Juwel in Gefahr

Flugromantik am Dreiser Weiher // Foto: F. Gäbler
Es gibt Startplätze, deren Verlust man verschmerzen könnte. Der Dreiser Weiher in der Eifel gehört nicht zu dieser Kategorie. Im Gegenteil. In und um die Eifel herum gibt es kaum ein Fluggebiet mit solchen vielfältigen Qualitäten: Das Trockenmaar bietet einen perfekten Soaringhang mit gutem Einstiegspotenzial in die Thermik, und das sogar ganzjährig. Es ist ein Starkwindtrainingsplatz mit guten Groundhandlingoptionen, dazu noch landschaftlich sehr reizvoll. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Direkt auf dem Startplatz soll eine Streuobstwiese entstehen, als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Autobahn A1. Die Pläne dafür gibt es schon länger, doch sie zirkulierten weitgehend nur in den Amtsstuben der Planungsbehörden. Als der Verein der Ostwindfreunde, auf den der Startplatz zugelassen ist, davon erfuhr, war es im Grunde schon zu spät. Dennoch versuchen der Geländebeauftragte Joachim Krick und Mitstreiter seither eine Lösung zu finden, die das Fliegen in Dreis zumindest nicht gänzlich vereitelt. Bisher zeigen die offiziellen Stellen aber keine Kompromissbereitschaft.

Immerhin ist jetzt auch die Presse auf den Fall aufmerksam geworden. Im Volksfreund ist ein Artikel erschienen, der die Problemlage schildert - samt einem Kommentar, der für die Gleitschirmflieger spricht. Vielleicht kommt noch einmal Bewegung in die Sache.

Sollten die Behörden nicht einlenken, ist das Ende des Dreiser Weihers als Fluggebiet bereits terminiert. Offiziell dürfte dann dort ab dem 15.11. nicht mehr geflogen werden.
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3 Kommentare:

jockie hat gesagt…

»… die Pläne zum Bau der Hyperraum-Umgehungsstraße lagen schließlich fünfzig Jahre im zuständigen Straßenbauamt auf Alpha Centauri aus.«

Petition erstellen und diese im Blog sowie in den DHV-News publizieren!

achim hat gesagt…

@Lucian: Danke für den sachlichen Bericht.

@ Jockie: Start Planfeststellung ca. 1997/98. Bekanntwerden der Pläne bei uns Fliegern im Jahr 2012.
Die Pläne liegen in öffentlichen Einrichtungen nur kurze Zeit aus. Bei den mir bekannten Verfahren nur 4 Wochen bis wenige Monate.
Einsprüche und Einwände in laufende Planfeststellungsverfahren sind möglich - die Erfolgsaussichten zweifelhaft.
Selbst wenn wir vor über 10 Jahre den Startplatz gekauft hätten, wäre der heutige Besitzer die Bundesrepublik Deutschland.
Alles weitere ist Spekulation.

gruss Joachim Krick ( Geländewart Dreiser Weiher )

Ralph hat gesagt…

Da bleibt vielleicht nur: gegen den Ausbau der A1. Was ja auch gute Argumente hat.
Hoffen wir das Beste. Danke für den Bericht.
LG
Ralph