Air Turquoise darf nach LTF zertifizieren

Lange hat es gedauert, länger als alle Beteiligten erwartet hatten. Doch jetzt hat auch die Schweizer Prüfstelle Air Turquoise von Alain Zoller ihre Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) erhalten. Damit kann auch  Air Turquoise nun Gleitschirme nach LTF zertifizieren - nach EAPR und DHV.

Die Gründe für die Verzögerung sind vielfältig. Alain Zoller machte von Anfang an keinen Hehl daraus, dass er die Akkreditierungspflicht als typisch deutsche Schikane empfand. Entsprechend widerständlich ging er die Sache an. Seine Hoffnung, sich in der Schweiz akkreditieren zu lassen, ging nicht auf, weil das Schweizer DAkkS-Pendant mangels Expertise im Gleitschirmtestbereich abwinkte. Also musste auch Zoller mit der DAkkS zusammen arbeiten. Das bedeutete für ihn als Französischsprechenden, mit der Sprachhürde als zusätzlichen Schwierigkeit kämpfen zu müssen. Hinzu kam noch die detaillierte Prüfgründlichkeit der DAkkS, die auch schon den DHV bei der Akkreditierung ins Schwitzen brachte. Aber all das ist nun überwunden.

Da auch die EN-Tests der französischen Prüfstelle Aerotest in Deutschland anerkannt sind, gibt es nun vier Prüfstellen, deren Zertifikate für Gleitschirme nach deutschem Recht gelten.

Die Piloten hierzulande wird es freuen. Da im Grunde alle Hersteller ihre Schirme bei einer der vier Prüfstellen testen lassen, wird in Zukunft die Frage "darf ich den Schirm denn in Deutschland fliegen?" weitgehend überflüssig werden. 

Ausnahmen sind dann nur noch manche Miniwings, Single-Skins und Spezialgrößen, für die die Hersteller nur einen Lasttest machen lassen. Wer damit in Deutschland halbwegs legal fliegen will, muss sich zumindest um eine Versicherungslösung kümmern, die auch solche Schirme mit abdeckt.
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