Das Gurtschließen-Debakel (2)

Als erster Gurtzeughersteller hat Independence auf die Sicherheitsmitteilung von Finsterwalder reagiert, schürt allerdings Befürchtungen. 

So sehen die betroffenen Schließen aus. // Quelle: Independence
Independence hat eine eigene Sicherheitsmitteilung (pdf) herausgegeben. Sie betrifft einige ältere Gurtzeugmodelle dieser Marke, die mit den betroffenen Gurtschließen von Finsterwalder ausgerüstet sind. Sie dürfen unter Umständen vorerst nicht mehr verwendet werden.

Besonders ärgerlich für die Gurtzeugbesitzer dürfte allerdings sein, was Independence auf der zweiten Seite seiner Sicherheitsmitteilung ausführt. Denn darin wird deutlich, dass der Schaden am Ende bei den Gurtzeugbesitzern hängen bleiben könnte.

Laut Independence gibt es bisher von Seiten Finsterwalders keinen Lösungsvorschlag. Und weiter: "Bauartbedingt müssen wir bei allen betroffenen Gurtzeugen davon ausgehen, dass ein Austausch der Schließen nicht wirtschaftlich sinnvoll sein wird. Wir als Hersteller der Gurtzeuge versuchen, eine mögliche Nachrüstlösung zu entwickeln, die einen Austausch eventuell überflüssig machen würde, um einen weiteren Betrieb besonders von älteren Gurtzeugen zu ermöglichen."

Eine denkbare Nachrüstlösung könnte zum Beispiel ein zusätzliches Sicherungsband sein, das beim Versagen einer Schließe dennoch das Herausfallen verhindert. Ob das für die Nutzer akzeptabel und praktikabel sein wird, sei dahin gestellt. Das Gurtschließen-Debakel könnte dazu führen, dass einige Gleitschirmpiloten deutlich früher über die Anschaffung eines neues Gurtzeuges nachdenken müssen, als ihnen lieb ist. Und das würde dann vermutlich nicht nur für Modelle von Independence gelten.


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