Die Ära der Riesenschirme

Es gab eine Zeit, da wurde bei der Entwicklung von Gleitschirmen noch weitaus mehr experimentiert als heute. Vielen Konstrukteuren ging es darum, die Grenzen dessen auszuloten, was geht. Etwa: Wie viele Personen kann man gleichzeitig an einen Gleitschirm hängen? Im Netz findet man dazu interessante Videos.

Da war zum Beispiel dieser spektakuläre Flug mit einem riesigen Schirm vom Montblanc (vermutlich 1994 oder 1995). Unter dem Piloten baumelte quer eine Aluleiter, an der wiederum neun Fallschirmspringer hingen. Schon der Start auf 4800 Meter Höhe war ein Bravourstück. Und dann klinkten sich die Falschirmspringer auch noch mitten über dem Tal aus, übten den Freifall und landeten wohlbehalten auf einer Wiese. Der zurückgelassene Pilot mit seiner übergroßen Tüte wiederum hing nahezu machtlos im Talwind, denn allzu große Steuerbewegungen hätten schnell zum Strömungsabriss führen können. Doch auch er schaffte es noch heil zu Erde. Bei dem Schirm handelt es sich übrigens um einen Big Boogee des französischen Herstellers E.2R.A. Er hatte laut Para2000 eine Fläche von 105 m² und wog 30 kg. Das Video ist auf Youtube zu sehen.



Ein noch früheres Beispiel stammt aus dem Jahr 1988. Damals konstruierte ADG einen echten High-Arch Schirm mit 50 Zellen und 80 m² Fläche, dessen halbkreisförmige Bauweise die Stabilos auf Kopfhöhe des Piloten postierte. Doch auch so eine Tüte erwies sich als flugfähig. Im Skistart gingen erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier Personen gleichzeitig damit in die Luft. Das filmische Dokument dazu ist ebenfalls auf Youtube zu finden.



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