Talwind - woher bläst er?

Zwei Segel- und Gleitschirmflieger haben eine detaillierte Talwindkarte der Ostalpen erstellt. Auf der Karte sind auch typische Lee-Bereiche und Hauptthermiken markiert. 

Ein Ausschnitt aus der Talwindkarte der Ostalpen von Viento.
Simon Lemmerer und Werner Luidolt sind Grafikdesigner, aber auch begeisterte Segelflieger bzw. Gleitschirmpiloten. Gemeinsam haben sie etwas geschaffen, was sich vermutlich viele Alpenflieger schon länger gewünscht haben: Eine Karte, in der eingezeichnet ist, wie an den verschiedensten Orten die Talwinde typischerweise wehen. Ihrem Projekt haben sie einen klingenden Namen gegeben: Viento (was auf Spanisch einfach "Wind" bedeutet).

Die "Talwindkarte Ostalpen" zeigt den gesamten Ostalpenraum, vom Bodensee bis zur Wiener Neustadt im Norden und von Bellinzona bis nach Slowenien im Süden. Auf allen größeren und auch den meisten kleineren Tälern ist die Talwindrichtung mit Pfeilen markiert, wobei die Dicke der Pfeile einen Hinweis auf die zu erwartende Stärke gibt. Die Informationen dazu basieren auf eigenen Erfahrungen und vielen Hinweisen von anderen Piloten, welche die Karte auf Basis ihres jeweiligen
lokalen Wissens ergänzt und korrigiert haben.

Hinweis: Die Karte zeigt einen idealisierten Zustand. Je nach Tageszeit, Wetterlage und der Stärke überregionaler Winde können in der Realität natürlich Abweichungen auftreten!

Für Streckenflugpiloten ist die Karte in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen bietet sie eine sehr gute Relief-Darstellung der Gebirgszüge, was allein schon für den Überblick und die räumliche Vorstellung bei der Flugplanung hilfreich ist. Breitet man die Karte im vollen Format (1260x500 mm) aus, liefert sie einen ganz anderen Überblick, als wenn man nur mit kleinen Ausschnitten am Bildschirm arbeitet. Darüberhinaus bietet die Karte neben den Talwinden noch weitere interessante Infos: So sind bekannte Thermik-Hotspots darin eingezeichnet. Zudem sind klassische Lee-Fallen markiert, wo der Talwind im Tagesverlauf in der Regel die Gebirgsflanken überspült. Gerade für weniger erfahrene Piloten kann ein Viento-Kartenstudium also einige Aha-Momente liefern. So kann man lernen, die Landschaft zu lesen.

Neben der Talwindkarte bietet Viento auch eine "Thermikkarte Ostalpen" an. Diese ist allerdings stärker auf Segelflieger ausgerichtet. Sie zeigt nur die kräftigsten Gipfelthermiken entlang typischer Fluglinien, zudem gute, mäßige und Not-Außenlandemöglichkeiten für Segelflugpiloten. Dennoch ist auch diese Karte für die Flugplanung von Gleitschirmfliegern nicht zu verachten. Denn darauf sind auch die markanten Gipfel, die man bei Streckenflügen häufig anfliegen wird, hervorgehoben und mit Höhenangaben versehen.

Weitere Infos zu den Viento-Angeboten gibt es auf der Homepage: www.viento.aero. Anfragen zu Preis und Bestellungen per Email an hello[at]viento.aero.


Tipp: Vor drei Jahren hatte der SHV einmal eine Talwindkarte der Schweizer Alpen veröffentlicht. Sie ist als druckbare pdf-Version noch hier downloadbar.
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