Vogelflug unterm Gleitschirm

Der Amerikaner David Prentice flog Drachen, bevor er auf den Gleitschirm umstieg. Doch unterm Schirm fehlte ihm etwas: Dieses vogelartige Gefühl, bäuchlings mit dem Blick zum Boden über die Landschaft zu schweben. Mittlerweile hat er es zurück. Er baute sich ein spezielles Gurtzeug mit einem Drehgelenk an den Karabinern. Damit kann er sowohl aufrecht sitzend als auch den Kopf voraus liegend durch die Lüfte schweben. Weil er derzeit mitten im Patentanmeldeverfahren steckt, verrät er noch keine technischen Details seiner Lösung. Doch auf youtube ist bereits ein Video zu sehen, das ihn im Flug sowie bei der Landung (samt Umschwenken der Position) zeigt.

Im englischen Paraglidingforum berichtet David auch über seine Erfahrungen mit der ungewöhnlichen Flugposition: Demnach fliegt er in der Thermik und bei ruppeligen Bedingungen lieber aufrecht, weil so die Schirmkontrolle besser ist. Vor langen Gleitpassagen dreht er sich aber in die Liegeposition, weil ihm das deutliche aerodynamische Vorteile bringt.

Interessanter Nebeneffekt des Systems: Um sich überhaupt drehen zu können, sind die Karabiner im Schwerpunkt auf Hüfthöhe montiert. Das ist vergleichbar mit einem Gurtzeug, bei dem die Karabiner nur 10 Zentimeter überm Sitzbrett sitzen. Das ganze ist also extrem kippelig, alle Schirmbewegungen werden direkt auf den Piloten übertragen und umgekehrt. David schwört darauf, durch das ungefilterte Feedback der Kappe letztendlich die Luft viel genauer spüren und "lesen" zu können. So fliegt er halt wie ein Vogel...

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