Flugwetter Wochenende 07.07.07

Kurzfassung

Ein kraftloses Zwischenhoch beschert uns 2 Tage eher trockenes Wetter. Der Samstag ist aber verblasen, nur der Sonntag zeigt sich bei schwachem Westwind fliegerfreundlich.

Wetterlage


(Grafik: wetter3)
Eine kräftige Westlage lässt weiterhin ein Tief nach dem anderen zu uns heranrutschen. In den Rhythmus der vergangenen Wochen passt allerdings, dass das Wochenende ein wenig Beruhigung bringt in Form eines schwachen Ausläufers des Azorenhochs. Das kräftige Tief über Skandinavien lässt ihm aber keine Chance, sich über unseren Köpfen zu etablieren.

Samstag


(Grafik: wetter3)
Am Samstag schiebt sich ein schwacher Hochkeil mit wärmerer Luft nach Deutschland vor. Allerdings liegt dabei die Frontalzone von kalter und warmer Luft genau über der Nordhälfte Deutschlands. Frontalzone bedeutet immer: viel Wind, v.a. in der Höhe. Und dieser Wind wirkt sich dann in kräftigen Böen bis zum Boden aus, wie man auf der Böengrafik schön erkennen kann. Erst zum Abend hin lässt der Westwind dann langsam etwas nach, je weiter im Süden, desto eher. Immerhin bekommt die Sonne mal wieder eine Chance, zwischen den schnell ziehenden Wolken aufzutauchen. Im Großraum Eifel bleibt es dabei den ganzen Tag über trocken (es bleibt nur ein kleines Restrisiko für einzelne, sehr lokale Schauer). In einem schmalen Streifen quer über die Mittelgebirge könnte sogar richtig blauer Himmer herrschen.

Sonntag


(Grafik: Windfinder)
Am Sonntag hat sich das Zwischenhoch etwas mehr Raum erobert, die Frontalzone ist weiter nach Norden abgedrängt. Was bleibt? Eher schwacher Westwind ~10 kmh, ein schöner, sonniger Tag, der sogar thermisch interessant werden könnte - mit einer Basis bei 1600-1800m. Allerdings traue ich diesen Prognosen selbst noch nicht so ganz, weil in den letzten Tagen jeder neue Modelllauf das Hoch etwas schwächer rechnete. Und schwächer bedeutet beim Hoch: Die Luft trocknet weniger stark ab. Es würde mich darum nicht wundern, wenn der Sonntag doch noch wolkenreicher ausfallen würde.

Flugprognosen für den Großraum Eifel

Trotz sonnigem Wetter an beiden Tagen, muss man die Hälfte des Wochenendes fliegerisch wohl abschreiben. Der Samstag ist zu böig und verblasen. Die Situation ist unberechenbar. Ich warne davor, in die Luft zu gehen. Erst zum Abend hin, wenn die Thermik bereits abgestellt ist und somit den Höhenwind nicht mehr so kräftig nach unten mischt, besteht eine klitzekleine Chance (für erfahrene Piloten), dass man an Westhängen noch soaren kann, z.B. in Rivenich, Neef oder Haardskopf.
Der Sonntag ist auf dem Papier der deutlich bessere Tag. Beim schwachen Westwind wäre der Windenstart keine schlechte Alternative. Ansonsten muss man es auch wieder an den Weststartplätzen probieren.

Anderswo fliegen


Die Alpen sind nicht zu empfehlen, weil eine schwache aber stationäre Front darüber liegt und die Prognosen, wo was geht, sehr unsicher machen. Zudem wird der Höhenwind vielerorts stark sein und für gefährliche Scherlagen und Turbulenzen sorgen.

Weitere Aussichten

Das kühl-feucht-wolkenreiche Tiefdruckwetter kommt zurück. Erst zum kommenden Wochenende deutet sich - wieder einmal - ein Zwischenhoch an.
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6 Kommentare:

Lucian Haas hat gesagt…

Wochenend-Rückschau:
Samstag in Bonn wie angekündigt sehr böig, aber an der Mosel (Klüsserath) wurde am nachmittag bereits geflogen (s. www.xccup.net)

Sonntag vormittag und mittag sehr thermische Bedingungen in Himmighofen. Schleppstarts häufig mit thermischem Rückenwind, weil der Bart genau über der Winde stand. Einige Flieger waren über 1h an der Wolkenbasis ~1800m MSL unterwegs. Ab 14 Uhr wurde die Thermik durch aufziehende Warmfront stumpf, ab 16 Uhr weitgehend geschlossene Wolkendecke. Höhenwind eher SW statt W.

Anonym hat gesagt…

Samstag zuerst sehr windig, mit starken Böen, an Fliegen nicht zu denken.
Gegen 16:00 - 16:30 dann Beruhigung und fliegbar. Durch die noch zerrissene Thermik und starken Windversatz war erst keine grosse Startüberhöhung möglich, später wurde das besser. Geflogen wurde bis Sonnenuntergang.

Sonntag kaum Wind, nur thermische Ablösungen die dem ein oder anderen einige Minuten Flugzeit gaben. Glücksspiel, wers gut erwischte konnte sich halten, während einige Minuten später Absaufen angesagt war. Teils aufgelockert, teils stärker bewölkt mit zeitweise Abschirmung durch hohe Wolken.

winDfried hat gesagt…

Für mich fing das Flug-WE schon am Fraitag abend an: um 17:00 in Weiler an der Nahe noch 50 km/h Wind mit 70 er Böen (selbst gemessen) Ich ließ einen Lenkdrachensteigen und die Leinen rissen. Meinen Spruch "zu viel Wind gibt´s nicht" muß ich wohl revidieren.
Abends um 1/2 8 hatte es dann so weit abgeflaut, dass ich noch ein Viertelstündchen soaren konnte.

Es war wohl ein Nord-Süd Gefälle drin, denn am Samstag in Heidelberg (schönes Fliegen bei kräftig West, nur Drachen!) habe ich gehört, dass dort auch am Freitag schon geflogen wurde.

Sonntag in der Eifel (Hinterweiler, Dreis) bei leichtem Südwestwind sanfte Thermik bis 1900 m MSL, ab dem frühen Nachmittag gestört durch Aufzug von immer dichteren Schattenspendern auf der Cirrusebene. Gegen 17:30 war der Flugtag zu Ende.

Werner hat gesagt…

War am Samstag an meinem "Hausberg" 17.30 Uhr WW/N - 20-er Wind gleichbleibend - 1 Std. - bei 600 m. Überhöhung - Raum Loreley .

Gestern gegen 14 Uhr gleicher Berg - W-NW - 1750 m. Basis - bei 4-5 Achtel . 2 Std. in der Luft .
Recht starke Ablösungen überwiegend West - NW - ca. 20 kmh. Es wäre ganztägig fliegbar gewesen .

Thorsten Braun hat gesagt…

Ich war am Sonntag in Roxheim (bei Bad Kreuznach) an der Winde und wir hatten mehr Ost- als West-Wind. Ziemlich komisch, da die Wolken schon eher West zogen, war wohl eher termisch als überregional. Ich konnte trotz völliger Überbelastung (210 Kg nacktes Gewicht von Passagier und Pilot) mich sogar mit dem Tandem, etwas länger halten und sogar etwas Höhe machen. Nach 16 Uhr schob sich der Himmel Acht/Achtel zu und die Sonne war weg.

PS. NEIN, der Passagier hat nicht nur 65 Kg gewogen. *grins

Anonym hat gesagt…

Nu gut, nun gut, Lucian, hast ja Recht :-) Kommentare sind gut.

War ja auch in Himmighofen (wenn auch zu spät). Meiner Wahrnehmung nach war der Grundwind Süd statt West; als später die Thermik weg war stabilisierte sich der Süd auch. Somit lag Windfinder vielleicht diesmal daneben!? (Ich meine, ab Samstag Abend auch eine Vorhersage auf Süd gesehen zu haben - alle anderen auf West.)

so long und nächstes Wochenende geht der Sommer los! :^) Kai