Sichtflug Thermikregionen +++ Dudek Aira +++ Eigertour +++ Ries Race +++ Juraj Koren Crowdfunding

Thermikregionen in der Sichtflug.app
// Quelle: Screenshot

+++ Alexander Müller entwickelt seine auf Gleitschirmflieger zugeschnittene Meteo-App Sichtflug weiter. Neuerdings bietet er auf der Seite auch regionale Thermikprognosen für Deutschland und den Alpenraum an. Anders als bei klassischen Regtherm-Prognosen, wie sie z.B. von Burnair und XC Therm gerechnet werden, sind die Thermikregionen bei Sichtflug nicht hauptsächlich nach geografischen Merkmalen wie Talverläufen oder zusammenhängenden Gebirgszügen definiert, welche die Luftmassen prägen. Vielmehr folgen sie vielerorts einfach den politischen Kreisgrenzen. Die einzelnen Regionen fallen damit i.d.R. kleiner aus. Die Berechnung der Thermik folgt damit aber auch einem etwas anderen Ansatz als bei dem klassischen Regtherm-Modell.
Die regionsbezogenen Thermikprognosekarten sind bei Sichtflug ähnlich wie bei Burnair farbcodiert, um die Fliegbarkeit des Tages schnell abschätzen zu können. Blau steht für "Kaiserwetter", grün für "gute Thermik", gelb für "brauchbare Thermik", grau für "schwach" und rot für "Gefahr" bzw. "nicht empfohlen". Wenn ein Tag regional als rot ausgegeben wird, liefert Sichtflug Begründungen dafür, wie z.B. starke Böen, zu starker Gradient im Höhenwind, Regen o.ä. Hilfreich: Ruft man die Prognosedetails einer Region auf, sind dort auch die in der Region liegenden Startplätze aufgeführt und verlinkt, um direkt zu den Punktprognosen zu gelangen.
Aufwindkarte // Sichtflug

Von der regionsbezogenen Thermikkarte kann man auf eine flächige Aufwindkarte umschalten. Sie illustriert das thermische Potenzial für jeden Modellgitterpunkt. Dabei können sich allerdings seltsame Sprünge mitten über Deutschland zeigen. Das hängt mit den Modellgrenzen zusammen. Die Thermik im Alpenraum berechnet Sichtflug für Tag 1+2 auf Basis des Schweizer 1-km-Modells ICON-CH1. Alles, was davon zeitlich und räumlich nicht abgedeckt wird, basiert auf den Modellen ICON-D2 bzw. ICON-EU.
Die Aufwindkarte von Sichtflug ist ebenfalls farbcodiert. Dort stehen die Farben aber nicht für die Fliegbarkeit, sondern die prognostizierte Thermikstärke. Blau bedeutet besonders starke Thermik. Aber Achtung: Blau sollte man hier fliegerisch nicht unbedacht als Topbedingungen interpretieren. Für die sicherheits-orientierte Einschätzung eines Tages sollte man immer sowohl Thermik- als auch Aufwindkarte auf Sichtflug checken. Die Aufwindkarte kann regional blau, die Thermikkarte aber zugleich rot eingefärbt sein, weil z.B. starke Thermik auf gefährlich starken böigen Wind trifft. +++ 

Aira // Dudek

+++ Dudek hat ein leichtes Schlaufengurtzeug namens Aira lanciert. Die Beinschlaufen und die Rückenpartie sind für einen besseren Komfort verstärkt. Im Rücken sitzt ein kleines Gepäckfach (~10 Liter) mit Befestigungsmöglichkeit für den Stick einer 360-Grad-Kamera. In Größe M kommt das Aira auf ein Gewicht von rund 700 Gramm. Als Option gibt es einen mit Nitinol vorgespannten Airbag-Protektor, der weitere 160 Gramm auf die Waage bringt. Gedacht ist das Aira als simples Leichtgurtzeug für Reisen und Hike-and-Fly. Alle drei Größen (S | M | L) sind bis zu einem Pilotengewicht von 100 kg zertifiziert. +++ 

+++ Chrigel Maurer hat kurz nach den X-Pyr auch den Hike-and-Fly Wettbewerb Eigertour in der Schweiz gewonnen. Platz zwei und drei belegten Lars Meerstetter und Tim Alongi. Beste Frau wurde Romy Sweda, sie kam im Gesamtklassement auf Platz 10. Bei der diesjährigen neunten Edition der Eigertour mussten innerhalb von vier Tagen insgesamt 27 Wendepunkte erlaufen oder erflogen werden. Die meisten davon waren Berghütten, an denen auch topgelandet werden musste. +++ 

 
+++ Ries Race heißt ein neuer, eintägiger Hike-and-Fly Wettbewerb, den der GSC Gleitschirmclub Hochries Samerberg am 5. September veranstaltet. Ausweichtermine sind der 6., 12. oder 13. September. Voraussetzung ist fliegbares Wetter. Der Kurs des Ries Race ist in zwei Wertungsklassen aufgeteilt: Fun und Champion. Die Championklasse ist als FAI Cat-2-Wertung Teil der Deutschen Hike&Fly Meisterschaft 2026. Die Anmeldung läuft über CIVLComps. Pro Klasse gibt es 35 Plätze. +++

+++ Wie schon im Newsticker 28/2026 erwähnt, hatte der slowakische X-Alps-Pilot Juraj Koren einen Tag nach seinem Zillertaler Rekorddreieck (350 km) einen Unfall, bei dem er sich einen komplexen Bruch eines Lendenwirbels zuzog. Um die nötige Behandlung und Reha finanzieren zu können, wurde ein Crowdfunding gestartet. +++