Bestair +++ CIVL Explorer +++ Skywalk Fly Jacket +++ Sicherheitsmitteilung WV Quadro +++ Phi Cabrio light +++ Videotipp

Bestair: Thermikprognosen mit KI-Einordnung
// Quelle: bestair.ai, Screenshot

+++ Bestair.ai heißt eine neue Meteo-Website und App (iOS und Android)  speziell für Gleitschirmflieger. Sie bietet Thermikprognosen für Europa, wobei der spezielle Fokus auf dem Alpenraum und der Schweiz liegt. Bestair ist bisher einzigartig in der Form, dass es eine künstliche Intelligenz nutzt, um Prognosedaten von Meteomodellen bzw. die darauf basierenden Thermikprognosen bei Bedarf so anzupassen, dass sie besser mit den real erwartbaren Flugbedingungen übereinstimmen sollen. Dafür lernt die KI aus dem Abgleich früherer Prognosen mit den an den jeweiligen Tagen tatsächlich geloggten Gleitschirmflügen typische regionale Muster, um zum Beispiel echte Hammertage und die zugehörigen Flugbedingungen treffgenauer zu erfassen. Bestair untergliedert die regionalen Prognosen in vier Grundkategorien (Abgleiter / lokales Fliegen / Streckenfliegen / Hammer) und zudem drei Subkategorien (sanft / sportlich / knackig). Das soll den Nutzern einen besonders schnellen und einfachen Überblick darüber liefern, was sie in der Luft erwartet. Bisher reicht die Datengrundlage der KI nur bis Anfang 2026 zurück. Ihr Einfluss ist damit noch eingeschränkt. Mit der Zeit und jedem neuen Flugtag samt den ausgewerteten Flügen soll die Bestair-KI aber immer weiter lernen und treffgenauer werden, so die Idee von Peter Waldner, dem Kopf hinter dem Projekt. Bestair basiert – je nach Region und Prognosetag – auf den Modellen ICON-CH1, ICON-CH2 und ICON-EU. Die Nutzung der App ist kostenlos. +++

Equalizer an B-Leinen
// Ero Zsolt

+++ Vom 20. bis 26. April findet in Bordano, Gemona, die CIVL Explorer Open statt. Dieser Wettbewerb ist der erste einer Serie von Explorer-Wettbewerben. Bei diesen will die FAI-Gleitschirmsektion CIVL neue Regeln und Abläufe auf ihre Tauglichkeit testen, bevor sie u.U. in das künftige Reglement für Cat1-Wettbewerbe oder den PWC übernommen werden. In Bordano kommen erstmals bei allen Zweileinern die von manchen als "Leinen-Nudeln" verspotteten Leistungsangleicher (Equalizer) zum Einsatz. Es handelt sich um unterschiedlich lange, fingerdicke Schaumstoffröhren, die über die zentralen B-Leinen der Wettbewerbsschirme geschoben werden. Dadurch erhöht sich der Luftwiderstand. Das soll helfen, Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Schirmgrößen zu nivellieren. Ziel ist es, Wettbewerbe fairer und zugleich sicherer zu machen, weil leichte Piloten sich weniger gezwungen sehen könnten, viel Ballast mitzunehmen, um größere Schirme zu fliegen. +++ 

Sky Jacket // Skywalk

+++ Skywalk hat in Kooperation mit Salewa eine neue, fürs Gleitschirmfliegen optimierte Jacke herausgebracht. Die Fly Jacket ist zum einen so geschnitten, dass sie bei der typischen Körperhaltung beim Fliegen an den Armen gut sitzt und die Bewegungen nicht einschränkt. Zum anderen ist die Isolierung ebenfalls aufs Fliegen optimiert – mit zum Beispiel mehr Daunen an den wind-ausgesetzten Armen und nur einem Wollflies am Rücken, der ja auch durch das Gurtzeug schon isoliert wird. Die Außentaschen sind so platziert, dass sie auch bei geschlossenem Brustgurt von oben gut erreichbar sind. +++

+++ Woody Valley hat für seine Rettungsschirme der Serie Quadro eine Sicherheitsmitteilung (pdf) herausgegeben. Bei Rettertrainings war aufgefallen, dass der Innencontainer unter Umständen nicht korrekt öffnet, sondern sich verhakt, wenn die erforderliche Leinenschlaufe in einer bestimmten Richtung durch das Verschlussgummi geführt wird. In einer aktualisierten Betriebsanleitung (pdf) ist die korrekte Ausführung beschrieben. Wer eine WV Quadro der Größen 100, 120, 140 oder 220 besitzt, muss diese vor dem nächsten Flug überprüfen und bei Bedarf umpacken. +++ 

+++ Phi hat eine Leichtversion seines Sitzgurtzeugs Cabrio entwickelt. Das Cabrio light bietet die gleiche Geometrie und Funktion, hat aber dank leichterer Stoffe um rund ein Kilogramm abgespeckt. Damit kommt es in fast allen Größen auf unter 2 kg. Das Besondere am Cabrio ist sein variables Konzept: Es kann mit und ohne Sitzbrett geflogen werden und bietet die Möglichkeit, zusätzliche Rücken- und Hüftprotektoren zu integrieren. Der Airbag-Protektor hat bei den EN-Tests Werte von unter 20 G erreicht. +++ 

+++ Videotipp: Grant Smith ist ein Fluglehrer aus Südafrika, der in seinem interessanten Youtube-Kanal @Grantonthefly immer wieder Videos postet, in denen er Erkenntnisse aus der Hirnforschung auf das Gleitschirmfliegen überträgt. In seinem neuesten Film "Crash Videos Are Making You A Worse Pilot" erklärt er, warum es abträglich ist, sich als Pilot ständig Unfallvideos anzuschauen, um daraus angeblich etwas lernen zu können. Seiner Darstellung nach führt das nur dazu, dass das Gehirn unterschwellig die Angst speichert, dass einem selbst so etwas passieren könnte, weil es nicht zwischen gesehener und erlebter Realität unterscheidet. Grant zeigt auch Beispiele, mit welchen Videos man sein Hirn besser auf das Meistern von Grenzsituationen vorbereiten kann. +++