Gradient trennt sich von Turnpoint

Jahrelang ist Turnpoint offizieller Importeur von Gradient-Schirmen in Deutschland und Österreich gewesen. Künftig wollen die Tschechen auf direktere Vertriebsstrukturen setzen. 

Gradient und Turnpoint gehen getrennte Wege. 
Auch langjährige Partnerschaften können einmal zu Ende gehen: Die tschechische Gleitschirmmarke Gradient hat sich vom deutschen Importeur Turnpoint getrennt.

Von Seiten von Turnpoint war zu erfahren, dass Gradient künftig in Deutschland auf Zwischenhändler verzichten und stattdessen mit ausgewählten Flugschulen und Shops als Partnern direkt zusammenarbeiten wolle. Ein ähnliches Vertriebsmodell wird auch schon von Gin hierzulande praktiziert. Von Gradient liegt Lu-Glidz noch keine Stellungnahme hierzu vor.

Ein Auslöser für diese Entwicklung dürfte sein, dass die Margen im Gleitschirmverkauf seit Jahren rückläufig sind. Die Kostensteigerungen durch komplexere Konstruktionen und teurere Leichtmaterialien können von den Firmen durch die starke Konkurrenz untereinander nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden. Ein Importeur als zusätzlicher Zwischenhändler erleichtert zwar mit seinem lokalen Knowhow und Kontakten das Marketing. Doch die Gewinnspanne wird entsprechend schmaler.

Für Turnpoint bedeutet dieser Schritt das Ende des markengebundenen Gleitschirmvertriebs. Anfang des Jahres hatte Turnpoint schon die Vertretung der spanischen Marke Niviuk an die New Energy GmbH im österreichischen Hallwang abgegeben (Lu-Glidz berichtete). Weiter gut im Geschäft bleibt die Mannschaft um Geschäftsführerin Ilona Jerger aber als Vertriebspartner des Gurtzeug-Herstellers Woody Valley, mit dem eine enge Zusammenarbeit bis hin zur Mitsprache bei Neuentwicklungen besteht. Daneben vertreibt Turnpoint auch noch Motoren der Marke Miniplane, Variometer von Ascent und bietet seine eigene Rettermarke Incase an.

Gradient wiederum erlebt seine eigene Umbruchphase. Nachdem der langjährige Designer Vaclav Sykora in Rente gegangen war, musste Gradient-Chef Ondrej Dupal ein neues Entwicklungsteam um den jungen Konstrukteur Lukas Poul aufbauen. Aktuelle Modelle wie der Nevada 2 und der Aspen 6 entspringen schon dessen Feder. Jetzt setzt Ondrej Dupal offenbar darauf, auch einige Vertriebsstrukturen der Marke neu zu ordnen.

Noch scheint die Zukunft aber etwas ungewiss zu sein: Auf der Gradient-Homepage ist derzeit auf der Seite mit den Adressen der internationalen Markenvertretungen unter den Fahnen Österreichs und Deutschlands nur weiße Leere zu sehen.

Auf der Homepage von Turnpoint ist von der neuen Lage auch noch nichts zu lesen - bis auf den kleinen Hinweis auf der Unterseite zu Gradient, dass die aktuellen Vorführer zum Verkauf stünden.

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1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn ich an die Hochzeiten von Gradient so vor ca. 10 Jahren denke, hab ich das Gefühl, dass bei der Marke dringend ein neuer Wind wehen muß. Da ist meiner Meinung nach schon länger die Luft draußen.