Große Namen, besondere Strecken

Das letzte Maiwochenende 2017 bot sehr gute Flugbedingungen in den Alpen. Viele Streckencracks nutzten das, um einmal mehr ihre Klasse zu demonstrieren.

Der neue Nebelhorn-Rekordflug von Robert Blum.
// Quelle: XContest
Es ging nicht nur ungewöhnlich weit und ungewöhnlich lang. Manche Piloten nahmen auch ungewöhnliche Routenträume in Angriff und konnten sie sogar erfüllen. In den XC-Contests sind für die vergangenen Tage Tausende von Flügen verzeichnet. Aber manche ragen einfach aus der Masse heraus, und die jeweiligen Piloten sind keine Unbekannten. Hier ein paar Beispiele zum Nachschauen:

Robert Blum setzte am 28. Mai vom Nebelhorn zu einem großen Rundflug an, der ihn bis nach Liechtenstein, ins Vinschgau und zurück führen sollte, insgesamt ein 286 km FAI. Das ist neuer Rekord fürs Nebelhorn und voraussichtlich neuer deutscher Rekord. Herausragend sind dabei zwei Dinge: Zum einen folgt die Route nicht klassischen Rennstrecken, sondern zeugt in ihrer Anlage von viel Kreativität. Zum anderen flog Robert einen Großteil der Strecke mit vier weiteren Piloten des "XC Teams Allgäu" gemeinsam. Dieses Teamfliegen sei sehr hilfreich gewesen, um eine solche neue Route erfolgreich erschließen zu können, schreibt Robert im Kommentar im DHV-XC.

Einen Tag zuvor hatte Lex Robé schon vom Stoderzinken aus knapp an der 300er Marke gekratz. Sein 295 km FAI führte ihn im ersten Schenkel bis fast an den Chiemsee. Dass man es erst bis an den Alpenrand schafft, um danach bis zum Alpenhauptkamm im Gasteiner Tal zu fliegen, dürfte wirklich nur bei sehr besonderen Wetterbedingungen möglich sein. Der entsprechende Pilot und gutes Material gehören natürlich auch dazu. Am Folgetag legte Lex übrigens noch ein 284 km FAI vom Stoderzinken nach. 

Unter die Rubrik Wiederholungstäter fällt auch Thomas Walder. 2014 war er vom Zillertal aus ein 325 km FAI geflogen. Zu diesem Weltrekord gibt es noch ein lesenswertes Interview auf Lu-Glidz. Jetzt hat Thomas diesen Flug wiederholt. Am 29. Mai flog er fast die gleiche Strecke, blieb aber in der Endrechnung knapp einen Kilometer unter seinem alten Rekord. Man beachte die Gesamtflugzeit von 11 Stunden und 48 Minuten! Tags zuvor war Thomas übrigens noch beim gleichen Versuch kurz vor dem Gerlos-Pass gestrandet, was "nur" ein 296 km FAI-Dreieck bedeutete.

Wie auch ohne Dreiecke im Sinn außergewöhnliche Flugleistungen aussehen, zeigte einmal mehr Chrigel Maurer. Er flog im Rahmen des Marbachegg Cups 333 Kilometer quer durch die Schweiz. Der Startplatz Marbachegg bei Luzern gilt keineswegs als ein besonders frühstart-geeignetes Gelände. Doch Chrigel bewies, dass es mit etwas Flugkunst und passenden thermischen Bedingungen doch möglich ist, von dort früh Anschluss in die Schweizer Hochalpen zu finden. Wie er routentechnisch improvisieren musste, um manchen Schauergebieten zu entkommen und am Ende pünktlich kurz vor Abfahrt der letzten Bahn in Klosters zu landen, ist auf Chrigels Homepage nachzulesen.


Nachtrag vom 2.6.:
Ein sehr interessanter Flug gelang auch Michi Müller am 28. Mai. Der ebenfalls für furchtlose Hochgebirgs-Routenführungen bekannte Pilot zauberte nach Start in Motta Naluns ein nahezu perfekt gleichschenkliges FAI-Dreieck in die Schweizer und österreichische Landschaft. Mit knapp 293 km könnte dies sogar einen neuen Schweizer FAI-Rekord bedeuten. 
Share on Google Plus

2 Kommentare:

Rolf E. hat gesagt…

Kommentar zu Blums Flug: Der geht durch FÜNF verschiedene Länder in den Alpen!!!!

Sebastian Wegscheider hat gesagt…

Klasse demonstrierte auch Tim Huber. Von einem, als nicht Streckenflug-tauglich eingestuften Startplatz, dem Unternberg, probierte er eine neue, riskante und direkte Route ins Pinzgau. Sein Plan ging auf und er flog einen Hattrick (Flug 1,Flug 2 und Flug 3).