Flugwetter Wochenende 12.01.08

Kurzfassung

Ein allzu windiger Samstag mit Regenspritzern könnte ein bei Südwind grenzwertig soarbarer Sonntag folgen. Auch gut fürs Bodenhandling.

Wetterlage + Flugaussichten


(Grafik: wetterzentrale)
An diesem Wochenende hängt der Großraum Eifel mal wieder zwischen allen größeren Druckgebilden: Ein Tief über Skandinavien, ein kräftigeres Tief über Großbritannien und ein Genua-Tief südlich der Alpen, das dort für Staubewölkung und auf der Nordalpenseite für Föhn sorgen kann. Am Samstag ist das skandinavische Tief noch nah genug, um die Eifel mit kräftigem und böigem Westwind zu beglücken. Fliegerisch ist angesichts prognostizierter Böen von über 50 kmh nichts zu holen.

Am Sonntag entspannt sich die Lage ein bisschen. Der Wind dreht vor dem nächsten Tief auf Süd (s. Wetterkarte) und weht im Tagesverlauf schwankend, aber meist so um die 15-20 kmh (Quelle: windfinder). In Böen kann es aber auch deutlich darüber sein (v.a. in den westlichen Hochlagen der Eifel). Die Wolken sind dicht mit Lücken, ein kleines "Spritzerrisiko" lässt sich heute noch nicht ganz ausschließen, wahrscheinlich wird es aber doch trocken bleiben. Fliegerisch ist das ganze aus heutiger Sicht dennoch recht grenzwertig. Sportlich ambitionierte und turbulenzresistente Piloten können vielleicht an Südstartplätzen (Bremm, Bausenberg, Finkenberg) soaren gehen, sollten sich aber der Böengefahr bewusst sein. Die sicherere (und als Wintertraining nicht zu verachtende) Variante wäre wohl das Bodenhandling, z.B. in Rodenbach.

Hinweis:
Bitte nutzt die Kommentarfunktion des lu-glidz-Blogs, um nach dem Wochenende kurz Eure Erfahrungen zu posten. War das Wetter so wie die Vorhersage? Wo ging etwas, wo nichts?
Share on Google Plus

8 Kommentare:

Theo hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Sonntag Klüsserath- strahlender Sonnenschein, keine Wolke von Sonnenaufgang an - von eventuellen Spritzern war überhaupt nix zu sehen - aber leider wenig Wind - zuwenig Wind, keine Böen, nix...

Bodenhandling wäre da sicher nicht so lustig gewesen...

Hat dann doch noch für ne knappe halbe Stunde gereicht, als der Wind am Nachmittag mal kurz etwas aufrischte.

Tom

Anonym hat gesagt…

Ich habe gepokert: Rodenbach oder Bausenberg. Und die Entscheidung fiel auf Bausenberg. Während es um 12 Uhr für meine Verhältnisse teils mehr als grenzwertig war - vor allem die Böen waren zu der Zeit heftig - schien es sich dann gegen 13 Uhr soweit beruhigt zu haben, dass ich mich traute zu starten. In der Luft war es dann erstaunlicher Weise weniger sportlich als gedacht. Am Anfang noch etwas anstrengend, wurde der Flug immer gemütlicher. Nach 2 Stunden hatte ich mich dann sattgeflogen und ging grinsend landen. Ein toller Saisonstart und mal wieder ein typischer Bausenbergtag - nur dass ich diesmal (fast) alleine war.

(Da fällt mir doch noch ein altes Gedicht vom Winter 2005/2006 ein:
Den Bausenberg von oben sehn,
das ist selbst im Winter schön!
Heut flog ich dort - es war so geil
die Knochen sind noch alle heil!
Genüsslich drehte ich meine Runden,
kein weitrer Flieger hat den Weg dorthin gefunden.
Ich hör jetzt mit dem Reimen auf,
sonst kriege ich noch einen drauf.)


Auf dem Rückweg sah ich dann in Rodenbach ca. 2 Dutzend Schirme...

Grüße, Ralf Böhm

Anonym hat gesagt…

Rodenbach war heute erste Wahl für`s Bodenhandling. Man konnte sich nach Lust und Laune verausgaben. Trotz etwa 2 Dutzend Piloten gab es keinen Personen- oder Materialschaden. Einfach genial!

Beste Grüße,

Erik

Lucian Haas hat gesagt…

Mehr zum Tag in Rodenbach (Bilder) gibt's hier: Saisonstart in Rodenbach

Theo hat gesagt…

Änderung meines Kommentars vom 11. auf speziellen Wunsch ;-))

Wegen der Wochenendbescherung war ich am 11. kurz nach 8 Uhr in Rahms.

http://picasaweb.google.com/tgkern/Finkenberg

Bei Böen bogen sich die Baumstämme, so dass ich fast nicht geflogen wäre. Unter Beschweren der Flügelhinterkante habe ich alles sorgfältig ausgelegt und eingehängt. Bei einer Windabschwächung bin ich gut rausgekommen und habe für meine Verhältnisse mit einem S-Schirm schön soaren können.

Gegen 12 Uhr war es dann aber zu stark.

Gruss

Theo

Anonym hat gesagt…

Interessant - Sonntag - ca. 70 km Luftlinie auseinander = Rodenbach: im Laufe des Nachmittags immer mehr zu einem kräftigen und etwas böigen Wind, der aber immer fliegbar war - wenn auch machmal fast nur noch auf der Stelle.

Klüsserath: aber leider wenig Wind - zuwenig Wind, keine Böen, nix - bis Abends fast ausschliesslich kurze Abgleiter, bis auf die besagte halbe Stunde...

70 km sind ja nicht so arg viel...

Tom

Lucian Haas hat gesagt…

Im Archiv der Wetterzentrale sind für Trier am Sonntag gemessene Windspitzen von 46 km/h gemeldet - und das liegt ja nun noch näher an Klüsserath.

Ich erkläre mir das ganze so (analog einer Beobachtung in Rodenbach). Im weiten Talkessel von Klüsserath hat sich durch Ausstrahlung in der klaren Nacht ein fetter Kaltluftsee gebildet, der durch den Südwind gegen den Hang gedrückt und dort wie von einer Staumauer festgehalten wurde. Bei der flachen Sonne im Winter konnte der flache Gegenhang zum Startplatz bei Klüsserath sich auch nicht weiter aufwärmen, um für eine thermische Durchmischung und ein Aufbrechen der Strahlungsinversion zu sorgen. Also zischte der Wind stets über diesen Kaltluftsee hinweg und hatte diesen erst am Nachmittag so weit angegraben, dass er auch mal für ne halbe Stunde reichte.
Hinzu kommt: Bei Südwind liegt Klüsserath im Lee des Hunsrück, wodurch sich dort die Absinktendenzen des Zwischenhochs noch besser ausprägen. Entsprechend hartnäckiger hält sich dann eine Inversion.
Diese Lee-Effekte können zu anderen Zeiten übrigens recht förderlich sein: Wenn die thermische Aktivität eines Tages zu Ende geht, senkt sich der Höhenwind über so einem Lee-Tal und saugt dann gleichmäßig die (noch immer warme) Talluft an. Das ist dann die Zeit des Moselwunders (funktioniert ähnlich auch in Boppard).

In Rodenbach (auch eine Kessellage, wenn auch bei Südwind nicht ganz so deutlich abgeschlossen wie Klüsserath) war es anfangs auch ganz windstill. Erst gegen 12.30 Uhr brach die Inversion langsam auf und der Höhenwind griff bis zum Boden durch.