Beim Coupe Icare wurden von den Herstellern wieder etliche Neuigkeiten vorgestellt und angekündigt. Eine Übersicht

Gin Explorer 3 mit gewellter Eintrittskante
// Foto: Gin - Jerome Maupoint

Der Coupe Icare im französischen St. Hilaire ist seit jeher eine illustre Mischung aus verrücktem Fliegerfest, karnevalistischem Verkleidungsfliegen und großem Mess-Treff der Branche. Allerdings ist das Bild seit der Coronazeit etwas eingetrübt. Der Coupe Icare hat zwar nicht an Glanz und Spirit, aber offenbar an Attraktion verloren. 

Die Besucherzahlen waren 2026 wie schon im Vorjahr deutlich geringer als sie es früher mal waren. Und auch bei den Herstellern fielen Anzahl und Art der Präsentationen ihrer News weniger rauschend aus. Während der Coupe  Icare früher "die" Plattform war, um sein aktuelles und künftiges Portfolio einem großen Publikum vorzustellen, hat sich der Fokus erkennbar verschoben.

Vielleicht ist es ein Ausdruck der latenten Krise in der Branche. Vielleicht ist es auch einfach der Gang der Zeit, wenn man heute über Social Media viel leichter, kostengünstiger und bildgewaltiger jederzeit weltweite Marketingkampagnen lancieren und steuern kann?

Dennoch wurden auch bei diesem Coupe Icare etliche neue Produkte vorgestellt oder zumindest angekündigt. Die folgende Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist in den Details bewusst kurz gehalten. Etwas ausführlichere Infos zu einzelnen Produkten folgen zu gegebener Zeit in weiteren Folgen des Lu-Glidz-Newstickers. 

Hinweis: Lu-Glidz war nicht vor Ort in St. Hilaire. Alle folgenden Infos wurden aus verschiedenen Quellen und auf Basis von direkten Herstellerangaben zusammengetragen.


Das Design von Elevate
// Elevate

Advance: In 2027 wird es nach gut zehn Jahren BiBeta 6 erstmals wieder einen neuen Tandem der Schweizer Marke geben. Vom BiBeta 7 sind drei Größen geplant, mit jeweils zwei Varianten (mit ummantelten oder mit unummantelten Leinen). Ebenfalls für die nächste Saison angekündigt wurde ein neuer Iota DLS als High-B. Er soll etwas mehr Speed und ein noch pitchstabileres Profil als der Vorgänger bieten. Daneben hat Advance seine neue Motorschirmmarke Elevate präsentiert. Sie startet mit einer kompletten Schirmpalette vom Anfänger- bis Sport-Motorschirmen.

Aerotech: Die junge Marke des früheren Supair-Konstrukteurs Pierre-Yves Alloix startet mit dem A1 (EN-A) und dem A42 TD (Tandem) sowie einer besonderen Philosophie. Das Portfolio soll klein aber fein bleiben und dank Direktvertrieb eine hohe Qualität zu erstaunlich niedrigen Preisen bieten. Den A1 kann man für knapp 2000, den A42 TD für knapp 2500 Euro kaufen. Ein EN-B-Schirm soll noch folgen.

Airdesign: Neu ist der Exta als leichter Parakite für das Fliegen in den Bergen. Dazu passend gibt es bald das Gurtzeug Sweet. Es handelt sich um ein stabileres Schlaufengurtzeug mit aufrechter Sitzposition, wie man sie gerade für Parakites braucht. Das Sweet kann mit einem Protektor aufgerüstet werden.

Acro-Leichtschirm Masi
// AirG

AirG: Acro-Schirme sind normalerweise keine Leichtbau-Schirme und deshalb nicht gerade fürs Reisen oder Hike and Fly geeignet. Hier sieht AirG offenbar eine Marktlücke und führt den Masi als "ultraleichten" Acroschirm ein. Das Gewicht liegt um die 3 kg. 

Apco: Auch die Traditionsmarke aus Israel setzt neuerdings auf Parakites. Der NRG Loop für Fortgeschrittene und der Bunny Hop für Anfänger sind mit ihren Reflex-Profilen jeweils von Motorschirmen abgeleitet. Charakteristisch ist ein einzelnes in Schirmmitte sitzendes Winglet und ein Trim-Lock-System: Die Bremsen lassen sich in der Neutralposition gewissermaßen einrasten, um die Schirme dann nur noch mit zusätzlichen, höher angebrachten Griffen wie ein klassischer Gleitschirm über die Hinterkante zu steuern. 

BGD: Der Tigra ist ein leichter EN-C-Zweileiner, gedacht u.a. für die Anforderungen von Hike-and-Fly Rennen. Er basiert auf dem Cure 3, ist aber nicht einfach nur die Leichtbauvariante davon, sondern weist u.a. einen etwas flacheren Bogen und weniger Fläche je Schirmgröße auf. Neu ist auch der bunte Schnellpacksack Gypsy Flower

Rhythm 3 // DaVinci

Davinci: Die Südkoreaner haben das Monolite ein leichtes Liegegurtzeug mit Heckflosse vorgestellt. Beim neuen EN-A-Schirm Rhythm 3 geht DaVinci einmal mehr eigene konstruktive Wege: Der Schirm besitzt Winglets. Diese sind allerdings nicht als flügelartige Ausstülpungen auf einer Zelle realisiert, sondern in Form von je zwei am Obersegel ausbauchenden Zellen in den Außenflügeln. Dieses Design soll ebenso die Rollstabilität erhöhen, aber mit einem angeblich deutlich geringeren induzierten Widerstand.

Flare: Nach dem Anfänger-Kite Scout bringt Flare als nächstes noch den Line 2. Es ist die Weiterentwicklung seiner Speedflyer-Parakites. 

Flow: Demnächst erscheint der Freedom 3 als High EN-B. Es ist eine leichte Evolution des Vorgängers. Mit dem Fusion 2 wird Flow auch weiterhin einen 2,5-Leiner in der EN-C-Klasse bieten. Der Fusion 1 war einst als erster Schirm dieser Bauart ein Trendsetter. In der Parakite-Sparte gibt es von Flow neu den Whippet als leichten Parakite für Hike and Fly. 

Gin: Neu auf den Markt kommt der Explorer 3. Der High-B soll eine komplette Neukonstruktion sein. Auffällig ist die gewellte Eintrittskante, wie sie bisher nur bei gestreckteren Schirmen von Gin zum Einsatz kam. Neu ist auch die deutlich schmalere Stabilo-Form mit ausgestellter Hinterkante. Gezeigt wurde zudem das neue Wettbewerbsgurtzeug Genie Race 6

Macpara: Das neue Oasis ist ein ganz klassisches Liegegurtzeug mit Heckbürzel und stabilem Schaumstoff-Protektor.

Helium // Neo

Neo: Bei den Redbull X-Alps 2025 war Tim Alongi mit einem ultraleichten Submarine-Gurtzeug von Neo am Start. Auf dieser Basis hat die französische Marke das etwas stabilere Helium entwickelt. Die gesamte Hülle ist aus dyneema-verstärkten Stoffen gefertigt. Das Gewicht soll bei rund 2 kg liegen. Der dünne Protektor arbeitet mit Koroyd. 

Niviuk: Der neue EN-D Peak 7 kommt jetzt erstmals mit Winglets daher, was abseits von Advance bei Leistungsschirmen noch selten ist. Die neuen Modelle in der Hook-Serie, Hook 7 und Hook 7P, sind als High-A eingestuft. Zudem gibt es die überarbeiteten Liegegurtzeuge Arrow 2 und Arrow P2, jetzt u.a. mit integrierter Herausfallsicherung.

Ozone: Neben dem ersten Parakite Vapor hat Ozone an seinem Stand ein neues Gurtzeug im Submarine-Stil vorgestellt: Das SubGT ist eine stabilere Weiterentwicklung des SubLite. Der Protektor soll bereits die kommende, neue EN-Norm mit reduzierten maximalen G-Lasten erfüllen.  

PGPilot: PGPilot heißt eine innovative App für Android und iOS. Programmiert hat sie der norwegische Gleitschirmpilot und KI-Spezialist Simen Eide. PGPilot.app macht das Smartphone zum integrierten Fluginstrument – mit ähnlichen Funktionen wie beim Seeyou Navigator. Es gibt aber ein paar interessante Extras. Über die App lässt sich z.B. im Flug direkt mit Fliegerbuddies per Sprachnachricht kommunizieren, und zwar sowohl übers Handynetz (á la Zello), als auch über ein spezielles, ans Smartphone koppelbares Funkgerät. 

Symphonia 3 // Phi

Phi: Mit der Symphonia im Streifendesign hat Phi einst der Klasse der High-A-Schirme den Weg bereitet. Bald kommt die neueste Version als Symphonia 3 auf den Markt - mit neuem Profil, vierfach beschichteten Tuch und Nitinol-Stäbchen in der Front. 

Sky: Demnächst erscheinen der neue Low-B Kudos 3, der CCC-Schirm Harpy (mit dem Konstrukteur Stanislav Klikar jüngst einen PWC in Bulgarien gewann) und der Einsteiger-Speedglider Puzzle

Skywalk: Schon kurz vor dem Coupe Icare hatte Skywalk den Chili 6 als High-B präsentiert.

Supair: Das Pulse ist ein neues Liegegurtzeug im Submarine-Stil. Es ist gewissermaßen die stabilere Version des Alp und soll im kommenden Frühjahr auf den Markt kommen. Von Supair wird es als besonders anwenderfreundlich bezeichnet, u.a. wegen eines leichten Einstiegs, eines offenen Cockpits und eines großen, die ganze Wirbelsäule hoch reichenden Protektors. Schon im Oktober soll es zudem einen neuen offenen Helm namens Supairvisor geben. Dieser kann mit einem Visier versehen werden.

Cerro // UP

UP: Cerro heißt ein neuer leichter und kompakter EN-C-Zweileinger von UP. Er basiert auf dem Konzept des Torre. Mit weniger Streckung (6,1) und weniger Zellen (63) soll er gezielt auf die Bedürfnisse des Hike-and-Fly zugeschnitten sein. Demnächst will UP auch den Gurtzeugbau wieder aufnehmen – mit einem offenen Sitzgurtzeug als erstem Modell.

Woody Valley: Beim neuen Naima handelt es sich um ein klassisches Wettbewerbs-Liegegurtzeug mit zwei Rettungsfächern, das wohl  das XRated 7 ersetzen wird. Gewicht um die 5,5 kg. Woody Valley arbeitet weiterhin an noch namenlosen Gurtzeugen im Submarine-Stil. 

Zoom: Das Schirmportfolio der Marke wird größer. Als nächstes soll der Mid-B XMB kommen. Vom Konzept her ist es ein "kleiner Bruder" des XHB.


Trauriges Ende

Der Coupe Icare ging am Sonntag leider mit Trauerflor zu Ende. Am frühen Morgen war ein Drachen-Tandem gestartet, um am spektakulären, luftigen Rendezvous mit aufsteigenden Heißluftballonen teilzunehmen. Allerdings stürzte der Drachen aus noch unbekannten Gründen direkt nach dem Start in die Felsen. Pilot und die Passagierin kamen dabei ums Leben. Alle offiziellen Showflüge wurden daraufhin abgesagt.


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