El Niño beflügelt zum neuen Küstenrekord

Fritz Dorninger fliegt in Chile 315 Kilometer den Pazifik entlang.

Küstenfliegen in Chile 2015. // Quelle: XContest-R.Reiter
2011 war Pal Takats an der Pazifikküste in Chile erstmals mehr als 300 Kilometer weit geflogen. Chile-erfahrene Piloten schätzten diesen Rekord als schwer zu toppen ein. Doch es gibt Tage, da passt einfach alles.

Am 21. November schwang sich Fritz Dorninger bei Tocopilla in die Luft und fand bei einem Flug in Richtung Iquique traumhafte Bedingungen vor.

"In all den 15 Jahren, in denen ich hier fliege, gab es nie so einen Tag. Superhöhen, überall tragend, Wechselspiel zwischen 1/4, 1/2 und Vollgas", berichtet er.

Nach etwa vier bis fünf Stunden Flugzeit hatte Fritz einen Schnitt von über 40 km/h auf der Uhr. Weiter im Norden ging es zwar etwas langsamer voran. Doch am Ende von knapp neun Stunden Flugzeit waren es 315 km mit einem Schnitt von 35,6 km/h (s. XContest). De facto war der Flug sogar mehr als zehn Kilometer länger. Allerdings hatte das GPS-Vario kurz nach dem Start vorübergehend den Dienst quittiert und erst nach einem Neustart durchgehend aufgezeichnet.

Vor einem Jahr war auf lu-glidz ein Interview mit Fritz Dorninger über das "Abenteur Atacama" erschienen. Es ging auch um die Frage, ob Pal Takats Küstenrekord zu überbieten sei. "Durchaus, aber nur unter sehr speziellen Umständen", hatte Fritz damals geantwortet.

Offenbar hat ihm das Klimaphänomen El Niño jetzt diese sehr speziellen Umstände serviert. Die Küste ist feuchter als sonst, die Atacama-Wüste sogar streckenweise ergrünt und erblüht - ein Anblick, den auch die meisten Chilenen noch nie zuvor in ihrem Leben genießen durften.
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