Flugwetter Wochenende 23.02.08

Kurzfassung

Hochdruckeinfluss mit soarbarem Wind aus SW (Samstag) und eher S (Sonntag). Am Sonntag nachmittag vielleicht zu stark, eher Groundhandling.

Wetterlage


(Grafik: wetterzentrale)
In der vorherrschenden Westwetterlage wölbt sich am Wochenende kurz und auch recht flach ein Hochdruckkeil über Mitteleuropa auf. Es sorgt für zwei niederschlagsfreie Tage, die auch zunehmend sonnig werden dürften. Eine milde Luftmasse sorgt für frühlingshafte Temperaturen über 10°C. Zum Sonntag hin verlagert sich der Kern des Hochs nach Südost. Im Vorfeld des nächsten Troges frischt der Wind dann auf.

Samstag


(Grafik: Windfinder)
Nach dem recht westwindigen Freitag entspannt sich die Lage am Samstag. Der Wind dreht auf SW und der Himmel lockert deutlich auf. V.a. auf der Lee-Seite der Eifel könnte durch föhnartige Effekte der Nachmittag schon strahlend blau werden. Der Wind bläst mit 15-20 kmh. Der Temp für die ersten 1000m MSL sieht auch ganz ansprechend aus, so dass am Nachmittag mit ein paar thermischen Ansätzen zu rechnen ist. Irgendwo bei 800m dürfte aber Ende im Schlauch sein. Zumal der Höhenwind unter der Inversion deutlich kräftiger bläst.

Sonntag


(Grafik: Windfinder)
Am Sonntag zieht das Hoch langsam nach SO. Der Wind dreht auf S-SSW, frischt im Tagesverlauf deutlich auf und kann dann in Böen bis über 30 kmh erreichen. Die Sonne scheint prächtig, doch die Thermik ist schon auf unter 800m "gedeckelt", weshalb da nicht viel zu erwarten ist.

Flugprognosen für den Großraum Eifel


Das gesamte Wochenende ist fliegbar, allerdings mit Einschränkungen:
Am Samstag sollte der Wind an SW-Hängen wie dem Haardskopf (Wiedtal) oder Klüsserath (Mosel) für soarbare Bedingungen sorgen. Die für den Winter ganz ansprechenden Thermikbedingungen könnten z.T. sogar deutliche Startplatzüberhöhungen erlauben. Es würde mich nicht wundern, wenn an der Mosel erste Streckenhüpfer für den XC-Cup geflogen werden - falls die Thermiken vom Höhenwind nicht allzu zerrissen sind und sich jemand traut, sich kreisend so deutlich versetzen zu lassen...
Am Sonntag dürfte es fliegerisch für Gleitschirme recht sportlich oder sogar zu sportlich werden, zumindest am Nachmittag. Drachen sind da im Vorteil. Wer sein Soaringglück finden will, der sollte - auch am Sonntag - etwas früher aufstehen. Vielleicht ist am Vormittag an Südhängen wie Bausenberg, Finkenberg, Bremm, Klüsserath etc. noch ein schöner Flug drin. Am Nachmittag könnte Groundhandling am Übungshang in Rodenbach die sicherere und spaßigere Variante darstellen. Erfahrungsgemäß könnte der Wind in Rodenbach erst am frühen Nachmittag nutzbar anspringen.

Anderswo fliegen


In den Alpen herrschen recht stabile, aufgelockerte Bedingungen. Am Sonntag im Westen föhnig. Die Südalpen gut befliegbar, ohne thermische Highlights.

Weitere Aussichten

Die Westwetterlage bleibt in der Grundtendenz erhalten. Sie sorgt für einen Sonne-Wolken-Mix mit gelegentlichem Niederschlag und z.T. recht lebhaftem Wind. Fliegerisch nicht sehr aussichtsreich. Ab Wochenmitte könnte es deutlich kälter werden.

Hinweis:
Bitte nutzt die Kommentarfunktion des lu-glidz-Blogs, um nach dem Wochenende kurz Eure Erfahrungen zu posten. War das Wetter so wie die Vorhersage? Wo ging etwas, wo nichts?
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4 Kommentare:

Heiko J. hat gesagt…

Hi Lucian,
mir scheint deine Prognose fürs WE zu optimistisch. Die mittlere Windgeschwindigkeit wäre ja ok, aber es werden für Sa+So Böen jenseits der 40km/h vorhergesagt. Also lieber vorsichtig sein.
Hoffe natürlich, dass die Prognosesn für die Böen falsch liegen... :-)
Gruss
Heiko J.

Lucian Haas hat gesagt…

Hallo Heiko,

bevor meine Erläuterung im Kommentarkeller versauert, habe ich gleich einen neuen Post draus gemacht, weil es vielleicht noch mehr Leute interessieren könnte. Also hier nachlesen: Böenprognose übertreibt im Winter

Anonym hat gesagt…

Hallöchen!

1. Kommt es anders und 2. als man denkt. :^) Zumindest lokal.
Ich hatte mich schon etwas geärgert, dass ich so spät in Bremm ankam, weil der Wind laut allen Vorhersagen ja eher frühen Mittag noch am sichersten schien. Und um 12:00 war in Bremm denn auch ...... (Hoch-)Nebel und fast kein Wind. :^) Es war eigentlich schon überall sonnig, nur halt an der Mosel nicht.
Um 14:00 waren die zwei wolkigen Schichten so weit auf, dass der Erste gestartet ist. Der Zweite konnte sich am längsten - vielleicht 15 Minuten - halten. Ich hatte dann deutlich später meinen Bremm-üblichen 3-Minuten-Abgleiter. :^)
Viel Wind war an dieser Stelle über die ganze Zeit nicht. Gerüchteweise soll es aber z.B. in Klüsserath eher zu stark zum Fliegen gewesen sein.

So weit die Realität. :^) Wie sagt noch immer der Lieblingsspruch vieler Fluglehrer: Das Wetter wird vor Ort gemacht. So sehr das in der Ausbildung nervte ... vielleicht haben sie ja doch ein bisschen Recht. ;^)

Schönen Gruß, Kai

Lucian Haas hat gesagt…

Tja,
am Samstag wurde prima geflogen, fast wie laut Prognose: Kleine Strecken an der Mosel, 90 Minuten Soaring in Graach, 60 Minuten am Finkenberg (interessant dieser stärkere Südeinschlag auf der Ostschiene des Rheintals - kommt häufiger vor...)

Am Sonntag dann war - entgegen den Prognosen vom Freitag - deutlich feuchtere Luft eingesickert. Über ganz Norddeutschland lag ein dichter Stratus, und vor allem in den Tälern hielt er sich lange. Entsprechend gering fiel natürlich der vertikale Luftaustausch aus. Am Boden war von dem stärkeren Höhenwind erst einmal nichts zu spüren. In Rodenbach kam erst gegen 14 Uhr die Sonne durch, und ab 15 Uhr war dann auch der Wind stark genug, um schön am Boden spielen zu können.
Lucian