Gleitschirm-WM: Noch alles offen

Ein offenes Rennen bei der WM in Roldanillo // Quelle: Facebook - Nick Greece
Nach sechs bereits geflogenen von elf möglichen Tasks bleibt es bei der Gleitschirm-WM in Roldanillo weiter spannend. Sowohl in der Einzel- wie in der Teamwertung liegen die Führenden jeweils dicht beieinander, sodass hier noch schnell Veränderungen möglich sind. Der aktuelle Zwischenstand lautet:

Gesamt:
1. Stephan Morgenthaler (CH, Enzo 2), 4339
2. Michael Maurer (CH, Boomerang 10), 4337
3. Torsten Siegel (DE, Boomerang 10), 4332

Frauen:
1. Seiko Fukuoka Naville (FR, Enzo 2), 3818
2. Laurie Genovese (FR, Enzo 2), 3669
3. Nicole Fedele (IT, Enzo 2), 3631

Nationen:
1. Schweiz, 11213
2. Deutschland, 11189
3. Slovenia, 11126

Ein Gewinner steht auf jeden Fall jetzt schon fest. Es ist Roldanillo: Der Ort in Kolumbien dürfte durch die WM noch mehr Piloten als interessantes Winterflugziel aufgefallen sein. Denn dort wird tatsächlich so gut wie jeden Tag geflogen. Selbst wenn es morgens noch stark regnet, wie beim gestrigen 6. Task, kann es wenig später aufklaren. Und nur zwei Stunden später ziehen schon wieder angenehme 3-Meter-Bärte nach oben.

Race-technisch ist Roldanillo von der großen Pulkfliegerei geprägt. Die Wettbewerbspiloten hängen wie große Fliegenschwärme am Himmel und fliegen große Teile der Strecken gemeinsam. Mehrere Tasks wurden erst auf den letzten Kilometern im Endanflug entschieden - wie bei einem Massensprint bei der Tour de France. Zwischen dem jeweiligen Sieger und der nachhetzenden Meute lagen oft nur wenige Sekunden.

Material-technisch zeigt Roldanillo ein ausgewogenes Bild: Gin hat mit dem Boomerang 10 leistungsmäßig mit Ozones Enzo 2 gleichgezogen. Beide Modelle sind ebenbürtig. Niviuks titan-bestückter Icepeak 8 hingegen tauchte bisher nicht nachhaltig in den vorderen Reihen auf. Ob dies am Schirm liegt oder daran, dass kaum Spitzenpiloten, sondern eher einige Außenseiter mit dem IP8 unterwegs sind, ist eine der in Roldanillo diskutierten Fragen.

Insgesamt hinterlässt die WM bisher einen sehr positiven Eindruck. Die Stimmung unter den Piloten ist gut. Es gibt keine Sicherheits- und messtechnische Diskussionen. Die Tasksetter machen ihre Sache gut. Und selbst das Live-Tracking funktioniert so stabil und schnell, dass das Verfolgen der Tasks am heimischen Bildschirm durchaus spannend sein kann. Die aktuellsten Daten erhält man dabei entweder in der 3D-Darstellung in Google Earth oder über die 2D-Tablet-Version mit manuellem Nachladen, die auch am PC gut funktioniert.

Wer einen filmischen Eindruck der Race-Fliegerei in Roldanillo bekommen will, sollte sich am besten die Videos des belgischen Piloten Tom Ceunen auf Vimeo anschauen. Hier einmal sein gelungener Beitrag über den gestrigen Task. Ansonsten gibt es bei lu-glidz noch eine umfassende Linksammlung zur WM.

Share on Google Plus