Windys Wind-Trajektorien sind ein hilfreiches Tool für die Streckenplanung. Sie lassen u.a. das Potenzial für One-Way-Flüge erkennen

Wind-Trajektorien in Windy helfen bei der Streckenplanung.
Ähnliche Verläufe in Richtung und Länge deuten auf
wenig zerrissene Luftmassen hin. // Quelle: Windy.com

Die Meteo-Plattform Windy hat eine neue interessante Funktion auf seiner Webseite und in der App eingeführt: Wind-Trajektorien. Sie zeigen, wie weit ein Luftpaket ab einem bestimmten Punkt in der Landschaft in verschiedenen wählbaren Höhen in den nächsten Stunden verfrachtet würde. 

Zur Auswahl muss man auf der Webseite mit der rechten Maustaste an passender Stelle in die Karte klicken und im Auswahlfenster den Punkt "Wind trajectories" wählen. 

Interessant sind solche Informationen vor allem für Ballonfahrer. Doch auch als Gleitschirmflieger kann man aus den Trajektorien viel herauslesen.

Hilfreich ist das unter anderem bei der Planung von One-Way-Streckenflügen. Denn die Trajektorien zeigen gut an, welche Routen optimal wären, um wirklich mit dem Wind zu fliegen. Eine passende Thermikentwicklung bleibt für XC-Flüge natürlich die Grundvoraussetzung.


Wie zerrissen ist die Luft?

Hilfreich sind die Trajektorien auch in einem weiteren Punkt: Je ähnlicher die angezeigten Pfade auf verschiedenen Höhen sowohl von der Richtung als auch der Stärke (Länge der Linien) her verlaufen, desto weniger wird man beim Thermikfliegen mit Scherungen und zerrissenen Blasen zu kämpfen haben. Laufen die Trajektorien stärker auseinander, dürfte es schwieriger werden, Blasen sauber zu zentrieren.

Auf den jeweiligen Trajektorien sind auch noch Streckenpunkte angegeben. Klickt man mit der Maus darauf, bekommt man die zugehörige Zeit und Entfernung angezeigt. Mit solchen Infos lassen sich auch potenziell erreichbare Distanzen abschätzen. 

Ein Beispiel: Die Windtrajektorie auf der Höhe von 900m MSL (einer typischen "Durchschnittshöhe" bei Flachlandflügen) zeigt eine Entfernung von 80 km in 4 Stunden. Wenn ich es schaffe mich auf dieser Höhe zu halten, sollte ich also mindestens soweit "verblasen" bzw. mit einer Thermik versetzt werden können. Da normalerweise noch Gleitpassagen mit Rückenwind dazu kommen, wäre ich natürlich nochmals schneller unterwegs und könnte weitere Distanzen zurücklegen. 

Geht man an einem guten Tag von einem Verhältnis von etwa 30% Kurbeln und 70% Gleiten aus, dann könnte man nochmals rund 2/3 seiner Schirmgeschwindigkeit in zusätzliche Strecke umsetzen. Konservativ gerechnet könnten das rund 20 weitere Kilometer pro Stunde sein. Bei einem Flug über vier Stunden hätte der Tag also ein Potenzial von 160 km. 

Ehrgeizige und sportlichere Piloten, die auch viel beschleunigt fliegen, würden hier natürlich mit mehr Eigenspeed und längerer Flugzeit rechnen wollen.

Wofür würdest Du solche Trajektorien nutzen? Schreibe Deine Ideen in die Kommentare! 


Helfen Dir solche Tipps weiter? Als Förderer von Lu-Glidz trägst Du mit dazu bei, mein Angebot von Blog und Podcast zu erhalten.