Flugverbot in den Alpen

Am 12. und 13. Juli 2018 findet ein EU-Ministertreffen in Österreich statt. Dann werden weite Bereiche des Luftraums um Innsbruck auch für Gleitschirmflieger gesperrt.

Die temporären Flugverbotszonen in Deutschland. Der gestrichelte
Kreisbogen setzt sich so auch in Österreich fort.
// Quelle: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Wichtiges Update v. 10.7., Zeiten erweitert: Das Flugverbot gilt auch am 11. Juli von 17 bis 23 Uhr (Lokalzeit) und dann –wie schon zuvor angekündigt – vom 12. Juli 5 Uhr UTC (7 Uhr lokal) bis einschließlich 13. Juli 18 Uhr UTC (20 Uhr lokal). Es umfasst einen Bereich von 30 nautischen Meilen rund um Innsbruck.

Die kreisförmige Flugverbotszone reicht bis nach Deutschland hinein und erfasst auch dortige Fluggebiete am Alpenrand zwischen Füssen und Tegernsee (u.a. Brauneck, Wallberg. Hinweis: Tegelberg und Buchenberg sind knapp außerhalb der Verbotszone, lassen aber keine Flüge nach Süden zu).

In Österreich sind Fluggebiete wie Zillertal, Stubaital, Achensee/Rofan, Kitzbühler Alpen davon betroffen. Im Osten und Westen Tirols schließen sich jeweils weitere Zonen an, in denen nur 7500 Fuß MSL (2286 m) hoch geflogen werden darf (mit einem Korridor von 1000 Fuß (300m) über Grund).

In der entsprechenden Meldung von Austrocontrol zur Einrichtung der gesperrten Lufträume heißt es: "Ein-, Aus- und Durchflug für Zivilluftfahrzeuge nach Sichtflugregeln einschließlich des Fallschirmsprungbetriebes, des Hänge- und Paragleiterbetriebes sowie der Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrzeugen ist verboten."

Offizielle Infos mit den genauen Daten zu den temporären Luftraumbeschränkungen gibt es hier als Pdf: für Deutschland und für Österreich.

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5 Kommentare:

Philipp hat gesagt…

Danke für die Information!

Leider ist die "Freifliegerei" mit zu wenig Macht ausgestattet, um diese völlig unverhältnismäßige Einschränkung zu kippen.
Unverhältnissmäßig weil:
1.) Einen Anschlag mit einem (am Tegelberg gestarteten) Gleitschirm, auf ein Treffen in der Innsbrucker Innenstadt zu planen, ist nicht viel erfolgversprechender, als auf einen Meteoriten zu hoffen, der dort einschlägt.
2.) Soweit ich verstehe, ist die gesamte IFR Fliegerei von der Beschränkung ausgenommen. Ein Flugzeug mit Transponder darf also wie gewohnt den Innsbrucker Flughafen anfliegen. (Bei stärkerem Westwind muss man dafür direkt über die Innsbrucker Innenstadt anfliegen.) Es ist absurd zu behaupten, dass diese Gefahr geringer ist, als der Gleitschirmflieger am Tegelberg.

Matthias Wehrle hat gesagt…

Hallo Philipp,

jeder darf sich selbst fragen, warum ein sogenannter "Machthaber", "Diktator" oder "Kriegstreiber" mit seinem Privat-Auto durchs Land fahren kann: https://www.youtube.com/watch?v=ORLGHn12t7I

Und unsere gewählten Wertewesten-Politiker müssen sich 30 NM abschotten. Orwell lässt grüßen...

Jörg Enke hat gesagt…

Der DHV hat das Flugverbot am 12./13. Juli bekannt gegeben und geschrieben, dass Flüge am Tegelberg und Buchenberg nicht möglich sind. Ich habe das überprüft. Das Ergebnis war: Tegelberg und Buchenberg liegen beide NICHT in der RMZ/TMZ. Nur wer von dort nach Osten/Süden auf Strecke geht, fliegt rein. Wer aber am Tegelberg nach West den Grat entlang fliegt oder nach NO zum Buchenberg fliegt, bleibt außerhalb. Auch das Gipfelkreuz liegt gerade noch außerhalb der verbotenen Zone. Für die meisten Piloten ist die RMZ/TMZ keine Einschränkung, weil sie dort sowieso nicht hingeflogen wären.
Ich habe das Ergebnis dem dhv mitgeteilt, der die Meldung inzwischen geändert hat und Tegelberg und Buchenberg von dem Flugverbot ausgenommen hat.
Hier die Karte, bei der man sieht, welche Bereiche (in Deutschland) drin liegen und welche nicht: https://goo.gl/xHYQLT
Bei den Koordinaten und dem Radius habe ich mich an die offizielle Meldung der DFS gehalten.

Lucian Haas hat gesagt…

Danke Jörg für den Hinweis mit Tegelberg und Buchenberg. Ich habe es im Text geändert.

Otto hat gesagt…

Wie unintelligent und absurd solche Einschränkungen sind, ist dem Laien kaum zu erklären. Ich versuchs trotzdem:
Ein paar Politiker wollen die Bregenzer Seebühne geniessen. Es wird ein absolutes Bade- und Tauchverbot für den Bodensee und den Rhein aufwärts verfügt. Es könnten sich unbemerkt Taucher oder Schwimmer für ein Attentat nähern!
Das es auch anders geht zeigt das WEF Davos, wo ganz andere Kaliber mit seltsamen Frisuren sich die Hände schütteln. Auch so ein Gebiet mit Einschränkungen, aber Gleitschirme sind ausgenommen, ausser im Tal selbst.
siehe: https://sites.google.com/a/uaw.aero/start/mitglieder/informationen/luftraumsperrewaehrenddeswef2018indavos
(pst das mit dem Taucher nicht weitersagen, sonst kommt das Badeverbot!:-)