Riskante Ösen am Schuh

Wanderschuhe sind bei Piloten beliebt. Man sollte aber darauf achten, dass sie keine offenen Ösen zum Einfädeln der Schuhbändel besitzen. Es sind gefährliche Leinenfänger. 

Eine am Schuh verfangene Leine kann lebensgefährlich sein.
// Quelle: Youtube-Video, Screenshot
Ein Video auf Youtube zeigt einen sehr kuriosen Gleitschirm-Vorfall, der nur mit viel Glück glimpflich endete. Ein Pilot fängt sich einen großen Klapper ein, die Leinen entlasten, und kurz später findet sich der Pilot in einer sehr misslichen Lage wieder.

Die offenen Ösen eines seiner Schuhe haben eine Leine des rechten Tragegurtes gefangen, weshalb das Bein nach oben gezogen wird. Der Pilot versucht sich zu befreien. Doch durch den Zug auf der C-Ebene geht der Schirm in eine starke Spirale über.

Nach einigen bangen Sekunden gelingt es dem Pechvogel tatsächlich den Schuh aus den Leinen bzw. die Leinen aus den Ösen des Schuhs zu bekommen. Die weitere Ausleitung ist dann verständlicherweise auch nicht gerade elegant. Knapp über Grund folgt noch ein zweiter heftiger Klapper. Doch am Ende fliegt der Schirm wieder normal.

Das Video ist eine gute Gelegenheit, um aus den Fehlern und Missgeschicken anderer etwas für die eigene Sicherheit zu lernen. In diesem Fall lautet die Essenz der Geschichte: Wenn Du mit Wanderschuhen fliegen gehst, dann nimm solche, die keine offenen Ösen besitzen!

Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass bei diesem Ausgang letztendlich sehr, sehr viel Glück im Spiel war. Eigentlich hätte der Pilot schon früh die Rettung ziehen müssen, auch wenn die Landung in dieser hängenden Position vermutlich alles andere als körperschonend abgelaufen wäre. Allerdings sollten bei geöffneten Retter die Schirmleinen wieder soweit entspannen, dass vielleicht sogar noch eine normale Landeposition möglich gewesen wäre.


Hinweis: Das Video ist nicht fürs Einbetten in andere Seiten wie Lu-Glidz freigegeben. Deshalb kann es nur direkt bei Youtube angeschaut werden.


12 Kommentare:

Christoph hat gesagt…

Oder - falls es unbedingt Ösenschuhe sein müssen - einfach eine Rolle dickes Tape mitnehmen und vor dem Start die Ösen abkleben.

Matze hat gesagt…

Andere Möglichkeit wäre Gamaschen darüber zu ziehen. Da reichen auch die kurzen Billigen und gleichzeitig wirds nicht so schnell kalt an den Füßen

Alex Raymont hat gesagt…

You can also get mini running gaiters that cover your hiking boots.
https://www.outdoorresearch.com/ca/en/mens/mens-gaiters/surge-running-gaiters/p/2643690001015
That way you can choose which boots fit you best and not have to obsess about finding one with no hooks.

Terrible non active piloting was also on display there. His boot choice is not his biggest problem.
Alex

Lucian Haas hat gesagt…

@Alex: Natürlich hätte der Pilot im Video mit aktivem Steuern das ganze Schlamassel im Ansatz verhindern können. Aber kein Pilot ist davor gefeit, nicht doch einmal in einem blöden Moment in eine ähnliche Lage zu kommen. Shit happens. Vorsorglich darauf zu achten, keine Schuhe mit offenen Ösen zu nutzen (oder diese eben mit Gamaschen, umgeklappten Strümpfen o.ä. abzudecken), ist deshalb die zentrale Lehre, die man daraus ziehen sollte.

Mr Dee hat gesagt…

Ich denke, da hat auch seine rutschige Hose "beigetragen". Es scheint mir, dass der Pilot einfach aus dem Gurtzeug ausgerutscht ist. Vielleicht war auch da Gurtzeug zu groß oder falsch eingestellt. Last but not least - kein aktives Fliegen zu sehen. Die Kombination all dieser Faktoren hat dann zu der Aktion geführt.

Anonym hat gesagt…

Auf jedem Sicherheitstraining lernt man, dass die Füße im Fall einer Störung gekreuzt oder auch nicht, jedoch an das Gurtzeug angepresst sein müssen. Dies verhindert in erster Linie, dass wie im Video deutlich zu sehen, eigene Füße wild hin und her schlagen. Zudem hat man einen tieferen Punkt, was der Stabilisierung dienlich ist. Aber vor allem sollte man dem Wetter entsprechende fliegerische Fähigkeiten wie das besagte aktive Fliegen haben. Meine Empfehlung: paar Sicherheitstrainings.

Christian Mötzing hat gesagt…

Oder man fliegt einen Liegegurt.

Christian Mötzing hat gesagt…

Ich werde nie verstehen wie man diese Steuertechnik nutzen kann. Eine kleine Störung und die Steurleine ist nicht mehr in der Hand. Und wie man so beim aktiven Fliegen den Schirm spüren soll ich mir auch ein Rätsel...

Günther hat gesagt…

Mich hat es auch schon unerwartet übel im GZ rum gebeutelt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass so eine Nummer im echten Leben passieren könnte.
Und ich finde, man sollte auch nicht immer auf solchen Anfängern oder unerfahrenen Piloten rumkloppen, als ob einem selbst das nie passieren würde. Denke, er hat seine Lektion gelernt.

Aber ja - Sicherheitstraining sollten für jeden Piloten zu einer (eigenen) Pflichtveranstaltung werden.

Claudia hat gesagt…

Nur gut dass sich die Leinen nicht an der Helmkamera verfangen haben... dann haetten wir vielleicht kein video ;-).

Stefan H hat gesagt…

Uns wurde schon 2005 in unserer Grundausbildung (FS Chiemsee)geraten, keine Schuhe mit Ösen zu benutzen.

Markus hat gesagt…

Neben den bereits erwähnten Punkten gibt es noch ein paar deutlich wichtigere Dinge als die Schuhwahl wie z.B. (gerne auch in dieser Reihenfolge)

* Checke deine Höhe. Der Pilot schaut kein einziges mal, wie hoch er ist.
* Stopp die Rotation. Schon bei der ersten Spirale liegt der Schirm auf der Nase - das kann sehr schnell auch bei einem Ion ins Auge gehen. Noch kritischer ist es bei der zweiten SAT Rotation am Ende. Der Pilot geht kurz auf die Aussenbremse und zieht einen Looping. Hätte er nur ein bisschen mehr Schwung gehabt, läge er in der Kappe. Das geht übrigens mit jedem Schirm egal in welcher Schirmklasse.
* Der wichtigste Punkt und Lucian hat es auch schon erwähnt: Im Zweifel wirf die Rettung!!

Alle diese Dinge (neben aktivem fliegen usw.) muss man aber natürlich trainieren, um im Ernstfall die Abläufe automatisiert abzuarbeiten.

LG Markus