20 April 2015

Super-Testival vom 4.-7. Juni 2015

Zum Vormerken: In diesem Jahr findet das Super Paragliding Testival in Kössen in seiner siebten Auflage statt. Als Termin ist das lange Wochenende vom 4. bis 7. Juni angesetzt. Bei schlechtem Wetter ist als Ausweichtermin der 19. bis 21. Juni geplant. In Kössen sind sehr viele Gleitschirmhersteller präsent und bieten ihre Schirme zum Probefliegen an.

Großes Grente-Gruppenfliegen

Der Startplatz Grente hat am Sonntag seinem Ruf als Top-Spot der Großstreckenflieger in den Alpen wieder alle Ehre gemacht. Allein siebzehn 200er stehen in den Ranglisten der XC-Server, wobei Bernhard Peßl mit einem 264 km-FAI-Dreieck den Tagessieg erflog. Aus den Wetterprognosen war der Tag zwar als nutzbar, aber nicht unbedingt als so überaus vielversprechend zu erkennen gewesen. Hier zeigt sich vermutlich auch, welche Vorteile es bringt, wenn rund 30 Piloten der Streckenflugelite vom selben Spot aus auf Strecke gehen, die guten Linien markieren und sich an den Schlüsselstellen pushen.

PWC übertrifft sich selbst

Racen in faszinierender Landschaft um Baixo Guandu. // Quelle: DHV
Der Paragliding World Cup hat bei seinem Wettbewerb vergangene Woche im brasilianischen Baixo Guandu mehr erreicht, als seine Regeln eigentlich vorsehen. Normalerweise soll es laut Reglement nach sechs geflogenen Tasks einen Ruhetag geben. Doch die Bedingungen vor Ort waren so gut, dass die Piloten dafür votierten, gerne auch noch einen siebten Task am Stück zu fliegen. Am Ende lag der Italiener Marco Littame (Enzo 2) overall vorn, Claudia Bulgakow (Enzo 2) gewann die Frauen-, das Team Gin gewann die Teamwertung. Alle Ergebnislisten gibt es hier.

Von den Piloten war viel Positives über diesen PWC zu lesen. "Wir könnten hier ohne Ende weiterfliegen", schrieb beispielsweise der Schweizer Peter Kleimann im Blog der Swissleague. Beste Wetterbedingungen, gutes Tasksetting in einer beeindruckenden Landschaft, viele Piloten im Ziel mit jeweils echten Race-Situationen am Ende der Tasks. Hier zeigte sich, dass der Boomerang 10 offenbar in puncto Geschwindigkeit derzeit die Nase vorn hat. Sechs der sieben Tasks wurden von Gin-Piloten gewonnen. Auffallend hierbei Europameister Torsten Siegel, der - auch wegen guter Führungsarbeit - gleich bei drei Tasks ganz oben auf dem Treppchen stand. Dass er am Ende nur Neunter wurde, hing damit zusammen, dass er bei den ersten Tasks etwas zu forsch geflogen war und vor der Ziellinie am Boden stand.

Wer mehr Eindrücke vom Fliegen in der faszinierenden Felsnasenlandschaft von Baixo Guandu gewinnen möchte, dem seien die Videos von Philippe Broers im PWC-TV empfohlen.

19 April 2015

Der Super-Samstag

Wolkenstraßen auf dem Weg von der Rhön nach Frankreich. // Quelle: XContest, Greg Blondeau
Es gibt Tage, an denen die großen Strecken ausgerufen und sogar von einigen auch geflogen werden. In den Alpen kommt das häufiger vor. Hammertagalarm. Dann tingelt und trifft sich die klassische Streckenfliegergemeinde an zentralen Startplätzen wie beispielsweise der Grente. Im deutschen Flachland ist das seltener. Doch umso faszinierender, wenn es auch dort einmal ähnlich funktioniert. Der vergangene Samstag, 18. April, war so ein Tag.

Gleich sieben 200er standen am Ende in der Tageswertung des XC-DHV. Vier am Kreuzberg in der Rhön gestartet, drei am Hesselberg. Ein achter Flug, im Xcontest geladen, war allerdings der Weiteste: Der Franzose Greg Blondeau war eigens zum Kreuzberg angereist, um von dort aus einmal nach Frankreich zurück zu fliegen. Das ist ihm nicht nur eindrücklich gelungen, am Ende standen sogar 275km auf dem Tacho. Chapeau!

Ähnlich eindrücklich auch die Flüge von Oliver Ditschke (264 km) und Armin Harich (244 km), die ebenfalls die Grenze nach Frankreich passierten. Armin gelang dieses Kunststück sogar, obwohl er bei seinem ersten Versuch noch nach 13 km abgesoffen war, mit dem Taxi zurück zum Startplatz fuhr und dann erst spät um 12 Uhr zur Langstrecke starten konnte. (Unter den Kommentaren im XC-DHV ist ein ausführlicher Flugbericht von Armin zu lesen).

Die Kunst für diesen Tag bestand auch darin, die guten Bedingungen frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend auf Startplatzwahl und Route vorzubereiten. Für diesen Samstag hatten die meisten Wetterberichte schon Tage im voraus gute Flugbedingungen gemeldet.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für gute thermische Verhältnisse im Flachland ist die Zufuhr von kalter, trockener Höhenluft in einem frischen Hoch. Je kälter und je trockener die Höhenluft daher kommt, desto früher, besser und länger werden die Thermiken starten und anhalten. Vor allem zum Abend hin wirkt sich das nochmals positiv aus. Wenn aus den Wäldern auch bei tiefstehender Sonne große feuchtere Thermikblasen aufsteigen, werden diese in der kalten, trockenen und deshalb dichteren Höhenluft noch lange hochreichende Steigzonen bieten. Die Landezeit von Oliver Ditschke um 19:40 Uhr zeigt das sehr eindrücklich.

Aequivalenz-Potenzial-Temperatur: Bläuliche Bereiche
deuten auf thermikträchtige Luftmassen hin.
Um solche Tage im voraus zu erkennen, lohnt ein Blick auf die 850 hPa Modellkarten der Aequivalenz-Potential-Temperatur, wie sie u.a. bei der Wetterzentrale zu finden sind. Diese Karten zeigen die Temperatur der Luftmassen in rund 1500m Höhe, allerdings mit zwei Besonderheiten: Zum einen wird die Luft als erstes "trockengerechnet", d.h. die enthaltene Feuchtigkeit wird rechnerisch komplett "auskondensiert" und die dabei frei werdende Kondensationswärme der Temperatur zugeschlagen. Als zweites wird diese Temperatur der ausgetrockneten Luft dann noch auf Meereshöhe umgerechnet, d.h. durch die adiabatische Erwärmung beim Absenken von 1500 auf 0 Meter kommen nochmals 15°C hinzu. Je kälter und je trockener die Höhenluft ist, desto niedriger wird am Ende die Aequivalenz-Potential-Temperatur sein. Regionen mit niedriger Aequivalenz-Potential-Temperatur sind grundsätzlich sehr thermikträchtig, zumindest wenn es am Tag genügend Sonneneinstrahlung gibt, die den Erdboden erwärmen kann. Das war am Super-Samstag gegeben.

Wolkenstraßen im Thermikprognosemodell. // Quelle: Meteo-Parapente.com
Für weite Strecken im Flachland braucht man allerdings nicht nur gute Thermik, sondern am besten auch relativ kräftigen, aber unten rum immer noch startbaren Wind. Der Windversatz bringt einem Piloten selbst beim Kurbeln noch weiteren Streckengewinn. Zudem können sich lange Wolkenstraßen bilden, die dem Piloten helfen, die Zonen mit dem besseren Steigen zu identifizieren.

Dass es Wolkenstraßen geben könnte, ist übrigens auch vorab in passenden Wetterkarten zu erkennen gewesen. Hier mal als Beispiel die Darstellung der niedrigen Bewölkung, wie sie für Samstag auf der Seite www.meteo-parapente.com prognostiziert war. Sehr schön ist dabei zudem die Drehung des Windes zu sehen. Eher Nordost in der Mitte Deutschlands (Kreuzberg) und dann gen Südwesten auf Ost drehend. So gebogen wie die Wolkenstraßen waren am Ende auch die Flugrouten des Tages.

Hinweis: Die Prognosen sind niemals so genau, dass man aus den Karten die exakte Lage von Wolkenstraßen ablesen könnte. Die Darstellung der Wolkenstraßen sollte man nur als grundsätzlichen Hinweis auf besonders streckenträchtige Bedingungen im Flachland sehen.

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17 April 2015

Video: Acroimage auf Hochglanz poliert

"Mir händ alle einen kleinen Vogel". Das ist nur einer von vielen Kommentaren, mit dem die Piloten des Acroclubs Zentralschweiz in einem sehr sympathischen Imagevideo auf Vimeo ihre gemeinsame Begeisterung an extremen Flugzuständen feiern. Da bekommt selbst Ottonormalpilot noch Lust, sich auf mistyverflippte und vervrillte Flugpfade zu begeben. Zumal hier gut zum Ausdruck kommt, dass Acrofliegen - mehr als stundenlanges XC-Streckenreiten - keine einsame Angelegenheit ist, sondern ein großes Gemeinschaftserlebnis sein kann. Dazu sind auch noch Story, Kameraführung und Schnitt sehenswert. Mehr solcher Videos, und die Gleitschirmbranche braucht keine Nachwuchsprobleme zu fürchten.

Free.Aero jetzt auch als iOS App

Das kürzlich auch in deutscher Fassung gestartete Online-Gleitschirmmagazin Free.Aero gibt es jetzt auch als App für Iphones und Ipads. Bisher konnte Free.Aero auf Apple-Geräten nur online im Browser gelesen werden. Die App-Version hat den Vorteil, dass einzelne Ausgaben des kostenfreien, komplett werbefinanzierten Magazins nach einmaligem Laden später auch ohne Internetverbindung in der Bibliothek ausgewählt und gelesen werden können.

Die Free.Aero-App für iOS-Systeme ist im Apple-Appstore erhältlich. Die gleiche Anwendung gibt es auch für Android-Geräte im Google Playstore.

16 April 2015

Multisensorvario XC-Tracer wird gebaut

So soll der XC-Tracer am Ende aussehen. // Quelle: K. Schafroth
Die Crowdfunding-Kampagne für das neuartige Multisensor-GPS-Vario XC-Tracer hat ihr Finanzierungsziel erreicht. 23.000 Euro wollte der Entwickler Koni Schafroth zusammen bekommen, um die Produktion starten zu können. Aktuell sind über 24.000 Euro an Bestellwert auf der Plattform Indiegogo eingegangen.

Nach Angaben von Koni Schafroth hat die Vorbereitung der Produktion, die komplett in der Schweiz realisiert wird, schon begonnen. Die erste Klein-Serie des XC Tracer könnte wahrscheinlich noch im Mai versendet werden. Die meisten Kampagnen-Teilnehmer sollen ihr Gerät dann voraussichtlich bis Ende Juni erhalten.

Anfangs lief die Indiegogo-Kampagne für den XC-Tracer nur schleppend an. Doch als vor allem im englischen Paraglidingforum erste begeisterte Rückmeldungen von Piloten kamen, die nach Testflügen mit Prototypen des Varios dessen Genauigkeit in höchsten Tönen lobten, schoss die Zahl der Interessenten schnell in die Höhe. Ein Zeichen mehr dafür, wie gut virales Marketing gerade auch im Gleitschirmsektor funktioniert.

Aktuell kann noch bis Ende April über Indiegogo bestellt werden, nun zum Preis von 280 Euro. Später einmal soll der Listenpreis des XC-Tracer bei 330 Euro liegen.

Video: Ausweichregeln beim Thermikfliegen

Nicht nur beim Soaring am Hang, auch in der Thermik gibt es Regeln dafür, wie man anderen Gleitschirm- und Drachenpiloten in einem Bart ausweichen und Platz machen muss. Der DHV hat dazu ein aufklärendes Video produziert. Es zeigt nicht nur diese Regeln, sondern gibt auch wertvolle Hinweise auf die "Etiquette" für defensives Kurbeln. So können alle stressfrei in der gleichen Thermik aufdrehen. Das Video ist auf Youtube zu sehen.


13 April 2015

Porosimeter als Eigenbauversion

Der Niederländer Tim Wolf hat sich sein eigenes Porosimeter gebaut, mit dem er die Luftdurchlässigkeit von Gleitschirmstoffen messen kann. Was er dafür braucht? Zwei Gummidichtungsringe mit Magneten, einen stabilen Schlauch und aufgeschnittene PET-Flaschen. Das Gerät kann zwar von der Genauigkeit her keine geeichten Porosimeter ersetzen. Doch um bei seinem eigenen Gleitschirm die Entwicklung der Porosität über die Zeit nachzuverfolgen, reicht die Technik allemal. Auf Vimeo ist eine professionell gemachte Videoanleitung fürs Nachbauen zu sehen.


DIY Porosity Meter from Tim Wolf on Vimeo.

XC-Tracer fehlen noch 28 Unterstützer

Dem Crowdfunding-Projekt XC-Tracer, dessen Ziel der Bau eines ultragenauen Bluetooth-GPS-Varios mit einer neuen Multisensortechnik ist (lu-glidz berichtete), fehlen zwei Wochen vor dem Ende der Zeichnungsfrist noch 28 Käufer. Nur wenn mindestens 100 Unterstützer der Finanzierungskampagne zusammen kommen, wird das Projekt realisiert.

Derweil berichtet Projektleiter Koni Schafroth von weiteren Entwicklungsfortschritten. Die kleinen Varios werden ihre GPS-Aufzeichnungen auch als igc-Datei mit offiziellem G-Record liefern können. Zudem haben einige Anbieter von Smartphone-Flugsoftware wie FlyMe oder Thermgeek bereits eine Schnittsstelle für XC-Tracer in ihren Programmen integriert.

Testausrüstungsdiebstahl - weitere Details

Ein unbekannter Täter hat Testschirme von Flugschulen gestohlen, indem er sich die Schirme einfach unter falschem Namen oder falscher Adresse nach Neuss hat schicken lassen und anschließend auf Rückfragen nicht mehr reagierte (lu-glidz berichtete). Hierzu haben die betroffenen Flugschulen über den DHV nun eine erweiterte Liste mit den Seriennummern der Schirme veröffentlicht. Bitte bei eventuellen Angeboten im Gebrauchtmarkt checken und Verdächtiges an den DHV melden:
  • Advance Iota 28 - # 4589P61686
  • Advance Lightness 2 MS - # 1128208
  • Ozone Buzz Z 4 L, blau/grün - # O-10B-033
  • SKY-Paragliders Atis4 L, rot - # 1954-11-0642
  • Skywalk Tequila 4 L - # 55877
  • Nova Ion 3 L - # 49668
  • Epsilon 7/28 - # 57068
     

PWC im brasilianischen Baixo Guandu gestartet

Start zum PWC-Trainingstask in Baixo Guandu. // Quelle: Hipoxia.com.br
Diese Woche findet im brasilianischen Baixo Guandu der erste Paragliding World Cup Lauf dieses Jahres statt (Website). Vor einem Jahr sollte der Ort eigentlich schon das PWC Superfinale 2013 erleben, doch starke Regenfälle hatten zu solchen Überschwemmungen in der Region geführt, dass das Superfinale kurz entschlossen nach Governador Valadares verlegt worden war.

Derzeit gibt es solche Probleme nicht. Piloten berichten von sehr guten Flugbedingungen sowohl beim Trainingstask als auch dem ersten Task am Sonntag. Der PWC in Baixo Guandu läuft noch bis einschließlich Samstag.

Ergebnislisten gibt es hier. Philipp Broers liefert wieder Videos im PWC-TV. Berichte des deutschen Teams gibt es beim DHV. Die Schweizer Eindrücke sind auf Swiss-League.ch nachzulesen. Österreich ist nicht vertreten.

10 April 2015

Ein Lichtblick bei den Bremsclips

Wer hat sich nicht schon einmal über seine Bremsclips geärgert? Druckknöpfe, die zwar halten, aber sich dann bei Bedarf nicht mehr mit leichtem Zug lösen lassen. Magnetclips, die die Bremsgriffe nur lose an sich binden und bevorzugt zur Unzeit zwischen die Leinen fallen lassen. Das muss nicht sein. Bruce Goldsmith Design (BGD) zeigt am neuen EN-B-Schirm Base, dass es auch anders geht. Und zwar besser!

An den Tragegurten des Base ist ein besonderer Clip zu finden, der die Vorteile einer mechanischen Halterung mit der einer magnetischen so kombiniert, dass die jeweiligen Nachteile weitgehen ausgemerzt sind.

Der Clip besteht aus einer runden Halterung am Gurt und einem pilzförmigen Nippel als Gegenstück am Bremsgriff. Der Nippel kann nur von unten in die Halterung geschoben und nur nach unten (der normalen Bremszugrichtung) aus der Halterung gezogen werden. In alle anderen Richtungen ist er mechanisch durch eine Nut arretiert. In der Halterung wird der Nippel zudem noch durch einen relativ kräftigen Magneten gehalten. So sitzt der Bremsgriff fest, und ist doch jederzeit leicht zu lösen.

Der Clip hat darüberhinaus noch eine fast magische Eigenschaft. Die abgerundete Form des Nippels und die magnetische Anziehung bewirken, dass der Nippel, wenn er in die Nähe der Halterung kommt, wie von Geisterhand gesteuert automatisch an seinen Platz rutscht und dort dann mechanisch arretiert. Eine Wohltat für alle, die gerne viel Groundhandling machen und häufiger mit baumelnden Bremsgriffen zu kämpfen haben.

Einen kleinen Nachteil hat das System freilich auch: Wenn einem doch mal der Bremsgriff zwischen die Leinen fallen sollte, kann die pilzförmige Nase des Nippels schnell zum zusätzlichen Leinenfänger werden. Aber das passiert dann halt doch viel seltener, als bei klassischen Magnetclips.

Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Hersteller diese innovative Lösung von BGD übernehmen werden.

08 April 2015

Diebstahl per Paketpost

Es ist bei vielen Flugschulen und Gleitschirmshops Gang und Gäbe: Wenn ein Pilot einen Schirm oder ein Gurtzeug testen möchte, aber nicht in direkter Nähe wohnt, bekommt er die Ausrüstung per Post zugeschickt. Durch einen solchen Service erhoffen sich die Shopbetreiber einen breiteren Kundenstamm. Dieses Vorgehen setzt viel beiderseitiges Vertrauen voraus. Kaum ein Anbieter lässt sich einen schriftlichen Verleihvertrag unterschreiben, nicht einmal eine eindeutige persönliche Identifizierung wird verlangt. Die Absprachen laufen über formlose Emails im Kumpelton, wie es unter Fliegern üblich ist. Aber das könnte sich in Zukunft ändern.

Mehrere Flugschulen in Bayern sind in den vergangenen Wochen offenbar einem Betrüger aufgesessen. Dieser ließ sich komplette Ausrüstungen zum Testen an eine Adresse in Neuss schicken. Anschließend meldete er sich aber nicht mehr. Nachforschungen der Flugschulen ergaben, dass der angebliche Name des Empfängers sich offiziell nicht mit dieser Adresse in Verbindung bringen lässt. Anzeigen wurden erstattet, bisher allerdings ergebnislos.

Jetzt sind die Flugschulen damit an die Öffentlichkeit gegangen. Sie baten den DHV um Mithilfe. Dieser veröffentlichte auf seiner Homepage einen entsprechenden Text. Darin werden Piloten um Mithilfe gebeten. Von manchen Flugschulen wurden Belohnungen für sachdienliche Hinweise ausgelobt.

Eine der betroffenen Flugschulen ist Adventuresports in Lenggries. Dort wurden immerhin Seriennummern der gestohlenen Ausrüstungsteile vermerkt. Da Schirm, Gurtzeug und Rettung second-hand verkauft werden könnten, hier die entsprechenden Angaben zur Kontrolle verdächtiger Angebote. Es handelt sich um:

  • Advance Iota 28, #4589P61686, Farbe: pacific (blau/vorne orange)
  • Advance Lightness2 MS, #1128208, Farbe: blau-schwarz
  • Rettung Skyman Ultra Cross