Chrigel Maurer gewinnt auch die X-Pyr

Chrigel Maurer am Ziel-Gate der X-Pyr. // Quelle: X-Pyr.com
Es scheint schon fast ein Naturgesetz zu sein. Bei einem Hike-and-Fly-Wettbewerb mit einem X im Namen, kann es nur einen Sieger geben: Chrigel Maurer. Nach drei erfolgreichen Teilnahmen an den X-Alps hat der Schweizer nun auch die X-Pyr entlang der Pyrenäen souverän gewonnen. Schon am Vormittag des fünften Tages kam er am Ziel in Port de la Selva am Mittelmeer an. Und wie bei den X-Alps 2013 liegt die eigentliche Spannung des Wettbewerbs eher in der Frage: Wer wir Zweiter? Denn dieser Platz ist auch bei den X-Pyr noch hart umkämpft. Der Wettbewerb läuft nun bis Freitag abend, 22.30 Uhr (siehe Live-Tracking). Beim aktuellen Stand könnte gut die Hälfte des Teilnehmerfeldes am Ende tatsächlich das Ziel erreichen.

Die X-Pyr 2014 werden als ein sehr abwechslungsreicher Wettbewerb in die Geschichte eingehen, denn die Bedingungen boten von allem etwas. Regen zu Beginn, epische Flugbedingungen am Dienstag, als Chrigel Maurer mit 186 km und Aaron Durogati sogar mit 191 km die längsten jemals in den Pyrenäen verzeichneten Gleitschirmflüge in den Himmel zauberten. Am Mittwoch herrschte gewittrige Stimmung, die einige Piloten zu einer frühen Landung und Wanderungen im Platzregen zwang, während Stephan Haase sogar in eine Wolke eingesaugt wurde. Weil er dabei bis auf 5400 Meter stieg, wo im Lufraum nur 3800 Meter erlaubt waren, bekam er eine 24 Stunden Strafe.

Chrigel Maurer wiederum bewies einmal mehr seine ganz besondere Klasse. Er wagte Flüge mit einer Startzeit gegen 11 Uhr, was für spanische Zeit- und Thermikverhältnisse (deutlich weiter westlich als die Alpen) einfach frech früh ist. Und als vor dem sechsten Wendepunkt die Wolkenbasis zu tief lag, um den Zylinder thermisch zu erfliegen, landete er am Hang, wanderte bis in den Zylinder hinein, startete von dort in eine Wolkenlücke, spiralte bis unter die Wolkenbasis ab, um dann seinen Flug tiefer fortzusetzen, bis ihm der Seewind die Thermiken raubte und das fliegende Vorankommen stoppte. Die restlichen 40 Kilometer lief er dann zu Fuß ins Ziel.
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