Test: Schirmpacktuch Packs-i

Keine Schnallen, keine Reißverschlüsse, kein Packband, kein Sack. Die Schirmpacklösung Packs-i ist bestechend einfach, kompakt und vor allem: leicht. 

Packs-i: Der Schirm wird zu einer kompakten Rolle.
Schirmpacken ist eine Wissenschaft für sich. Packmethoden und Packsäcke gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Üblicherweise werden zwei Formen unterschieden.

a) Man legt den Schirm auf dem blanken Boden zusammen, rollt oder faltet ihn klein, um dieses Päckchen schließlich mit einem Band zusammenzuhalten und in einen weiteren Stoffsack zu stecken.

b) Man besitzt einen langen Zellenpacksack, bei dem man die stäbchenbewehrte Eintrittskante eines Schirmes sauber Zelle für Zelle vorsortiert und übereinander gelegt fixiert, um schließlich noch den Rest des Schirmes der vollen Länge nach in Stoff zu kleiden, diesen Schlauch mit Reißverschlüssen oder Schnallen zu verschließen, klein zu falten und mit einem Packband zu verschnüren.

Variante A hat den Nachteil, dass man den Schirm möglicherweise beim Packen stärker über den Boden bzw. durch den Dreck zieht und die Eintrittskante nicht so formerhaltend beisammen hält. Variante B wirkt eleganter und schirmschonender, doch die lange "Verpackung" bringt einiges an Gewicht auf die Waage. 400 bis 600 Gramm wiegen übliche Zellenpacksäcke. Für gewichtsbewußte Hike-and-Fly-Anhänger ist das ein Unding.

Wer nach Alternativen sucht, dem könnte ein neues Packsystem gefallen, das durch seine Einfachheit, einem sehr kleinen Packmaß und geringem Gewicht besticht: Packs-i.

Packs-i besitzt keine Schnallen, keine Reißverschlüsse, kein Packband und keinen extra Sack. Es ist einfach ein langes Stück Stoff aus Ripstop-Nylon mit einer aufgenähten Netztasche und drei längs angebrachten Klettbändern als Verschluss.

Zum Packen des Schirmes legt man den Packs-i einfach der Länge nach aus, sortiert die Zellen an der Eintrittskante des Schirmes sauber aufeinander und steckt diesen Stapel in die Netztasche des Packs-i, um ihn ein wenig zu fixieren. Dann legt man den Rest des Schirmes (nach Gutdünken geordnet) in der Breite des Packs-i auf den Stoff. Nun kann man den Schirm samt Packs-i von hinten her aufrollen und dabei die Luft aus den Zellöffnungen in der Netztasche drücken.

Am Ende erhält man eine kompakte Rolle, die sich im Grunde von selbst verschließt, weil drei Klettbänder auf der oberen Stofflasche von außen um die Rolle greifen. In dieser Form ist der Schirm schon ausreichend geschützt und komprimiert, um die Schirmrolle plus Gurtzeug in den Rucksack zu packen. (Auf den Fotos rechts ist übrigens eine Packvariante zu sehen, bei der der Schirm nicht vom Gurtzeug getrennt wird. Die Leinen werden dabei aus der Netztasche mit der Eintrittskante heraus geführt, damit sie beim Einrollen des Packs-i von hinten nicht im Weg sind und beim Eindrehen verdrillt werden.)

Ich habe Packs-i für Lu-Glidz ein paar Wochen lang mit verschiedenen Schirmtypen getestet. Dabei hat sich das System als so einfache wie nützliche Alternative erwiesen. Dennoch ist Packs-i nicht grundsätzlich für alle zu empfehlen. Hier die Vor- und Nachteile:

+ geringes Gewicht (155 Gramm)
+ simple aber effektive Eintrittskantenfixierung in der Netztasche
+ einfaches und schnelles Packen ohne Schnallen, Reißverschlüsse etc.
+ kein extra Packband erforderlich
+ Schirm wird schonend ohne starke Knicke aufgerollt
+ Packmaß lässt sich sehr einfach an individuelle Wünsche anpassen (enger/weiter rollen)
+ wer eng rollt, kann ein wirklich kleines Packmaß erreichen
+ schnelles und einfaches Auspacken des Schirmes
+ am Startplatz kann man in den Packs-i auch andere Dinge wie Rucksack, Bergstöcke, Ersatzwäsche etc. einwickeln, um sie als eine Rolle geordnet in der Hecktasche des Gurtzeuges zu verstauen

- für Schirme mit besonders langen und steifen Stäbchen in der Eintrittskante oder Versteifungen im hinteren Teil des Segels (C-Wires) ist das enge Rollen nicht unbedingt empfehlenswert
- der Packs-i ist für normal-große Schirme etwas kurz, d.h. der Schirm liegt nicht komplett auf der Unterlage, man muss die Hinterkante vor dem Zusammenrollen umschlagen (was aber kein großes Problem darstellt)
- je nach Bodenbeschaffenheit verfängt sich in den Klettstreifen schnell etwas Gras, Sand oder Dreck
- rollt man den Schirm auf etwas feuchtem, gar leicht matschigen Untergrund in den Packs-i, rollt man automatisch die dreckige Unterseite des Packtuches mit in den Schirm. Anders als klassische Zellenpacksäcke bietet der Packs-i hier keinen Schutz

Fazit: Wer maximalen Schutz und stäbchengerechte Faltbarkeit seines Schirmes will, für den dürfte weiterhin ein klassischer Zellenpacksack die bessere Variante darstellen. Wer allerdings ein möglichst niedriges Gewicht, ein sehr kleines Packmaß und eine so schnelle wie einfache Packmethode anstrebt, für den könnte der Packs-i durchaus interessant sein. Gerade Besitzer von kleinen, leichten Schirmen für Hike-and-Fly, denen normale Zellenpacksäcke bisher viel zu groß und schwer erscheinen, werden die platzsparende Packrolle als sehr nützliche Option erleben.

Erfunden hat das Packs-i System übrigens Franz Gremmelspacher, ein Zimmereimeister und Gleitschirmpilot aus dem Schwarzwald. Ihm war der klassische Schirmsack für seine Hike-and-Fly-Touren mit einem Wendegurtzeug einfach zu groß. Also fing er an selbst zu basteln. Als erstes schnitt er sich einen langen Streifen Dachfolie zurecht, in die er den Schirm einwickelte. Da beim Rollen der Schirm immer nach oben wegrutschte, kam er auf die Idee mit dem Fangnetz. Über weitere Prototypen entstand dann schließlich der Packs-i in seiner aktuellen Form.

Neben dem Packs-i "fly" in Größe L (55x250cm) will Franz Gremmelspacher im Online-Shop auf www.packs-i.de künftig auch kürzere und schmalere Varianten des Packs-i in den Größen S und M anbieten. Letztere kann man nutzen, um beispielsweise Wäsche für eine Wandertour sauber und platzsparend aufzurollen und so im Rucksack zu verstauen.

Der Packs-i "fly" für Gleitschirme kostet 35 Euro plus Versand.

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1 Kommentare:

Marcel Burkard hat gesagt…

hmmm, von Tuch rollen wurde doch immer abgeraten...?