Der Franzose Rémi Bourdelle ist nach Kollision mit einem Seilbahnseil tödlich abgestürzt. Das Rennen Dolomiti Superfly wurde abgebrochen.

Nach einem tödlichen Absturz wurde das
Dolomiti-Superfly-Rennen abgebrochen.
// Foto: Screenshot

Es ist das erste Mal, dass bei einem großen internationalen Hike-and-Fly Rennen ein Teilnehmer zu Tode gekommen ist. Rémi Bourdelle (33) aus Chamonix war ein sehr erfahrener Pilot. 2025 hatte er bei den Redbull X-Alps den sechsten Platz belegt. Beim diesjährigen Dolomiti Superfly war an der Spitzengruppe dran, als es am Dienstagabend zu dem Unfall kam. 

Bourdelle war am Timmelsjoch nach Süden gestartet, um an dem Abend noch ins Tal auszugleiten. Soweit bisher bekannt, stieß er gegen 19.10 Uhr im Flug mit dem Drahtseil einer Transportseilbahn zusammen und stürzte rund 60 Meter in die Tiefe. Ein Jäger, der den Absturz von der anderen Talseite aus beobachtet hatte, alarmierte die Bergrettung. Diese konnte allerdings nur noch den Tod von Bourdelle feststellen. Die Organisatoren des Dolomiti Superfly entschieden daraufhin, das weitere Rennen zu canceln.

In einer offiziellen Stellungnahme der Veranstalter heißt es:

Remi Bourdelle †

„Angesichts dieser Tragödie haben wir aus Respekt vor Rémi und seinen Angehörigen beschlossen, den Rest der Veranstaltung abzusagen. Rémi war einer der angesehensten und bewundertsten Piloten in der internationalen Gleitschirm-Community. Unser tiefstes Beileid gilt seiner Familie, seinen Freunden und seinen Teamkollegen in dieser unglaublich schweren Zeit. Die genauen Umstände des Unfalls werden derzeit noch von den zuständigen Behörden untersucht."

Für die Hike-and-Fly-Szene ist der Unfall ein herber, wenn auch leider nicht völlig unerwarteter Rückschlag. Da bei solchen Rennen teilweise auch bei extremeren Wetterbedingungen mit viel Wind und teils schlechter Sicht geländenah geflogen wird, ist das Risiko entsprechend höher.

Der traurige Vorfall ist auch ein Rückschlag für das Dolomiti Superfly. Das Rennen war in diesem Jahr von seiner Route, die erstmals auch über einen Wendepunkt in Deutschland (Neuschwanstein) zweimal über den Alpenhauptkamm führte, besonders anspruchsvoll. Zugleich war das Teilnehmerfeld mit etlichen X-Alps-Teilnehmern so prominent und leistungsstark besetzt wie nie zuvor. Es bleibt abzuwarten, welche Diskussionen in der Szene nun folgen werden und welche Schlussfolgerungen die Veranstalter solcher Rennen daraus ziehen. 

Das Risiko eines Zusammenstoßes mit einem schwer sichtbaren Transportseilbahnseil lässt sich nicht völlig ausschließen. Bei den Redbull X-Alps 2021 hatte es schon einen ähnlichen Vorfall gegeben, der aber vergleichsweise glimpflich ausging. Damals war erst Théo de Blic direkt in ein niedriges Seil geflogen, wobei er allerdings nur seinen Gleitschirm zerstörte. Nicola Donini wiederum riss bei einem abrupten Ausweichmanöver vor demselben Seil seinen Schirm ab und stürzte ins Gelände. Er musste das Rennen damals verletzt aufgeben.