DGC-Schlepp im TV

Am Mittwoch ist der DGC Siebengebirge groß raus gekommen: Im Fernsehen.

Nunja, ganz so groß war es nicht, knapp 4 Minuten im Bonner Lokalprogramm des WDR (Lokalzeit), dennoch spannend für alle Beteiligten. Denn die Sendung war live! Und Flieger wissen, wie viele Fallstricke auf einen warten, wenn man mit einem Gleitschirm an der Winde pünktlich um 19.36 Uhr just-in-time Starten soll. Doch letztendlich hat alles geklappt.

Glück war auch dabei. Allein schon das Wetter: Der Mittwoch war der einzige Tag der Woche, an dem dieser Dreh unter nahezu perfekten Bedingungen (Westwind) möglich war. Doch das Glück ging auch noch weiter. Schon der erste Windenstart des Tages - lange vor der Sendung - endete vor den Augen des verdutzten TV-Teams (immerhin 12 Leute!) glimpflich im Baum. Eine starke Böe hatte den Flieger direkt nach dem Start erfasst, die Sollbruchstelle reißen lassen und ihn dann schwungwoll in die Allee katapultiert. Die Stunt-Einlage hätte auch böse ausgehen können und zeigte nur einmal mehr: Böige Wetterlagen sind gerade auch beim Windenschlepp unberechenbar.

Wie prognostiziert - und dem TV-Team versprochen - ließ der Wind zum späteren Nachmittag aber nach, und so waren für die anwesenden Piloten auch vor dem Dreh noch einige schöne Flüge drin. Der anstehende Höhenwind sorgte für respektable Ausklinkhöhen (der Gleitschirm in Fotomitte hängt noch am Seil!) und erlaubte sogar ein verlängertes Soaren an der bewaldeten Südwestflanke des DGC-Schleppgeländes in Hohenunkel. Die Luft war thermisch genug, um selbst nach 18 Uhr in einigen Kreisen stark versetzt weiter Höhe zu machen. Dann aber nahte der TV-Auftritt.

Der Regisseur zählte die Minuten herunter, Nicole stand als Fliegerin schon fertig am Start, nur das Schleppseil fehlte. Im Eifer des Gefechtes hatte der Windenfahrer versehentlich beide Seile gekappt und flickte nun, was das Zeug hielt. Eins dreißig, sagte der Regisseur, da sah man endlich das Moped mit dem Schleppseil quer über die Wiese sausen. Noch 30 Sekunden. Rudi fummelte als Helfer das Seil an die Gurtband-Klinke, während parallel schon die übliche Startabfolge per Funk über die Wiese rauschte: Pilot startklar - eingehängt (da war es auch wirklich soweit) - Seil anziehen- Seil straff. In diesem Moment kam der Moderator mit seinen Einleitungssätzen bei dem verabredeten Stichwort an, bei dem wir mit dem Kommando "fertig" live den perfekten Start demonstrieren sollten. Der Wind hatte kurz zuvor noch ein bisschen aufgefrischt. Nicole stieg aus dem Stand gerade weg, was der Reporter lapidar kommentierte: "Das geht wie im Fahrtstuhl nach oben, da muss man nicht einmal mehr laufen."

Eine Viertelstunde später nochmals Spannung. Der zweite Teil der Live-Schaltung stand an. Diesmal wollte der Reporter als Tandem-Passagier in den Bonner Himmel entfliegen. Etwas aufgeregt hampelte er vor seinem Piloten, Markus, herum. Doch der ließ sich nicht beirren, spulte routiniert alle Startvorbereitungen ab und legte zum krönenden Abschluss für die Kameras noch einen Bilderbuchstart in den wolkenverzierten Abendhimmel hin. Eine perfekte Werbung für das Gleitschirmfliegen über der Heimat.

Wer nun Lust hat, bewegte Bilder vom Schleppen in Hohenunkel zu sehen, dem kann ich zwar nicht den WDR-Mitschnitt anbieten, aber ich empfehle das Video, das DGC-Kameramann Gunter Kiphard beim Schleppen am vergangenen Samstag gedreht hat. Einige seiner Bilder waren auch in dem WDR-Beitrag übers Gleitschirmfliegen zu sehen.
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