Kerio fordert wieder mal Tribut

Im kenianischen Kerio Valley sind in diesem Jahr bereits ein Solopilot und ein Tandempilot samt Passagier tödlich abgestürzt. Die lokale Polizei fordert ein Flugverbot.

Kerio Valley: Eine attraktive lange Kante, aber mit Sicherheitstücken.
// Quelle: F. Dorninger
Auf die erhöhten Risiken, die mit der Fliegerei im Kerio Valley verbunden sind, hatte Lu-Glidz schon vor drei Jahren im Post "Crashziel Kerio" hingewiesen. Die Einschätzung, dass Kerio offenbar zu den besonders gefährlichen Flugspots der Welt gezählt werden muss, hat sich in diesem Jahr leider bereits mehr als einmal bewahrheitet.

Am 9. Januar starb dort ein deutscher Pilot, nachdem er nach einer Störung den Schirm nicht mehr unter Kontrolle brachte. Am 23. Januar stürzte wiederum ein Tandempilot samt weiblichem Passagier in die Felsen.

Laut einem Bericht der lokalen Zeitung The Star soll es mehrere Stunden gedauert haben, bis Helfer überhaupt bis zur Unfallstelle vordringen konnten. Die Abgestürzten konnten nur noch tot geborgen werden.

Bei dem Tandem-Piloten soll es sich um den Tschechen Tomáš Lednik handeln, ein szene-bekannter und sehr erfahrener Pilot, der unter anderem auch schon als Konstrukteur für Sky Paragliders gearbeitet hatte. Der Vorfall und die langwierige Rettungsaktion zeigen, dass die Risiken von Kerio niemals unterschätzt werden sollten.

Laut "The Star" soll der lokale Polizeichef u.a. von der kenianischen Zivilluftfahrtbehörde gefordert haben, ein Flugverbot für die Zone zu verhängen. Ob das tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit nicht bekannt.
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8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und Luglidz sprach zuerst mit dem Toten...

Stephan

Anonym hat gesagt…

Stephan .... saudummes Geschwätz.
Diese Diskussion ist notwendig und wird hoffentlich Piloten, die nach Kerio fahren sensibilisieren.

Gruß Thomas

Linus hat gesagt…

Das eigentliche Problem ist, dass solche Spots um diese Jahreszeit einen unverhältnismäßig hohen Anteil an reichen, aber alten und winterpausenbedingt ungeübten Rentnern, Privatiers und ähnlichem Klientel anziehen.

Eine kurze Recherche zeigt zum Beispiel, dass einer der Verunfallten seit August nicht mehr in der Luft gewesen war, und auch vorher nicht gerade durch Rekordflüge aufgefallen war. Klar geht das schief. Aber dafür kann das Gebiet nichts.

Anonym hat gesagt…

.. da frage ich mich auch nach der Verantwortung der Flugschule, die als Reiseunternehmen fungiert. Viele halten ja betreutes Reisen für viel sicherer. Ich hab aber immer nur nen großen Lemmingeffekt erlebt und Fluglehrer, die mit unterzeichnetem Haftungsverzicht und Eigenverantwortung argumentiert haben.

Einen Wenigflieger um die Mittagszeit in Kenia starten zu lassen sagt doch alles. Geb Dir recht da kann das Gebiet nichts dafür.

Jürgen hat gesagt…

Ja, einerseits alte (reiche) und ungeübte Piloten. Andererseits zieht das Gebiet aber auch Profis an, die auf der Jagd nach neuen (Speed)Rekorden mit einem Zweileiner im Vollgas auf Hanghöhe die Klippe abreiten.
Beides ist auf Dauer nicht gesund!

Maik hat gesagt…

Ein Fluggebiet, das "Tribut fordert", stelle ich mir immer so vor: http://pbfcomics.com/comics/the-jubilee/

Bernd hat gesagt…

@Linus...
Du hast ja offensichtlich gründlich recherchiert und ein "Problem" mit alten Menschen (Gleitschirmfliegern) erkannt, die auch noch reich aber leider ungeübt sind. Mich würde interessieren, woher du die Fakten für deine geschmacklose Aussage beziehst.
Der betroffene Pilot, von dem hier die Rede ist, war mein bester Freund und wir fliegen seit 30 Jahren Gleitschirm. Klar, dass wir etwas in die Jahre gekommen sind. Ich kann aus eigener Beobachtung vor Ort sagen, dass ich im Kerio Hotel einen bunten Mix aus Piloten mittleren Alters aber auch älteren und jüngeren gesehen habe. Die Piloten unserer Reisegruppe sind den Bedingungen und ihrem Können entsprechend umsichtig geflogen. Wie in jedem Fluggebiet das ich bisher kennen gelernt habe gibt es auch im Kerio Valley anspruchvolle (gefährliche) Flugbedingungen und Piloten die bei diesen Verhältnissen mit ihrem Können überfordert sind. Und überall auf der Welt sind leider auch schon erfahrene und bekannte Piloten der Szene verunglückt.
Oliver Guenay und Fritz Dorninger haben das Gebiet mit seinen möglichen Variationen an Flugbedingungen sehr treffen beschrieben. Wer das gelesen hat, dem ist klar, dass es sich um ein Gebiet handelt das man mit größtem Respekt und der nötigen Aufmerksamkeit befliegen sollte. Linus, das kannst du Piloten mit jahrzehnte langer Flugerfahrung ruhig zutrauen, auch wenn sie keine Rekordflüge im DHV-XC eingestellt haben.

@Anonym...
Deine Meinung über betreutes Fliegen teile ich nicht. Die besagte Flugschule bietet schöne Reisen in verschiedenste Fluggebiete dieser Welt an. Die Betreuung ist meiner Erfahrung nach (ca. 10 Reisen bisher) kompetent und verantwortungsvoll.....und kein einziger Pilot unserer Gruppe ist in Kenia mittags gestartet.

@alle...
Auch in unseren schönen Alpen, passieren bei energiegeladenen Wetterbedingungen Unfälle und ja, oft sind Piloten darunter die bei diesen Bedingungen besser nicht geflogen wären. Eine Fehleinschätzung ist aber kein Vergehen und kann auch erfahrenen Piloten unterlaufen. Wenn das zu schlimmen Unfällen führt ist das tragisch und führt hier zur Vorverurteilung ganzer Pilotengruppen wie Alten, Reichen, Privatiers, Rentnern....die anscheinend ein Problem darstellen sollen. Schämt euch!

Bernd

Lea hat gesagt…

Bernd du Hast Recht. Gut geschrieben