Schweizer Direttissima

Thomas Ulrich wandert, klettert und fliegt auf direktester Route einmal quer durch die Schweiz. Auch unterm Gleitschirm muss er in einem festgelegten Korridor bleiben. 

Thomas Ulrich fliegt bei der Direttissima über Le Paquier.
// Quelle: Facebook, Thomas Ulrich
1983 hatte eine Gruppe von Schweizer Bergsteigern erstmals die ungewöhnliche Idee: Wie wäre es, wenn man einfach entlang eines gerades Striches einmal die gesamte Schweiz von West nach Ost querte? Welche Landschaften bekommt man dann zu Gesicht, wie nimmt man sein Land auf so extremer Route wahr? Maximal 500 Meter Abweichung nach rechts oder links waren erlaubt, die Direttissima also ein Korridor von einem Kilometer Breite, aber 330 Kilometer Länge und 45.000 Meter Höhenunterschied. Wandern und Klettern die einzigen Weisen voranzukommen.

In diesem Sommer hat sich der Schweizer Abenteurer Thomas Ulrich aufgemacht, die Schweizer Direttissima zu wiederholen. Anders als vor 34 Jahren setzt er allerdings noch auf eine dritte Fortbewegungsart: Wenn möglich fliegt er auch mit dem Gleitschirm. Seine Expedition dürfte die krasseste Hike, Climb and Fly Tour des Jahres sein.

Die Route der Direttissima quer durch die Schweiz.
// Quelle: Thomas Ulrich
Gestartet ist Thomas Ulrich zeitgleich mit den Redbull X-Alps. Doch während dieses Rennen schon lange in Monaco angekommen ist, zieht Thomas noch weiter seinen Strich durch die Schweizer Landschaft. Immerhin ist er jetzt auf dem letzten Fünftel des Weges unterwegs. In gut einer Woche sollte er das Projekt abschließen können.

Wandern, Klettern, Abseilen, Wandern - so kam Thomas Ulrich bisher am meisten voran. Der Gleitschirm ist, anders als erhofft, gar nicht so häufig im Einsatz. Das liegt zum einen an schwierigen Flugbedingungen. Starkwind vereitelt des öfteren das Starten. Und die Flüge verlaufen anders als man typischerweise vermuten würde. "Ich gleite immer nur auf gerader Linie in die Täler ab", erklärt Ulrich. Das dürfe man aber nicht unterschätzen. Um im Korridor der Direttissima zu bleiben, muss er auch in engen Seitentälern am Hang einlanden, dabei Transportkabeln berücksichtigen etc.

Wer mehr zu Thomas Ulrichs Projekt erfahren will, kann dies auf dessen Homepage oder Facebook-Seite tun.
Share on Google Plus