Tilen Ceglar und Anna Berger sichern sich die Einzeltitel der Gleitschirm-Europameisterschaft. Slowenien gewinnt die Nationenwertung

Frauenpodium: Elisa Deutschmann (2.), Anna Berger (1.)
und Silvia Buzzi Ferraris (3.) // Foto: Nina Klemisch, DHV

Die Gleitschirm-EM 2026 im nordmazedonischen Krushevo war mit einer Ausbeute von neun gewerteten Tasks ein guter Wettkampf. Gewonnen hat am Ende in der Overall-Wertung der sehr konstant punktende Slowene Tilen Ceglar vor Roger Aeschbacher aus der Schweiz und Alvaro Romero Camacho aus Spanien. Ceglar stand schon nach Task 8 als Europameister fest. 

Bei den Frauen errangen die Deutschen Anna Berger und Elisa Deutschmann sowie Silvia Buzzi Ferraris aus Italien die Podiumsplätze. 

In der Nationenwertung siegte Slowenien vor Nordmazedonien und Spanien. Deutschland kam auf Platz 6, die Schweiz auf Platz 7.

Trotz gleich zwei deutscher Frauen auf dem Podium, kann Deutschland offiziell nur den Vize-Europameistertitel von Elisa Deutschmann für sich reklamieren. Anna Berger kommt zwar auch aus Deutschland, fliegt aber auf internationalen Wettbewerben für Nordmazedonien. Bemerkenswert: Die EM war erst der fünfte größere Wettbewerb überhaupt, bei dem sie an den Start ging. 

Ein anderes interessantes Detail: Bei der Mehrzahl der Tasks ist Elisa Deutschmann sogar etwas stärker geflogen als Anna Berger. Insgesamt holte sie sechs Tagessiege in der Frauenwertung. Zwei Durchhänger kosteten sie aber doch so viele Punkte, dass sie sich am Ende knapp geschlagen geben musste.


Erst Dominanz, dann Einbruch

Im Wettbewerbsverlauf hatte sich die deutsche Mannschaft bis zur Halbzeit noch große Hoffnungen gemacht. Nach Task 3 und 4 lag sie jeweils auf Platz 1 der Mannschaftswertung. Im Feld wurde schon von der deutschen Dominanz gesprochen. Doch dann folgte ein Einbruch. Deutschland rutschte zwischenzeitlich auf Platz 8 ab. Da es bei der Mannschaftswertung keine Streichresultate gibt, war es schwer, sich von diesem Rückschlag zu erholen. 

Auch in der Einzelwertung gab es nach anfänglich sehr guten Resultaten etwas Ernüchterung. Als bester Deutscher overall kam Ferdinand Vogel am Ende auf Platz 15.

Die Schweiz wiederum kann sich mit dem Vize-Europameister Roger Aeschbacher freuen. Für ihn war vor allem der letzte Task spannend. Tilen Ceglar stand ja schon als Europameister fest. Andere aus der Schweizer Mannschaft flogen mutig voran, um den Spaniern als direkte Verfolger einen Angriff zu erschweren (s. Swissleague-Tagesbericht) und so Aeschbacher Platz 2 zu sichern.

Wer in den Endranglisten die ansonsten international so dominanten französischen Piloten vermisst: Diese waren in diesem Jahr wegen angeblicher Bedenken am Sicherheitskonzept der Veranstalter gar nicht dabei. 

Die kompletten Ergebnisse sind auf der Website zur EM 2026 abrufbar. Beim DHV sowie auf den Seiten der Swissleague sind Tagesberichte aus deren jeweiliger Perspektive zu finden.

Am Ende noch ein Tipp: Wer sich fragt, wie Anna Berger als Deutsche dazu kommt, für Nordmazedonien an den Start zu gehen, kann sich ihre interessante Geschichte als Podcast in der Podz-Glidz Folge 181 "Bienibani" anhören.