Prognosetemps für die Eifel


Temp-Analysen sind interessant für Streckenflieger. Allerdings ist es immer etwas zeitaufwändig, die passenden Prognosetemps aus dem Internet zu ziehen. Bislang musste man dafür auf die Internetseiten von NOAA und Meteoblue surfen und über mehrere Schritte hinweg die passenden Koordinaten eingeben. Eifelflieger haben es da nun etwas einfacher.

Neuerdings gibt es auf den Seiten der RASP-Thermikprognosen für Deutschland auch eine Reihe von direkt zugänglichen Prognosetemps. Auf meine Anregung hin hat Hendrik Hoeth als Betreiber der Seite auch die Temps für den Standort Mendig in die Liste mit aufgenommen. Ich habe Mendig gewählt, weil dieser Standort einen guten Querschnitt darstellt für die Hauptprognoseregion von lu-glidz. Für den Großraum Eifel ist er ziemlich repräsentativ.

Die RASP-Temps haben gegenüber den Darstellung von NOAA und Meteoblue einen Vorteil: Bei ihnen ist die Analyse der zu erwartenden Basishöhe gleich in die Grafik integriert. Man muss gar nicht mehr selber irgendwelche Linien ziehen, sondern einfach nur vom Boden aus der schwarz gestrichelten Linie entlang der roten Temperaturlinie folgen. Dort wo die gestrichelte gerade Linie die Temperaturlinie wieder berührt, ist die zu erwartende Basishöhe, die man wiederum an der rechten Höhenskala einfach ablesen kann. In dem gezeigten Beispiel liegt die Basishöhe bei knapp 1500m.

Dort wo die gestrichelte Linie dann gekrümmt nach oben abknickt, beginnt die Kondensation (Bildung von Cumulus-Wolken). In den Wolken kühlt sich die Luft dann nur noch feuchtadiabatisch mit 0,6°C pro 100m ab. Verfolgt man nun die gestrichelte Linie weiter nach oben, bis sie wieder die rote Temperaturlinie der Atmosphäre schneidet, sieht man, wie hoch die Cumuluswolken an dem Tag reichen können. In diesem Beispiel sind es bis über 9km Höhe. Ein solcher Temp zeigt ein mögliches Gewitterpotenzial für diesen Tag.

Die Temps sind übrigens auch dann hilfreich, wenn man von den ganzen Temperatur- und Feuchtekurven gar nichts versteht. Denn an den Windfähnchen im rechten Teil der Grafik kann man auch sehr schön ablesen, aus welcher Richtung und mit ungefähr welcher Stärke der Wind in der Höhe bläst. Zudem zeigt sich dort sehr schön, ob irgendwo markante Windsprünge bzw. Scherungen liegen. Wenn man das im voraus weiß, ist man beim Thermikfliegen nicht mehr so überrascht, wenn z.B. ein Thermikbart plötzlich in der Höhe seine Versatzrichtung ändert.
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