge in Zukunft etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen wird.

Andy Flühler hat gesagt…

Hallo Lucian, vielleicht bin ich schwer von Begriff aber kannst du mir nochmals erklären warum du Quixada als ein "Möchtegern - Streckenflugrekordfliegergebiet" bezeichnest. Auffällig ist, dass da viele Piloten sehr viel Spass erleben und darum gehts doch um die Freude am fliegen. Wenn jemand Spass am XC-fliegen hat ist der Sertao sicher eine sehr gute Destination. Diese Piloten als Möchtegern zu klassieren finde ich nicht sehr "open minded". Sollte nicht jeder so fliegen wie er will um am meisten Spass zu haben? Bei uns Fliegern gibts doch diese Freiheit und Toleranz?
Was hast du in Quixada erlebt? Hattest du schlechte Erlebnisse? Zu welcher Jahreszeit warst du da?
Andy Flühler

Lucian Haas hat gesagt…

Lieber Andy, eigentlich hatte ich in meinem Kommentar zu Marcel das schon erklärt.

Ich meine "Möchtegern" nicht abschätzig. Jeder darf fliegen wo und wie und wie weit er will. Ich denke aber, dass vor allem solche Piloten das Abenteuer Sertao suchen, die gerne mal einen persönlichen Streckenflugrekord fliegen möchten.

Das ist zumindest die Motivation der meisten, die Du ja auch in der Ausschreibung Deiner Tour so ansprichst: "...lange Flugtage ermöglichen in Quixada One-Way-Weltrekorde" und "Wer nicht seinem persönlichen Rekord ‘hinterherjagt’..." Ich habe das mit "Möchtegern" etwas zugespitzt aufgegriffen. Ist aber nicht persönlich gemeint.

Soviel ich höre und lese, sind die Piloten bei Deinen Sertao-Touren wirklich begeistert, und darauf kommt es tatsächlich an.

Ich habe übrigens gar nichts gegen Quixada. Ich war noch nie dort, hatte also auch keine schlechten Erlebnisse, könnte mir aber durchaus vorstellen, dort einmal sehr gute Erlebnisse zu haben.

Wenn Du mir jetzt immer noch ein wenig böse bist, darfst Du mich gerne einmal als Möchtegern-Schreiberling bezeichnen. Dann haben wir beide mal ein bisschen daneben gegriffen ;-)

Wünsche noch weiterhin tolle Tage in Brasilien - und das ist ganz ehrlich gemeint.