Die X-Alps Revolution

Die Redbull X-Alps 2021 brechen mit der Tradition, in Monaco zu enden. Stattdessen wird die Route erstmals zu einem Rundkurs, mit Start in Salzburg und Ziel in Zell am See. 

Die zwölf Turnpoints der Redbull X-Alps 2021. // Quelle: RedbullXAlps.com

Schon im Vorfeld der Präsentation der Redbull X-Alps Route 2021 hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass es in diesem Jahr die eine oder andere Überraschung geben könnte. Mit einem hatten aber vermutlich nur wenige gerechnet: Das geradezu schon ikonisch gewordene Ziel Monaco ist nicht mehr Teil des Programms. 

Zur 10. Edition der Redbull X-Alps habe man das Rennen bewusst verändern und ein neues Kapitel aufschlagen wollen, erklärten X-Alps Mastermind Ulrich Grill und Race-Director Christoph Weber beim "Enthüllungs-Livestream". Das Ergebnis wird diesem Anspruch gerecht. 

Aus dem One-Way-Race entlang des gesamten Alpenbogens von Ost nach West ist nun ein fast geschlossener Rundkurs geworden. Gestartet wird wie immer in Salzburg. Der Umkehrpunkt im Westen ist der Mont Blanc. Das Ziel wiederum ist ein Floß im Zeller See, zu dem die Athleten entweder fliegen oder schwimmen müssen. Denn erst dort stoppt die Zeit. 

Dazwischen liegen zwölf Turnpoints: Gaisberg - Kleinarl - Kitzbühel - Chiemgau - Lermoos - Säntis - Fiesch - Dent d'Oche - Mont Blanc - Piz Palü - Kronplatz und Schmittenhöhe. Insgesamt ergibt das "Luftlinie" eine Strecke von 1238 Kilometern, 100 km mehr als 2019. Ein neuer Rekord.

Spannend ist die Frage, inwieweit die Kurs-Revolution den taktischen Charakter des Rennens verändern wird. Vor allem im westlichen Teil, wo die Athleten gegen den Uhrzeigersinn erst den Dent D'Oche und dann den Mont Blanc umrunden müssen, befindet sich das Feld sowohl in den Passagen in West- als auch Ostrichtung längere Zeit in vergleichbaren Wetterbedingungen.

Überhaupt könnte der Mont Blanc zu einer Schlüsselstelle werden. Ihn fliegerisch auf der Südseite zu passieren ist absolut opportun. Sollte das wettertechnisch nicht möglich sein, müssten die Athleten gewissermaßen einen Ultramarathon im hochalpinen Gelände absolvieren, um von Frankreich nach Italien zu wechseln, so Christoph Weber.

Streckentechnisch ist auch der  Abschnitt vom Chiemgau zur Zugspitz-Arena bei Lermoos eine wettertechnisch spannende Angelegenheit. Ohne passende Flugbedingungen bliebe den Teilnehmern keine andere Wahl, als lange Laufstrecken im Voralpen-Flachland zu absolvieren.

So spannend die neue Route auch ist: Für die Franzosen, die mit fünf Teams die stärkste Nation im Feld darstellen, dürfte die neue Streckenführung etwas enttäuschend sein. Denn sie werden, bei einem üblichen Verlauf, gerade einmal einen Tag des Rennens auf Heimatterritorium unterwegs sein. Die Schweizer um Top-Favorit Chrigel Maurer hingegen können sich über ihren eidgenössischen Routenanteil in diesem Jahr nicht beklagen.

Bleibt zu hoffen, dass die Redbull X-Alps 2021 letztendlich überhaupt werden stattfinden können. Der Prolog ist für den 16. Juni, der Start in Salzburg für den 20. Juni geplant. Corona hängt aber wie ein Damoklesschwert auch über diesem Rennen. Die Gleitschirm-WM, die Anfang Juni in Frankreich stattfinden sollte, wurde corona-bedingt ja schon abgesagt.


1 Kommentare:

Alf hat gesagt…

Ich befürchte das endet wie mit Paris-Dakar. Seit das nicht mehr auf der Originalstrecke ausgetragen wird interessiert das doch kein Mensch mehr. Das landen in irgendeiner Bucht ohne Floss war als Fan schon schwer zu verkraften, aber macht einem die Bedeutung der Veranstaltung für den Rest der Welt klar. Ich hoffe für die Teilnehmer und Zuschauer das der Wettkampf stattfinden kann und wünsche allen happy landing.
Markus