Meteovolo rechnet Deutschland jetzt in HD

Die Gleitschirmwetterseite bietet jetzt Daten im 2-km-Raster.

Meteovolo rechnet jetzt Thermikprognosen für Deutschland in einem 2km-Raster
Vor einem Jahr hatte ich auf lu-glidz die Meteoseite Meteovolo vorgestellt. Sie bietet Flugwetterprognosen in Ampelfarben, wodurch man auf einfache Weise eine schnelle Übersicht über die Sicherheitslage des Wetters erlangt. Wird beispielsweise der Wind in roten Farben unterlegt, wird es für Gleitschirmpiloten sehr grenzwertig zum Fliegen.

Meteovolo hat kürzlich ein Update erfahren. Bisher wurde Deutschland als Teil von Mitteleuropa mit einem Modellraster von 5 km gerechnet. Jetzt gibt es neue Karten, die mit einem feineren Raster von 2 km gerechnet sind (Germany HD). Somit dürfte Meteovolo derzeit das Thermikprognosemodell mit dem feinsten Grundraster für Deutschland sein. Allerdings rechnet es jeweils nur ca. einen Tag im voraus.

Neben dem feineren Raster bietet Meteovolo neue Variablen und neue Darstellungsformen. Bei den Variablen interessant ist eine namens "Cross Country" bzw. "XC-Speed". Sie zeigt, wo Regionen mit guter Thermik und tendenziell steigenden Luftmassen liegen, d.h. wo man auf Strecke wenig Höhe verliert. Liefert die Karte dabei ein seltsam geschecktes Muster mit langen Streifen, ist damit zu rechnen, dass die Steig- und Sinkzonen sich im Wind parallel zueinander anordnen. Die Skalenangaben von im Idealfall (grün) 50 km/h sollte man nicht absolut sehen. Die Werte zeigen, wo "relativ" schneller (geringerer Höhenverlust) oder langsamer Strecke geflogen werden kann.

Neben den klassischen Ampelfarben bietet Meteovolo zudem noch weitere Darstellungsformen. Wählt man beispielsweise "Paraglider" anstelle von "Traffic Light Style", ändern sich die Farbskalen. Durch die Abstufung mit weiteren Farben lassen sich einzelne Werte wie z.B. die Windstärke etwas genauer ablesen, anstelle der nur ungefähren Abschätzung mit rot-gelb-grün.

Interessant in der Rubrik "Paraglider" ist die neue Variable "Wind" (zusätzlich zum Wind @ 10m und dem Durchschnittswind). Wählt man man diese an, kann man mit einem Schieberegler jede beliebige Höhenstufe zwischen 1000 und 0 hPa anwählen und sich als Windkarte in der Fläche darstellen lassen. (950 hPa entspricht dabei 500 m MSL, 900 hPa sind 1000m MSL, 850 hPa sind 1500m etc.) Eine sehr komfortable Möglichkeit, um Höhenwinde zu checken.

Ebenfalls bei "Paraglider" ist die Variable PFD zu finden. Sie zeigt potenzielle Flugdistanzen an, die ab diesem Punkt in den nächsten sechs Stunden geflogen werden können. Auch hier sind die Zonen von Konvergenzen und Divergenzen (Steigen und Sinken) in der Atmosphäre mit eingerechnet, weshalb es in dieser Darstellung die Karte ebenso relativ gescheckt aussieht. Das trägt dem Fakt Rechnung, dass bei manchen Wetterlagen man von einem Startplatz gut hochkommt, während man nur wenige Kilometer daneben den ganzen Tag keinen Anschluss findet, weil man sich in einer großräumigen Sinkzone befindet. Gute Streckenflugregionen sind dort zu finden, wo viele Flächen mit höherem PFD liegen. Dort sind mit dem Wind gute Durchschnittsgeschwindigkeiten zu erwarten.

Wie zutreffend die feinen Meteovolo-Prognosen gerade für solche lokalen Effekte sich, wird man erst nach geraumer Zeit aus der Erfahrung heraus sagen können.
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2 Kommentare:

Armin Harich hat gesagt…

Schön bunt die Seite. Ich habe mal einen Schnelltest gemacht. Heute der beste Flug ist 170km: http://www.dhv-xc.de/xc/modules/leonardo/index.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=621570
Basis wie bei Wetter-Jetzt.de knapp 2000m.
Meteoparapente hat da 900-1000m. PDF ist auch sehr "komisch".
Nutzt das Jemand, der auch positive Ergebnisse vergleichen zu Wetter-Jetzt.de hat, abgesehen davon das es Bunt ist. Der BL-Avg Wind ist eventuell gut.

Liebe Grüße, Armin

Lucian Haas hat gesagt…

Hey Armin,
jede Meteo-Seite "liest" sich etwas anders. Auf Meteovolo ist z.B. die PFD jeweils auf 6h gerechnet (ab der eingestellten Prognosezeit). Die Werte würde ich auch nicht absolut, sondern nur relativ sehen: Wo geht es am besten? Die Darstellung bezieht auch die im kleinen Raster ausgerechneten Konvergenz- und Divergenzzonen mit ein. Deshalb werden die Karten so "gescheckt". Ob sich das in der Praxis bewährt, ob man also danach seinen Startplatz auswählen sollte, kann ich nicht sagen. Dafür liegen bislang viel zu geringe Erfahrungen damit vor.