Petition für die Safety Class

Die öffentliche Kritik der Gleitschirmherstellervereinigung PMA an den Safety Class Tests des DHV hat bei Piloten ein eher skeptisches Echo hervorgerufen. In entsprechenden Diskussionen etwa im Gleitschirmdrachenforum sind die Stimmen in der Mehrzahl, die den DHV darin bestärken wollen, weiterhin im Sinne der Piloten als wachsamer Gegenpol zu den Herstellern aufzutreten und die Tests auch in Zukunft beizubehalten.

Als besonderen Ausdruck dieser Bewegung hat ein Pilot sogar eigens eine Online-Petition an die PMA gestartet. Dort kann jedermann seine Unterstützung mit einem "Ja zum Safety Class Test des DHV" bekunden. Es ist zwar etwas ungewöhnlich, dass auf eine Art Offener Brief der PMA mit dem eigentlich auf politischen Feldern üblichen Instrument der Petition geantwortet wird. Allerdings zeigt dieser Vorgang auch, wie politisiert die Diskussionen um das Sicherheitsniveau von Gleitschirmen mittlerweile geführt werden.
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9 Kommentare:

Tom Payne hat gesagt…


> http://lu-glidz.blogspot.de/2015/10/pma-klagt-uber-safety-tests.html

Interesting how those criticising the DHV are happy to use their real names, whereas those supporting the DHV chose to remain unidentifiable.

Anonym hat gesagt…

Warum fliegt nicht einfach jeder Pilot/in das, was ihm gefällt, sondern was das Web ihm empfiehlt? Bei einem Schirmkauf gibts so viele Kleinigkeiten zu beachten (ganz am Ende der Liste kommt das Design ;) ), aber man muss sich einfach Wohl fühlen an einem Schirm... 5 Schirme zum Testen beordern und unter demjenigen, unter welchem ich mich wohl fühle, wird gekauft. Punkt.. so einfach.
Zwischen EN A und B wirds noch ein Sicherheitsunterschied geben, aber zwischen B und D hat man mit jedem Schirm zu kämpfen, wenns mal so richtig klappt und gleichzeitig thermisch abgeht.
Die Leistung der Schirme in unbeschleunigtem Zustand ist sowieso in sämtlichen Klassen mehr oder minder gleich - der Rest macht das Pilotenkönnen aus (und dann in beschl. Flug) - und das kann nur ausgeschöpft werden, wenn man sich wohl fühlt. Aber wer denkt, dass man mit einem Low B auf immer der sicheren Seite ist, sollte sich sowieso Gedanken zu seinem Hobby machen.
Die Zulassungstests sind sowieso nur eine Bestandesaufnahme in toter Luft - ist also nichtsaussagend. Die DHV Nachtests sind nicht standardisiert und je nach Pilot/Gurtzeug/Luftverhältnisse unterschiedlich - ist also genauso nichtsaussagend.

Marty hat gesagt…

Wieso kannst Du annehmen "sind die Stimmen in der Mehrzahl" bei gerade erst mal 100 Unterstützern der Petition. Ich finde diese "Petition" nur lächerlich.

Werner S. hat gesagt…

Ob nun alle Befürworter auch diese Petition unterschreiben (würden), weiß ich nicht. Aber was ich so aus meinem Pilotenumfeld dazu höre, findet die Mehrzahl die Safety Tests gut und hilfreich - auch wenn diese noch verbessert werden könnten und wir Pilote nicht nur auf die Zahl alleine sondern auch auf die Texte schauen sollten!

Anonym hat gesagt…

(A.G.) das ist ja eine traurige Geschichte. Seit nunmehr 5 Jahren steht dem DHV Messtechnik zur Verfügung, die es erlauben würde, die Prüfresultate der Zertifizierungsstellen objektiver und vergleichbarer zu machen, was ja wohl im Sinne aller wäre. Stattdessen machen die Jungs ihre eigenen Tests und bemühen sich nicht, die neu entwickelten Verfahren in die existierenden offiziellen Prüfverfahren einzubringen. Das zeugt nicht gerade von der Bereitschaft, für das Wohl
und die Weiterentwicklung des Sports einzutreten.

Gleiches kann man auch von den Herstellern sagen. Auch sie haben sich offenbar bisher nicht heftig bemüht, die vom DHV entwickelte Messtechnik anzuschauen und als Grundlage für eigene Tests zu verwenden.
Ich wäre jedenfalls an objektiveren Resultaten interessiert, sofern sie etwas über die Sicherheit der Geräte aussagen. Wenn es auch nur eher praxisfremde Tests in ruhiger Luft sind, ist das wohl immer noch
besser als nichts.

Ausserdem hier noch mein kleiner Traum: Wenn schon die Testpiloten nicht auf die Schirmreaktionen reagieren dürfen, könnte man die Testverfahren auch komplett automatisieren.
Warum nicht einen zu zertifizierenden Testroboter unter die Schirme hängen, der ein Prüfprogramm abspielt. Das würde die Tests objektivieren und eventuell sogar billiger machen und zudem die Gefahr beim Prüfen Prototypen und Wettkampfschirmen eliminieren. Das wäre natürlich eine teure Entwicklung aber sicher ein spannendes Projekt für eine Hochschule. Vielleicht kann sich ja mal jemand für so etwas erwärmen...

Uwe Preukschat hat gesagt…

Hallo zusammen,
ich bin der, der die Petition gestartet hat und wollte dazu nur eines sagen. Es geht nicht darum, ob die SC Tests noch Verbesserungspoetential bieten. Da mögen die Fachleute gerne darüber diskutieren. Verbessern kann man immer etwas.
Was nach meinem Marktverständnis gar nicht geht, ist, dass der Herstellerverband versucht uns diese Informationsquelle zu verbieten. Im Umkehrschluss hieße das, dass ich nur den (sehr vagen) EN/LFT Testberichten und den Hersteller(werbe)aussagen glauben darf.
Insofern möchte ich ganz einfach dem PMA zeigen, dass die Piloten sehr wohl Wert auf diese Tests legen.
Nicht mehr und nicht weniger.
btw: ich wollte auch keine 120.000 Stimmen sammeln, aber diesen Wert konnte ich im Formular nicht abändern.

Viele Grüße Uwe

Ralf Münch hat gesagt…

Hey,
leider ist deine Petition keine Abstimmung, Uwe, und ohne ein Fachwissen von dir mal in die Runde geschossen, wie du selbst schreibst!!! ...und leider auch an dieser Stelle wird Stimmung gegen bestehende Gesetzgebung und Verfahrensabläufe erzeugt. Es ist auch kein Testverfahren oder Projekt, was der Verband da seinen Mitgliedern vorstellt. Es geht um alles, nur nicht um die Sischerheit der Piloten in diesem halbfertigen Gebilde. Es verunsichert alle Piloten nun noch mehr. Was denken wohl die Piloten die einen Schirm kaufen, kein Fachwissen besitzen und ihren Schirm nicht im Test finden. Die teuren und bestehenden Testverfahren, die in Europa für viel Geld und Mühe gesetzt wurden, werden nicht entsprechend genutzt / vorrangetrieben und somit mit Füßen getreten, wie oben schon von einem beschrieben wurde. Warum eigentlich hatt sich der Verband schon damals gegen die EN gewährt...? Und wieder ist es der Deutsche Verband, der auf eigene Faust versucht etwas zu erfinden. Ich finde sogar, dass der Verband sich strafbar macht, geht er weiter ohne die Abstimmung der Mitglieder diesen Weg. Wohl werden in Kürze, meiner Meinung nach, die Beiträge nicht nur der Versicherung steigen und weiter immer weniger Leistung "für die Mitglieder" dahinter stehen, aber Hauptsache, der neue Seniorenpalast des DHV (Kosten rund 1. Million) wird von Mitgliedern bezahlt, sprich abgestottert... ; ) Abstimmungen zu Beschlüssen innerhalb des Verbandes, die so weitreichende Folgen haben, werden durch die alten Vorstände der Vereine getragen. Die Mitglieder, wissen schon lange nicht mehr, was da passiert. Die Saftyclass ist einfach nur Geldverschwendung und besitzt keine Aussagekraft.
Lediglich gewisse Firmen werden vertreten und somit kann dies nicht im Sinne der / aller Mitglieder, geschweige denn im Sinne der Piloten in Europa sein. Die Unfallzahlen sprechen eine deutliche Sprache und die Saftyclass wird meiner Meinung diese Zahlen nicht verkleinern sondern weiter nach oben schrauben!!! Abstimmungen in vielen Bereichen durch "alle" Mitglieder sind, meiner Meinung nach, die einzige Lösung oder der Austritt. Unglaublich, aber bis dato bestimmen nur alte Seilschaften...Ein paar wenige Mitgliederstimmen die von kleinen Teilen der Vereins-Vorstände mit auf eine Wahl der Regionalversammlung genommen werden spiegelt schon seit vielen Jahren nicht die Interessen der Piloten wieder.

Anonym hat gesagt…

Um diese Messtechnik bei der Musterprüfung einzusetzen, wäre eine Änderung des Verfahrens notwendig. Dazu müsste ein Antrag z.B. einer Musterprüfstelle gestellt werden. Danach werden alle, also die anderen 2 Musterprüfstellen, die PMA und LBA und noch einige andere Stellen darüber informiert. Nun setzen sich alle zusammen, beraten über den Änderungsantrag und stimmen dann ab. Wird der Antrag abgelehnt, was bei dem Einsatz dieser Messtechnik sehr wahrscheinlich wäre, bleibt alles so wie es war. Und in der Zwischenzeit sind wieder ein paar Jahre verstrichen, denn so lange würde die Behandlung eines Änderungsantrages dauern.
Wie du siehst, ist es nicht böswillig, dass der DHV sein eigenes Ding macht, sondern es gibt fast keine andere Möglichkeit.
Die Messtechnik die dabei eingesetzt wird, ist nicht vom DHV entwickelt worden, sonden sind normale Datenlogger die jeder kaufen kann.
Im Übrigen macht diese Safety Tests nicht die Prüfstelle des DHV, sondern es sich dafür zwei Piloten dafür engagiert worden.

Anonym hat gesagt…

(A.G.) Naja, wenn der Antrag vor 4 Jahren gestellt worden wäre - was ohne weiteres möglich gewesen wäre - dann wären wir zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht so weit, dass die Messtechnik bei der Musterprüfung etabliert wäre. Darum sage ich: DHV Prüfstelle engagiert euch doch mal für das Wohl der Piloten und stellt einen entsprechenden Antrag und zwar jetzt.

Schau doch da: http://www.dhv.de/web/piloteninfos/sicherheit-und-technik/dhv-safety-class/
Da steht, dass der DHV die Tests gemacht hat. Mir es es ziemlich egal, ob er die selber durchführt oder zwei Piloten beauftragt. Am Schluss steht DHV darauf und da ist dann wohl auch der DHV verantwortlich.

Beste Grüsse