Sicherheitsmitteilung: Sol Calliplox

Im Retterfach der Gurtzeugserie Sol Calliplox verläuft ein Reißverschluss. In dessen Schieber können sich Retterleinen verfangen. Ein Zangendruck schafft Abhilfe.

Ein kleiner, offener Haken könnte mitunter den erfolgreichen
Retterwurf verhindern. // Quelle: Sol
Der brasilianische Hersteller Sol hat eine Sicherheitsmitteilung für seine Gurtzeuge des Typs Calliplox und Calliplox Reverse veröffentlicht. Offenbar gab es Meldungen, dass Leinen des Retters sich im Metallbügel des Schlittens eines Reißverschlusses verhängen können, der im Inneren des Retterfaches verläuft. Im schlimmsten Fall könnte das dazu führen, dass die Rettung nicht mehr geworfen werden kann.

Besitzer des Calliplox sollen vor dem nächsten Flug überprüfen, ob der genannte Metallbügel bei ihrem Gurtzeug einen Spalt lässt (s. Foto), durch den eine Leine rutschen könnte. Wenn dem so ist, sollen sie mit einer Zange diesen Metallbügel so nach unten drücken, dass der Spalt geschlossen wird.

Noch besser wäre es freilich, wenn Hersteller von vornherein solche potenziellen Fallen schon während des Designs ihrer Produkte erkennen und ausschließen würden. Es dürfte ja kein Problem sein, an Gurtzeugen grundsätzlich nur solche Reißverschlüsse zu verwenden, die konstruktiv per se keine offenen Fanghaken besitzen.

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4 Kommentare:

Friedhelm hat gesagt…

Bei Gurtzeugen und teils Frontcockpits werden für mich unverständlicherweise auch immer die offenen Reissverschluss-Zipper verwendet. Darin verhaken sich manchmal Gleitschirmleinen - bei mir bisher Gott sei Dank nur vor dem Start oder nach der Landung, was dann zwar kein Sicherheitsrisiko ist, aber lästig. Hinweise darauf haben die Hersteller bisher immer achtlos abgetan.

Warum haben dann z.B. die Hanwag-Schuhe keine offenen Haken, sondern geschlossene Ösen? Es würde großen Sinn machen, für ALLE Gleitschirmprodukte grundsätzlich nur Zipper mit geschlossenen Ösen zu verwenden. Dazu muss allerdings offensichtlich vorab leider erst einmal genug Druck auf die Hersteller aufgebaut werden.

Friedhelm hat gesagt…

Das Zusammendrücken mit einer Zange ist übrigens meiner Erfahrung nach unbrauchbar: Hatte das nämlich bei Zippern an einem Frontcockpit auch gemacht, Folge: Sah anfangs gut aus, Zipperöse war geschlossen, aber nach kurzer Zeit brach dann die ganze Öse ab, da das Metall bzw. die Schweißnaht den Eingriff nicht unbeschadet überstanden hatte.

Sebastian hat gesagt…

Wieso kriegen wir grade eigentlich ständig Sicherheitsmitteilungen wegen dumm konstruierter Retterfächer? Bei Schirmen wird so streng geprüft, dass der EN-Test die Weiterentwicklung des Sports aktiv blockiert (Faltleinen...) , bei Gurtzeugen guckt man nur stur auf den Protektor und macht einen Lasttest. Umgekehrte Maßstäbe wären für alle Seiten sinnvoller.

Lucian Haas hat gesagt…

Die kommende EN-Norm zu Gurtzeugen wird etwas strenger sein. Solche "Kleinigkeiten" wie Reißverschlussösen als Leinenfänger werden davon aber sicher auch nicht abgedeckt.