24 Mai 2013

Eifel-Flugwetter 25.05.13

Kurzfassung

Samstag kräftig-böig aus N-NW, Sonntag Regen.

Wetterlage + Flugaussichten Samstag und Sonntag

(Grafik: wetter3)
Noch immer hängt ein abgetropftes Höhentief mitten über Mitteleuropa und sorgt mit seinen kalten, labilen Luftmassen für wenig Freude bei den Fliegern. Neuschnee in den Alpen, ansonsten immer wieder Schauer... Da sind trockene Tage bzw. Regionen schon ein Lichtblick. Doch auch dort fliegt es nicht unbedingt.
Die Eifel ist so ein Fall: Am Samstag soll es dort trocken bleiben (mit leicht gesteigerter Regenwahrscheinlichkeit Richtung Süden). Doch auch wenn ein schönes Wolkenbild am Himmel lockt, macht der Wind einen Strich durch die Rechnung. Kräftig und böig mit über 20-30 kmh bläst er dort da am Nachmittag aus N-NW über die Hochlagen. Mit dem Gleitschirm wird man, die entsprechende Vorsicht vorausgesetzt, wenn überhaupt nur am Vormittag an passenden Hängen noch in die Luft kommen. Die kräftige Thermik sorgt freilich für kräftige Böen. Absolut nichts für Anfänger. Denn Sonntag wiederum kann man getrost mit dem Regenschirm verbringen.

Anderswo fliegen

Spanien?

Weitere Aussichten

Es bleibt weiter unbeständig und vergleichsweise kühl.

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23 Mai 2013

164 km FAI-Dreieck im deutschen Flachland

Langsam wird er auch mir unheimlich: Mehrfach habe ich in diesem Jahr schon besondere Flüge von Armin Harich im Flachland vorgestellt. Jetzt hat er sich selbst übertroffen und von Cottbus aus ein 164 km FAI-Dreieck perfekt geschlossen. Mehr als acht Stunden war er dafür in der Luft. Den Startplatz wählte er gemäß seinem Credo: Fahre stets dorthin, wo die Prognosen am besten sind. Chapeau! Armin ist der perfekte Beweis für die These, dass der größte Leistungsfaktor einfach 7 Meter unter der Kappe zu finden ist. Der komplette Flug ist im XC-DHV dokumentiert.

22 Mai 2013

Licht im Dunkel des EAPR-Streits

Die Nebel um den Streit zwischen dem Luftfahrtbundesamt und der Musterprüfstelle EAPR lichten sich. Lu-Glidz liegt die Begründung des Verwaltungsgerichts Braunschweig vor, weshalb nach Ansicht der Richter es rechtens war, dass das LBA der EAPR im März die Anerkennung als Musterprüfstelle entzog. Daraus wird auch ersichtlich, was den Streit entfachte.

Es geht um fehlerhafte Zulassungen im Motorschirmbereich. Im Frühjahr 2012 hatte die EAPR für die Modelle Scorpio von Swing und Nucleon von Dudek die Zulassung nach LTF 23/05 erteilt. Diese Modelle besitzen ein sogenanntes Reflex-Profil, das ihren Flug im beschleunigten Zustand stabilisiert. Allerdings lassen sich im Reflex-Modus keine reproduzierbaren Klapper ziehen, weshalb die EAPR Testpiloten diese Manöver erst gar nicht flogen. Im Testprotokoll der EAPR heißt es dazu lapidar: "Konstruktiv vom Hersteller ausgeschlossen", dennoch wurde die Nutzung der Schirme  mit Trimmer und Beschleuniger erlaubt.

Das missfiel dem LBA, denn nach dessen Auffassung müssen alle Prüfmanöver der LTF 23/05 absolviert werden oder die Schirme nur mit Einschränkungen zugelassen werden, also z.B. ohne Trimmer. Die EAPR bekam die Auflage, entweder nachzutesten oder die Bescheinigungen zur Musterprüfung für diese Schirme entsprechend einzuschränken. Letzteres tat sie dann auch, aber nur vorrübergehend. Denn die betroffenen Hersteller legten Widerspruch ein. Die EAPR reichte daraufhin den Widerspruch an das LBA weiter (das war im November 2012), hob aber zugleich die Einschränkungen wieder auf (angeblich unter der Annahme, dass der Widerspruch bis zur endgültigen Entscheidung aufschiebende Wirkung haben müsste). Allerdings teilte sie dem LBA nichts von dieser herstellerfreundlichen Vorgehensweise mit.

Als der zuständige Sachbearbeiter im Februar 2013 die Datenbank der EAPR im Internet checkte und dort immer noch bzw. wieder lesen konnte, dass die Zulassung für Scorpio und Nucleon die Nutzung von Trimmer und Fußbeschleuniger mit einschließt, war die behördliche Geduld am Ende. Zumal es auch noch Streit über mangelnde Festigkeitsnachweise bei anderen Schirmmodellen gab. Am 8. März entzog das LBA der EAPR die Anerkennung als Musterprüfstelle mit sofortiger Wirkung.

Dazu heißt es nun in der Begründung des Gerichts: "Das LBA hat die Prüfstellenanerkennung der Antragstellerin auch zu Recht widerrufen, da die Voraussetzungen für die Anerkennung im Widerrufszeitpunkt nicht mehr vorlagen. Die Kammer geht davon aus, dass die vom LBA aufgezeigten Verstöße jedenfalls in der Summe geeignet sind, die Annahme zu begründen, dass die Antragstellerin nicht über ausreichende organisatorische Voraussetzungen verfügt, um eine ordnungsgemäße Musterprüfung durchzuführen."

Und weiter: "Nach Auffassung der Kammer hätte sie [Red: die EAPR] vielmehr die entsprechenden Prüfbescheinigungen ausdrücklich für unwirksam erklären müssen, um zu gewährleisten, dass die Hersteller nicht in Annahme einer vermeintlich aufschiebenden Wirkung ihrer „Widersprüche“ weiterhin Produkte am Markt anbieten, die nicht in allen ihren möglichen Betriebsmodalitäten getestet worden sind."

Der Beschluss des Verwaltungsgerichtes Braunschweig ist freilich noch nicht das Ende dieser Geschichte. Die EAPR hat Beschwerde gegen das Urteil vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eingelegt. Dort wird demnächst neu verhandelt.

Spannend sind viele weitere Fragen, die sich ergeben, sollte die EAPR auch in der nächsten Instanz unterliegen, z.B.: Würde die EAPR den längeren Ausfall als Musterprüfstelle wirtschaftlich überstehen können? Können Hersteller von der EAPR möglicherweise Schadensersatz wegen falsch ausgestellter Musterzulassungen fordern (auch wenn sie selbst davon vorübergehend profitiert haben)? Und selbst wenn die EAPR doch noch Recht bekäme: Wie schwer wiegt letztendlich der Vertrauensverlust bei Herstellern und Piloten?

Unterstützer für Doku über Toma Coconea gesucht

Bei den diesjährigen Red Bull X-Alps wird auch wieder der rumänische "Duracell-Läufer" Toma Coconea starten. Er ist nur einer von zwei Piloten, die bisher bei jedem der Wettbewerbe seit 2003 dabei waren. Der Filmemacher Minhea de Vries arbeitet seit Jahren an einem Dokumentarfilm über Toma und seine Leistungen. Von Anfang an hat er dessen X-Alps-Einsätze filmisch begleitet. Nach dem diesjährigen Rennen will de Vries das Werk unter dem Titel "Toma Coconea: Ten Years of Red Bull X-Alps" endlich abschließen. Damit das gelingen kann, sucht er allerdings noch Geldgeber. Auf der Crowdsourcing-Finanzierungsplattform Indiegogo hat er einen Aufruf gestartet, mit dem Ziel, bis zum 17. Juni 17.000 Euro an Zusagen zusammen zu bekommen. (Beim Schreiben dieses Posts beträgt der Zählerstand 641 Euro.)

Unterstützer müssen ihren Beitrag allerdings nicht ganz als Spende abschreiben. Sie bekommen dafür auch etwas zurück. Für 5 Euro gibt es ein einfaches Dankeschön, wer 15 Euro zahlt, kann später den Film als HD-Version downloaden, bei 35 Euro Beitrag bekommt man am Ende eine DVD, usw.

Einen Trailer zu dem Film gibt es natürlich auch schon auf Vimeo zu sehen:


Toma Coconea: Ten years of Red Bull X-Alps. Trailer from Mihnea de Vries on Vimeo.

20 Mai 2013

Video: Der kleine Junge in uns

Es gibt Gleitschirmfilme, die mit tollsten Flugszenen begeistern, und Gleitschirmfilme, die vor allem vom gelebten Traum des Fliegens erzählen. "Up there" auf Vimeo ist ein sehr gelungenes Beispiel für die zweite Kategorie:


Up There from Golden Wolf Films on Vimeo.

Hintergründe zum Rechtsstreit um die EAPR

Warum hat das Luftfahrtbundesamt der Musterprüfstelle EAPR die Anerkennung entzogen? Über diese Frage schweigen sich die Beteiligten bisher aus - mit Hinweis auf das laufende Verfahren. Doch gelegentlich geben Kenner von Materie und Szene ihre Einsicht in die Dinge zum Besten. Ob die ganze Wahrheit zwischen den süffisanten Zeilen zu finden ist, die Rüdiger Walter im Gleitschirmdrachenforum aufgeschrieben hat, ist schwer zu beurteilen. So oder so ist diese Aufarbeitung lesenswert, zeigt sie doch einmal mehr unverblümt auf, dass es bei der Musterzulassung nicht nur um die Sicherheit der Piloten geht, sondern auch um Macht, Politik und Geschäftsinteressen.

17 Mai 2013

Eifel-Flugwetter 18.05.13

Kurzfassung

Samstag sonnig mit Wind aus SW bis SO, Sonntag nachmittags aufkommende Schauer.

Wetterlage + Flugaussichten Samstag und Sonntag

(Grafik: wetter3)
Ein abgetropftes Höhentief über Südfrankreich bringt dort ordentlich Regen und auch den Rest des Europawetters etwas durcheinander. Denn die Prognosen ändern sich im Detail Tag für Tag, die Winde drehen im Tagesverlauf deutlich, in den Alpen bläst der Föhn etc. Die Eifel liegt mal wieder nur am Rand des schlimmsten Geschehens und kann am Samstag sogar mit ganz passablem Wetter punkten. Relativ schwacher Wind aus SSW, am Nachmittag auf SO drehend und ansprechende Thermik versprechen an passenden Südhängen sogar ein nettes Flugvergnügen. Basishöhen theoretisch am Nachmittag über der Eifel um 2000m. Allerdings muss ich auch vor allzu großer Euphorie warnen. Da in der Nacht zum Samstag teilweise noch ordentlich Niederschlag fällt, kann die Thermikentwicklung bei dem nassen Untergrund auch sehr verzögert einsetzen. Ist de facto schwer einzuschätzen. Am Sonntag dann im Tagesverlauf wieder mehr Wolken, später Regen. Zudem frischt der Wind bei Drehung auf SW deutlich auf (stark und böig).

Anderswo fliegen

Der ganze Mittelgebirgsraum entlang der Südkante der oben in der Wetterkarte abgebildeten Wolken ist am Samstag interessant. Den Rest muss man mit Vorsicht genießen.

Weitere Aussichten

Es bleibt unbeständig.

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