Wie ein Gleitschirmstoff entsteht

Weben, Waschen, Färben, Fixieren, Beschichten. Die Herstellung der Tücher für den Gleitschirm ist ein komplexer Prozess.

Der erste Schritt der Stoffproduktion: 10.000 Kettfäden
werden in Rollenbreite aufgespult.
// Quelle: Vimeo - Porcher-Sport
Gleitschirmstoffe werden typischerweise in Rollenbreiten von knapp 160 Zentimetern produziert. Zu Beginn werden dafür circa 10.000 Kettfäden aus noch farblosem Polyamid 6.6 (Nylon)  nebeneinander auf einer Trommel aufgespult. Jeder Faden wird anschließend von Hand im automatischen Webstuhl eingehängt.

Beim Weben wird der Schussfaden zwischen den wechselseitig angehobenen Kettfäden hindurch geschoben, oder besser gesagt mit Luftdruck (Porcher) oder mit Hilfe eines dünnen Wasserstrahls (Dominico) geschossen. Rund 800 Mal pro Minute saust der Faden hin und her, was in dieser Zeit rund zehn bis zwanzig Zentimeter neuen Stoff ergibt.

Nach dem Weben kommen die kompletten Stoffrollen in Färbetrommeln. Darin werden sie unter Druck erst mit den gewünschten Farbstoffen durchtränkt. Anschließend werden sie durch kontrolliertes Erhitzen fixiert.

Nun folgt der vielleicht wichtigste Schritt: die Beschichtung. Hierbei wird der Stoff von der Rolle abgewickelt, flächig mit speziellen, noch flüssigen Kunststoffharzen auf Polyurethanbasis bestrichen und diese dann durch Licht- und Wärmeeinwirkung ausgehärtet. Acht bis zehn Gramm Beschichtungsmasse landen typischerweise auf einem Quadratmeter Tuch.

Am Ende steht die Qualitätsprüfung, bei welcher der Stoff auf Webfehler, Verzug und Gleichmäßigkeit der Beschichtung begutachtet und getestet wird.

Im Internet ist auf Vimeo ein Film zu sehen, der die Tuchproduktion bei Porcher Sport zeigt. Das Video ist zwar schon ein paar Jahre alt, doch die Grundabläufe sind immer noch die gleichen.


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