X-Alps 2017: Knie- und andere Probleme

Harte Lauf- und Flugbedingungen bei den X-Alps fordern auch bei Favoriten ihren Tribut. Derweil leiden die Zuschauer am Rechner unter einem unzuverlässigem Live-Tracking. 

Chrigel Maurer nimmt Turpoint 2 aus der Luft. Nur wenige
Zuschauer hatten das Glück, diesen Moment im Live-Tracking
verfolgen zu können. Die Server waren ständig überlastet.
Am Tag 2 der X-Alps musste schon ein erster Mit-Favorit verletzt aufgeben: Antoine Girard verdrehte sich bei einem missglückten Startversuch bei kräftigem Nordföhn das Knie, versuchte dann noch zur nächstgelegenen Berghütte zu wandern, konnte aber bald vor Schmerzen nicht mehr laufen und verständigte die Bergrettung.

Auch Aaron Durogati klagte über starke Knieschmerzen, möglicherweise eine Meniskusverletzung durch allzu schnelles Bergabrennen. Noch hat er zwar nicht das Handtuch geworfen, sondern mit einem langen Flug gezeigt, dass er zu den besten Piloten im Feld zählt. Doch sollten wegen Schlechtwetter noch weitere intensive Lauftage anstehen, gehört er zu den bereits angezählten Kandidaten.

Derweil sehen sich die X-Alps-Organisatoren heftiger Kritik auf Facebook und in Foren ausgesetzt. Das zentrale Instrument, um das Rennen live auch zu Hause am Bildschirm verfolgen zu können, funktioniert bisher nicht wie erwartet. Das Live-Tracking friert häufig ein, ist schwer zu bedienen, die Tracks der Piloten lassen sich nicht auf größerer Länge vergleichend anschauen und analysieren, Pilotenpositionen springen manchmal hin und her, Höhendaten werden nicht immer mitgeliefert, etc. Zudem fehlt eine Darstellung in 3D, um quasi virtuell in Google Earth mitfliegen zu können. Alles Probleme, die auch in früheren Ausgaben der X-Alps schon aufgetreten, dann aber auch gelöst worden waren.

In diesem Jahr hat ein anderer Anbieter die Programmierung des Live-Trackings übernommen. Und der kämpft offenbar mit ähnlichen Kinderkrankheiten. "Das ganze Problem hat mit einem wahnsinnigen Traffic zu tun, der die Systeme im Moment lahmlegt. Wir sind gerade dabei dies massiv aufzustocken, um dem ganzen Herr zu werden", erklärte eine X-Alps-Sprecherin gegenüber Lu-Glidz. Auch werde an weiteren Funktionalitäten gearbeitet. Bis wann welche Besserungen zu erwarten sind, dazu gab es allerdings keine Angaben.

Immerhin reichte das Live-Tracking aus, um einen der legendären "Magic Moves" von Chrigel Maurer ansatzweise verfolgen zu können. Der große Favorit verließ die Hauptroute der meisten anderen Piloten, stieg noch bei Regenwetter aus dem Großarltal auf einen Berg, um von dort ins etwas trockenere Gasteiner Tal einzufliegen und über die Ankogelgruppe der Hohen Tauern auf die Alpensüdseite zu queren. Dort schwang er sich bei heftigem Nordföhn in die Luft, um nach Zwischenlandung am Goldeck schließlich als erster und einziger des Tages den Turnpoint 2 am Rande des Triglav-Nationalparks aus der Luft nehmen. Dabei überholte er sogar Dauerläufer Toma Coconea, der zuvor die Nacht durchgerannt war und zwischenzeitlich weit in Führung lag.

Andere Piloten, die Chrigels Routenwahl folgten, verzichteten auf der Tauernsüdseite auf einen Start im Nordföhn - sicherheitshalber. Der Franzose Gaspard Petiot wiederum zeigte ebenfalls seine Flugkünste. Petiot, der schon mit Knieproblemen ins Rennen ging und deshalb zu Fuß nur langsam unterwegs ist, lag zu Beginn des Tages noch auf dem letzten Platz. Am Tagesende war er auf Platz 3 des temporären Rankings gelandet.

Update vom 4.7., 11:30 Uhr: Zumindest die Performance des Livetrack-Servers der X-Alps ist deutlich besser geworden. Das Ein- und Ausblenden von Piloten funktioniert flüssig. Andere Funktionalitäten wie längere Trackspuren etc. lassen noch auf sich warten.

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4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie steht die Chance, dass das Live Tracking noch bis zum Ende des Rennens so funktioniert, wie es 2015 schon geklappt hat? Gibt es da nähere Informationen?

Bin ziemlich angefressen, wie etliche andere auch. War Gestern Abend am PC und wollte nachschauen, wie das Feld steht. BOOM! Nirgends eine Möglichkeit den gegangenen oder geflogenen Pfad einzusehen oder zu downloaden.

Das Verfolgen funktioniert hier auf keinem Gerät und unter keinem Betriebssystem richtig!
Richtig angefressen bin ich, dat sag ick euch!

Stani

Sven hat gesagt…

Hauptsache, die Sponsoren-Logos werden richtig dargestellt! Heute fehlt sogar der Layer mit der Hauptroute und den Turnpoints...schlecht, schlechter

Anonym hat gesagt…

Ebenso ist die Video-Berichterstattung unter aller Sau!
Auf der offizinalen Facebook-Seite sind 360p das Höchste, was an Qualität geliefert wird!
Da bieten die Teilnehmer selbst qualitativ bessere Videos als RedBull.
Ebenso wie die Videoqualität lässt auch die Berichterstattung zu wünschen übrig!

Was ist da los? Verglichen mit 2015 ist das alles sehr mager! und wesentlich unprofessioneller..

Stani

Anonym hat gesagt…

Jetzt zu sehen:
- Steigen
- Höhe
- Geschwindigkeit über Grund
- Restweg

Was ich noch vermisse:
- 3D und Google Earth
- Videoqualität von min. 1080p

Der letztere Punkt wird wahrscheinlich nicht eintreten, da dieses der DVD vorbehalten bleibt.