Ein UFO fliegt als EN-B

Als erster Hersteller bietet AirDesign einen Single-Skin-Schirm mit kompletter EN-Zulassung. Der UFO in Größe 21 wurde als EN-B klassifiziert.

Der UFO von Air Design ist in der Größe 21 der erste
Single-Skin-Schirm mit regulärer EN-Klassifizierung.
// Foto: Air Design
So schön die Idee der Single-Skins auch ist, zumindest in Deutschland gab es damit bisher ein Problem: Alle Modelle am Markt, ob Ozone XXLite, Adrenaline Batlite, Niviuk Skin, Trekking Just One oder AirDesign UFO waren nur nach der EN-Norm 926-1 auf Festigkeit geprüft. Doch eine Einstufung des Flugverhaltens nach EN 926-2 bzw. LTF fehlte. Ohne die entsprechende Zulassung konnten Single-Skin-Schirme in Deutschland deshalb nicht legal und mit dem regulären DHV-Versicherungsschutz geflogen werden. Doch jetzt gibt es eine Ausnahme.

AirDesign hat zwei neue Größen seines Single-Skins UFO im Programm, einmal mit 18 und dann mit 21 m² ausgelegte Fläche. Der 21er UFO wurde erstmals nach EN/LTF zertifiziert und erhielt die Note B. Der Gewichtsbereich mit Zulassung erstreckt sich von 75-90 kg.

Ein Frontklapper mit dem UFO 21 überm Genfer See.
// Quelle: Youtube / AirDesign
Bisher galten die Single-Skins zwar schon als sichere Schirme, doch eine entsprechend niedrige EN-Klassifizierung schien damit trotzdem kaum erreichbar. Eins der Probleme: Die Schirme haben bauartbedingt keine stark nickgedämpften Profile. Bei der Ausleitung von B-Stall, Fullstall oder Frontklapper tendieren sie dazu, deutlich vorzuschießen. Angesichts ihrer geringen Masse stoppen sie dann zwar in der Regel schnell ab, doch für einen A- oder B-Schirm gilt dieses Schießverhalten der EN-Norm nach als grenzwertig.

Der größte Schirm in der UFO-Reihe zeigt - korrekt belastet - weniger Dynamik und bekam deshalb sein EN-B. Allerdings ist das Geschwindigkeitsfenster recht klein. Nach Angaben von AirDesign fliegt der Schirm bei 80 kg im Trimm 36 km/h und voll beschleunigt 41 km/h. Das Gewicht der Kappe liegt bei zwei Kilogramm.

Nachtrag vom 3. April: Laut Hinweis von Stephan Stieglair war beim UFO weniger das starke Schießen ein Zulassungsproblem. Vielmehr haben die kleineren Größen des UFO zu kurze Steuerwege, um als EN-A oder EN-B zugelassen werden zu können. Beim 21er hat das Kriterium gepasst.
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