Ziellande-WM vorerst abgesagt

Vom 15. bis 25. Mai sollte die 10. Weltmeisterschaft im Gleitschirm-Ziellanden (Accuracy) im serbischen Vršac stattfinden. Die FAI hat den Wettbewerb aus politischen Gründen ausgesetzt.

Wenn die Politik den Sport überlagert, wird es traurig.
// Quelle: FAI
Manchmal macht Nationalismus auch vor der Gleitschirmfliegerei nicht halt. Seit Jahren gibt es um die ehemalige serbische Provinz Kosovo einen Konflikt. 2008 erklärte sich der albanisch geprägte Kosovo für unabhängig, was bis heute von Serbien nicht akzeptiert wird. Alle Bemühungen hier eine Lösung zu finden, sind bisher gescheitert.

Bei der Accuracy-WM wollten neben serbischen Piloten auch solche aus dem Kosovo starten, und zwar unter ihrer eigenen Flagge. Das wäre aber gegen den Willen der serbischen Organisatoren. Die FAI beruft sich nun auf die Statuten des Internationalen Olympischen Komitees, wonach Sportler-Delegationen nicht diskriminiert werden dürfen. Der Wettbewerb wurde deshalb bis auf weiteres ausgesetzt.
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3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Europa! Hurra, da kommt zusammen, was zusammen gehört!
Und nun? Wie will man das klären?

Michel

OttoS hat gesagt…

Und nun? Wie will man das klären?
Gute Frage. Der Irrsinn rückt besonders in den Vordergrund, wenn man bedenkt, dass bei der Vor-WM im letzten Jahr Piloten aus dem Kosovo teilgenommen haben, vermutlich ohne besondere Vorkommnisse. Da hatten sie wohl aber auch keine Flaggen dabei...
Ist es Zufall, dass die (vorläufige) Absage gerade zum selben Zeitpunkt wie eine erneute Eskalation zwischen Serbien und Kosovo stattfindet? Und war der Konflikt nicht schon bei der Vergabe erkennbar?
Tja, Sport und Politik - eine unheilige Allianz.

Anonym hat gesagt…

Ich kenne mehrere Albaner, leider kein einzigen Serben. Jedenfalls kommt aus den Gesprächen mit den Albaner raus, dass der vermeidliche Frieden letztendlich kein ist, man geht sich aus dem Weg und vermeidet größere Auseinandersetzungen. Seit dem Krieg sind die Fronten eher verhärtet. Was mir Stirnrunzeln macht sind die Photos und das Gehabe einiger Albaner, die bewaffnet auf den Photos stolzieren oder ihre Schätze zeigen, so dass ich mittlerweile denke, dass paar Kalaschnikow und Flinten dort einfach in jede Küche gehören. Die Leute sind bewaffnet bis an die Zähne und vergeben und verzeihen will da keiner. Eher entsteht das Gefühl, dass man auf den Tag X wartet oder zumindest nicht ausschließt, dass der kommen könnte! Ich denke, die Serben werden da ähnlich vorgehen. Mit "reinen Tisch machen" wird man da nicht weit kommen, ich denke, das wird noch mindestens zwei Generationen dauern, bis es mehr oder weniger abklingt.