Test: Airpack 50/50

Airdesign bietet einen Zellenpacksack in halber Größe an. Der Airpack 50/50 spart nicht nur Gewicht, sondern auch Packvolumen - und ist cleverer als sein Name vermuten lässt. 

Ein fertig gepackter Airpack hat ein angenehm kompaktes Format.
// Quelle: Airdesign
Airpack 50/50 - das klingt nach "nichts Halbes und nichts Ganzes". Auf den ersten Blick mag es verwundern, welchen Vorteil ein Zellenpacksack bringen soll, der nur rund der Hälfte der Schirmlänge entspricht. Ich habe mich das auch gefragt und darum bei Airdesign um einen Airpack als Tester gebeten, zumal mich neue Ideen immer interessieren. Im praktischen Einsatz hat mich das Konzept dann weitgehend überzeugt.

Der Airpack 50/50 ist ein oben wie unten geschlossener Schlauch mit einem Längsreißverschluss auf seiner Innenseite und zwei angenähten Verschluss- bzw. Kompressionsriemen. Zum Packen legt man die Eintrittskante des Schirmes Zelle für Zelle aufeinander und dieses Paket dann oben in den Airpack hinein. Behelfsweise kann man das Bündel nun mit einem der Riemen vorübergehend fixieren, während man anschließend den Rest des Schirmes von der Hinterkante her zellenweise aufeinanderfaltet, bis eine schmale Wurst übrig bleibt. Diese schlägt man dann auf der Hälfte um, legt die Hinterkante des Schirmes zur Vorderkante in den Airpack, stopft den Rest geordnet in die Hülle, drückt die Luft heraus, schließt den Reißverschluss, faltet das ganze noch einmal aufeinander und verschließt den Pack noch mit den zwei angenähten Gurten. Fertig.

Ein BGD Base M verschwindet in einem
Airpack 50/50. // Sequenz: Lu-Glidz
Wer das ein paar Mal übt, wird feststellen, dass das genauso schnell und geordnet geht wie mit einem Fullsize-Zellenpacksack. Das Packergebnis hat mir aber beim Airpack 50/50 besser gefallen. Denn während man einen langen Zellenpacksack mehrmals ineinander falten muss, wodurch immer ein etwas unförmiges, voluminöseres Päckchen entsteht, das man noch mit einem Packgurt zähmen muss, kennt der Airpack 50/50 immer nur diesen einen Klapp. Das Packformat (Länge x Breite) ist also vorgegeben und wird jedes Mal wieder so erreicht. Das erleichtert die weitere Packroutine im Rucksack. Hilfreich ist dabei auch, dass man die Luft aus Schirm und Airpack sehr gut herauspressen kann, was ein angenehm flaches Packmaß ergibt. Insgesamt habe ich mit dem Airpack und einem BGD Base bei meinen Tests die konstant kleinsten Packvolumina erzielt - verglichen mit diversen anderen leichten Schlauchpacksäcken, die ich schon getestet habe.

Natürlich ist auch ein Airpack 50/50 nicht immer die Ideallösung. Für Schirme mit langen Stäbchen, bei denen der Hersteller zum Beispiel ein Packen im gedrittelten Format empfiehlt, ist diese Variante nichts. Wer seinen Schirm nicht vom Gurtzeug trennt, der wird den Reißverschluss des Airpacks als zu lang empfinden. Airdesign hätte einen kürzeren Reißverschluss einziehen und so einen 5 cm langen, unverschlossenen Spalt lassen können, wo man die Leinen herausführen kann, ohne dass sie an den Zähnen des Reißverschluss schubbern. Auch die Möglichkeit, einen gepackten Zellenpacksack zu Hause einfach schnell der Länge nach auszulegen und zu öffnen, damit eine mögliche Restfeuchte aus dem Schirm ausdünsten kann, ist beim Airpack 50/50 nicht so bequem zu realisieren. Wer zudem häufiger auf nicht so idealen Lande- bzw. Packplätzen seinen Schirm zusammen legt, der wird den zusätzlichen Schutz vermissen, den ein langer Zellenpacksack beim Packen bietet, indem er den Schirm auf ganzer Länge vor einem möglicherweise matschigen oder steinigen Untergrund bewahrt.

Den Airpack 50/50 gibt es übrigens in drei Größen XS, S und M mit 105, 125 und 135 cm Länge sowie 160, 180 bzw. 200 Gramm Gewicht. Für Normalschirme dürfte in der Regel die Größe M die richtige sein.

Ein Tipp: Von Airdesign gibt es auch ein Youtube-Video, in dem Stephan Stiegler das Packen des Airpacks 50/50 vorführt. Es anzuschauen lohnt sich auch für Piloten, die gar kein Airpack nutzen wollen. Denn die hier gezeigte Technik zur Raffung der Hinterkante für einen Zellenpacksack ist wirklich gut und nachahmenswert.



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1 Kommentare:

EddyCormon hat gesagt…

Trägegürte am liebsten an Gurtzeug: spart Zeit beim Startvorbereitung.