Coupe Icare 2019: Messesplitter (1)

Beim Coupe Icare stellen die Hersteller der Gleitschirmszene traditionell viele Neuigkeiten vor. Lu-Glidz fasst auch 2019 wieder das Wichtigste zusammen.

Der Coupe Icare im französischen St. Hilaire ist nicht nur berühmt für seine bunten Flugshows samt Verkleidungsfliegen. Das weltweit größte Treffen der Gleitschirmszene beinhaltet auch eine große Messe. In diesem Jahr hat sie vom 19. bis 22. September stattgefunden. Was die Hersteller dort als Neuigkeiten vorgestellt oder für die nächsten Monate angekündigt haben, fasst Lu-Glidz wie jedes Jahr in mehreren Posts als "Messesplitter" zusammen – und zwar in alphabetischer Reihenfolge sortiert und ohne Gewähr sowie ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Hier die erste Runde (wird fortgesetzt).

Advance
Das neue Impress 4 von Advance. // Quelle: Advance
Die Schweizer haben gleich eine Reihe von Neuigkeiten für 2020 angekündigt. So wird es im kommenden Jahr die siebte Auflage des EN-A-Schirms Alpha 7 geben. Schaut man nur auf die technischen Daten, handelt es sich um eine dezente Überarbeitung des Erfolgskonzeptes des Alpha 6. Größere Unterschiede gibt es hingegen beim neuen EN-C Sigma 11. Im Verhältnis zum Sigma 10 sind alle Größen in der Fläche etwas geschrumpft. Zudem kommt der Sigma 11 ohne C-Wires aus und soll deshalb packfreundlicher sein. Auch bei den Gurtzeugen legt Advance nach. Das neue Impress 4 ist ein Wettkampfgurtzeug mit Bürzel, zwei Rettungsfächern, Windabweiser und wahlweise einem Sitzbrett (kann auch ohne geflogen werden). Advance verspricht allerdings ein vergleichsweise kleines Packmaß für diese Gurtzeugklasse. Reisenden Competition-Piloten wie auch ambitionierten Hobby-XC-Cracks sollte das entgegen kommen.

Aircross
Seit einigen Wochen auf dem Markt ist der High-B U Cruise Evo, eine leichtere Variante des U Cruise. Letzteren gab es zum Coupe Icare übrigens zu einem "Lagerabverkaufspreis" von 1890 Euro. Diese Aktion soll "solange der Vorrat reicht" noch bis Ende September laufen. Von Aircross gibt es zudem einen neuen EN-A namens U Go.

Airdesign
Neu ist der Low-B Vivo. Er ist im Grunde der Nachfolger des Vita 2. Da er sich aber in vielen technischen Details von diesem unterscheidet, z.B. mehr Zellen und Stabilos in Winglet-Form (wodurch er eher wie der kleine Bruder des Rise 3 wirkt), bekam er auch einen neuen Namen. Der Tandem-Schirm Ride 3 soll dank eines besonders auftriebsstarken Profils mit weniger Flügelfläche auskommen und einen Geschwindigkeitszuwachs per Trimmer von über 10 km/h ermöglichen.

Apco
Der israelische Hersteller baut seinen Single-Double-Skin-Mischungs-Schirm Hybrid nun auch als Tandem. Das Konzept soll ein besonders einfaches Startverhalten ermöglichen und eine ausgesprochen hohe Nick- und Rolldämpfung bieten. Vom Race-Liegegurtzeug Swift-R wird es in Kürze zwei abgespeckte und leichtere Varianten geben: Swift-Sport und Swift-Zero. Diese weisen jeweils kürzere Heckbürzel auf, haben keine zwei Rettungsfächer mehr und sparen durch dünneres Material an Gewicht.

Bruce Goldsmith Design 
Von BGD gibt es neu den EN-C Cure 2. Im Vergleich zum Cure 1 wurde die Zellenzahl erhöht und der Kappenbogen flacher gebaut. Die ausgelegte Streckung ist somit etwas reduziert (6,4), die projizierte Streckung unverändert. Der Cure 2 verfügt über eine C-Steuerung, die auch den B-Gurt mitnimmt – per Flaschenzug aber nur 33% des Weges. Sie soll deshalb auch nicht allzu schwer zu ziehen sein.

Der V-King von Dudek.
// Quelle: Dudek
Dudek
Die polnische Marke bringt nach dem ultraleichten Run&Fly nun einen zweiten Single-Skin-Schirm auf den Markt, den V-King. Bei diesem sind nicht alle Profilrippen an Leinen aufgehängt, sondern teilweise durch Diagonalen zusammengefasst, was weniger Leinen und mehr Leistung verspricht. Zudem ist die Eintrittskante als ein durch Staudruck aufgeblasener Holm ausgeführt. Die Kappe wird zusätzlich durch Struts gestützt. Auf diese Weise soll sich der V-King auch gut als Motorschirm eignen. Zudem präsentierte Dudek sein Ultraleicht-Gurtzeug Sit&Fly 300. Es ist in drei Größen verfügbar und soll deshalb sehr komfortabel an die verschiedenen Körperformen anpassbar sein – inklusiv guter Rückenstütze für längere Flüge.



--- Die Fortsetzung der Messesplitter folgt in weiteren Posts ---





7 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hoffentlich geht die schlanke Outline und das geringe Packmaß beim Impress 4 nicht wieder zu Lasten des Protektors. In Sachen Protektor hat sich Advance ja schon öfter nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dass der Protektor in der Feature-Liste nicht einmal erwähnt wird, lässt nichts Gutes erwarten. Bin mal gespannt, ob es da mehr als "Komfortschaum" geben wird.

Anonym hat gesagt…

@Joerg Nuber: ADVANCE hatte einen Protektor vor Ort am Coupe Icare und der schaute sehr vernünftig aus. Ich hätte ihn um die 20cm dick geschätzt. Der Wert soll im Bereich vom Success 4 liegen, also sehr gut.

Anonym hat gesagt…

Die Protektoren von Advance schhffen mehr oder weniger die Zulassungen. Mehr ist es nicht egal ob sie 15/20 oder noch dicker sind und das ist ein Manko. Mein Karpofly Fantom schützt über den gesamten Rücken mit Topwerten und wenn die Rettung geworfen wird ist kein Gap im Protektor. Advance hat immer nch nicterkannt, die Zukunft liegt bei den Airbags. Ich warte bs endlich mal ein zweilagiger Protektor kommt, einen mit Querverrippung und darunter einer mit Längsverrippung, der wie ein Recaro Sitz seitlich umrandet, am besten die Hüften mit abdeckt...Positv beim neuen Advance Retter passenrein, ob Links oder Rechtshänder, der Retter sitzt richtig und man könnte noch einen 2. , ne leichte Rundkappe als last chance einbauen.

Bingo hat gesagt…

Bin gespannt ob der "Premiumhersteller" es diesmal schafft auf Anhieb eine funktionsfähige "Retterlösung bzw. Auslösung" zu bringen. Da gabs ja immer wieder mal Probleme mit diversen Containern, Verbindungsleinen, Rettern die im Twist nicht rausgingen(Lightness1),ausgerissenen Vernähungen der V-Leinen, eingerissenen Rückenteilen usw.

Peter hat gesagt…

Sind andere Hersteller hier wirklich anders, mal Karpofly mit ihrem Luftprotektor ausgenommen? Wieso setzt sich diese Technologie eigentlich nicht wirklich durch?

Ozone Ozium (Protektorwerte plus dessen Grösse, Sicherheitsmitteilung wegen Problemen mit dem Innencontainer) Supair Delight 3 (Retterposition im Rücken, Protektorgrösse etc) diese Liste liesse sich wahrscheinlich ziemlich verlängern.

Mit der Aussage Advance schafft mehr oder weniger die Zulassung, könnte auch gerade so gut heissen jeder andere Hersteller schafft gerade so die Zulassung.

Anonym hat gesagt…

Der aufblasbare Luftprotektor von Karpofly hatte auf der Testanlage bei Woody immer über 100g oder explodierte...

Ich kenne keinen einzigen Hersteller, der noch nie ein Problem mit der Retterauslösung hatte. Die Frage ist bloss, wie mit solchen Infos umgegangen wird.

Wo gehobelt wird fallen Späne. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet mit dem Kauf ab bis sich das Produkt auf dem Markt etabliert hat.

Alf hat gesagt…

Die Zukunft war 1992, da hatten viele Airbags und genickbrechende Hartschalen ��
happy landing
Markus